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Irrwege

Titel: Irrwege Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Margaret Weis , Tracy Hickman
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schüttelte nur den Kopf.
    Rega konnte es nicht fassen. »Du hast mir
erklärt, daß jedes der Lichter, die wir am Himmel funkeln sehen, eine Stadt
ist, wie diese hier. Darin müssen doch Leute wohnen, auch Flüchtlinge
vielleicht.«
    »Wir hätten inzwischen von ihnen gehört.«
    »Wie denn?«
    »Ich bin nicht sicher«, mußte Paithan zugeben.
»Aber in dem Buch steht, daß in den alten Tagen die Bewohner der Städte
miteinander kommunizieren konnten. Mit uns hat man nicht kommuniziert, oder?«
    »Vielleicht haben wir es nur nicht bemerkt… Das
Summen!« Rega strahlte. »Das Summen könnte eine Nachricht sein. Es ruft die
anderen Städte.«
    »Es ruft jemanden, das glaube ich auch«,
pflichtete Paithan nachdenklich bei und lauschte angestrengt. Das nächste
Geräusch allerdings wäre auch so nicht zu überhören gewesen. Eine laute
menschliche Stimme.
    »Paithan! Wo steckst du?«
    »Roland.« Der Elf seufzte. »Was will der nun
wieder?« .
    »Wir sind hier oben!« Rega stand auf und beugte
sich über das Treppengeländer. »Bei der Maschine.«
    Stiefel polterten die Treppe hinauf. Roland
erschien, er japste nach Luft. Sein Blick fiel auf die geschlossene Tür, unter
der das grelle Licht hervorquoll.
    »Kommt daher das komische – Geräusch?« fragte er
schnaufend.
    »Und wenn?« erkundigte sich Paithan aggressiv.
Er war aufgesprungen und musterte den Menschen wachsam. Rolands Einstellung zu
Maschinen ähnelte der seiner Schwester.
    »Du stellst das verdammte Ding besser ab«,
raunzte er. Sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes.
    »Das können wir nicht…« begann Rega, aber
Paithan trat ihr mahnend auf den Fuß.
    »Weshalb sollte ich das wohl tun?« fragte er und
reckte trotzig das spitze Kinn vor.
    »Wirf einen Blick aus dem Fenster, Elf.«
    Paithan brauste los. »Rede mit mir in diesem
Ton, und ich werde den Rest meines Lebens nie wieder aus einem Fenster sehen!«
    Doch Rega kannte ihren Halbbruder. Sie ahnte,
daß sich hinter seinem herausfordernden Auftreten Angst verbarg. Sie lief zum
Fenster. Erst konnte sie nichts Ungewöhnliches entdecken, dann stieß sie einen
leisen Schrei aus.
    »Paithan! Komm lieber her und sieh dir das an.«
    Widerstrebend trat der Elf neben sie und spähte
nach draußen. »Was denn? Ich sehe nichts…«
    Dann sah er.
    Es schien, daß der ganze Dschungel gegen die
Zitadelle vorrückte. Etwas wie eine grüne Wand schob sich den Hügel hinauf.
Nur war es nicht der Wald, es war eine Armee.
    »Heilige Mutter!« hauchte Paithan.
    »Du hast gesagt, die Maschine ruft jemanden!«
stöhnte Rega.
    Ganz richtig. Sie rief die Tytanen.
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Kapitel 23
Vor der Zitadelle,
Pryan
    »Marit! Frau! Höre mich! Antworte mir!« Xar
sandte stumm seinen Gedankenbefehl aus, stumm kehrte er zu ihm zurück.
    Nichts.
    Erzürnt wiederholte er ihren Namen mehrere Male,
dann gab er es auf. Sie mußte besinnungslos sein – oder tot; nur eins von
beiden konnte einen Patryn daran hindern, auf einen solchen Ruf zu antworten.
    Xar überlegte, was er tun sollte. Sein Schiff
befand sich bereits in Pryan; er hatte versucht, Marit zum Landeplatz zu
lotsen, als die Verbindung plötzlich abbrach. Er dachte daran, den Kurs zu
ändern – die letzte Meldung war von Chelestra gekommen, dann aber beschloß
er, den Weg zur Zitadelle fortzusetzen. Chelestra war eine Welt, die ganz aus
Magie neutralisierendem Wasser bestand; Wasser, das seine Kraft schwächte.
Keine Welt, die kennenzulernen Xar sonderlich erpicht war. Nach Chelestra
wollte er gehen, wenn er das Siebente Tor gefunden hatte.
    Das Siebente Tor.
    Xar war besessen davon. Durch das Siebente Tor
hatten die Sartan die Patryn in ihr furchtbares Gefängnis verbannt. Durch das
Siebente Tor würde er – Xar – sie befreien.
    Im Siebenten Tor hatte Samah die Welt geteilt,
hatte aus den Teilen neue Welten geschaffen. Im Siebenten Tor wollte Xar seine
eigene neue Welt bauen – die nur ihm allein gehörte.
    Das war der wirkliche Grund für seine Reise nach
Pryan.
    Offiziell hieß es, er wolle die Tytanen
unterwerfen und seiner Streitmacht eingliedern, während er nichts anderes im
Sinn hatte, als nach dem Siebenten Tor zu suchen. Die Zitadelle. Die Zitadelle
mußte der Ort sein. Die Annahme beruhte auf zwei Fakten: Erstens, Haplo war in
der Zitadelle gewesen, und, wie sowohl Kleitus als auch Samah behaupteten,
wußte er, wo das Siebente Tor sich befand. Zweitens, Sang-drax hatte gesagt,
wenn die Sartan etwas schützen

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