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Jenseits von Timbuktu

Jenseits von Timbuktu

Titel: Jenseits von Timbuktu Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gercke Stefanie
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der in ihrem Haus aus und ein ging, einst als Kommandeur einer geheimen Eliteeinheit von Polizeioffizieren für die Geheimpolizei politische Morde ausgeführt hatte, und ob sie seinen Spitznamen kannte. »Verkörperung des Bösen«.
    Ob er auch ihr gegenüber erwähnt hatte, dass er elf Monate im Jahr Menschen jage, im letzten Monat Ferien mache, um dann Tiere zu jagen. Das alles hätte sie ihre Schwester gern gefragt, aber sie brachte es nicht fertig. Sie fürchtete sich davor, was diese Fragen hervorlocken konnten.
    Pienaar war gefährlich, und wenn Cordelia das alles bekannt war, dann würde sie sich ohnehin dementsprechend verhalten. Hatte sie keine Ahnung, würde sie womöglich nachfragen, um sich zu vergewissern, und das könnte Reaktionen von diesem … Kerl auslösen. Reaktionen, die nicht nur für Maurice, sondern auch für seine Mutter lebensgefährlich sein könnten.
    Also hielt sie den Mund, nickte nur, setzte sich hinters Steuer und wollte eben die Fahrertür zuziehen, als Cordelia sie überraschend daran hinderte.
    Für einen langen Moment schaute ihre Schwester sie an, irritierend direkt, schien etwas in ihren Zügen zu suchen. Anita wollte sich gerade abwenden, als Cordelia ihr den Arm auf die Hand legte.
    Â»Eines wollte ich dir sagen«, flüsterte sie. »Deine Augen sind doch anders als die von Vater. Heller, leuchtender … Seine waren wie … Schlamm … grünbraun. Trübe … wie Gift. Deine sind wie Meerwasser … klar, durchsichtig.« Ihr Zungenschlag war schwerfällig, die Worte kamen schleppend. »Das wollte
ich dir nur sagen.« Damit trat sie zurück und gab und die Tür frei.
    Anita sah sie an, Erstaunen und Misstrauen jagten über ihr Gesicht, gleichzeitig breitete sich in ihrer Mitte eine wunderbare Wärme aus. Unsicher öffnete sie den Mund, blieb dann aber doch stumm, zog die Tür zu und legte den ersten Gang ein.
    Â»Eine Hilfskraft, Löwenexperte«, murmelte sie, als sie Gas gab.

13
    D irk saß auf der Veranda seines Bungalows, aß einen leichten Salat als Mittagsimbiss und versuchte dabei zum x-ten Mal, seinen Assistenten zu erreichen, bekam auf dem Handy aber keine Antwort. Er warf seines auf den Tisch. Vermutlich lag der Mensch wieder sturzbetrunken hinter irgendeiner Palme. Er fluchte, prüfte aber, ob er Empfang hatte. Fast vier Empfangsbalken. Also war alles in dieser Hinsicht im grünen Bereich. Am liebsten würde er seinen Assistenten hinauswerfen, war sich aber im Klaren darüber, dass er ihn brauchte. Andy Kaminski war schlicht der Beste, auch wenn Dirk ihm gegenüber etwas anderes behauptet hatte. Rolf Möller konnte ihm nicht das Wasser reichen.
    Sein Handy tanzte vibrierend über den Tisch. Er fing es ein und prüfte das Display. Eine unbekannte Nummer. Er nahm das Gespräch an.
    Â»Crosscare-Krankenhaus Richards Bay«, meldete sich eine Frauenstimme. »Einen Augenblick.« Kurz darauf kam Andys Stimme durchs Telefon.
    Â»He, du glaubst nicht, was mir passiert ist.« Andy sprach mit schwerer Zunge und klang müde.
    Dirk wartete. Zumindest lallte sein Assistent nicht, das war immherhin ein Fortschritt. »Mach es nicht so spannend, sag’s mir einfach.«
    Â»Ich bin im Krankenhaus. Hab mir das Bein gebrochen … Na ja, vermutlich … Die werten noch das Röntgenbild aus … Ist das nicht eine Scheiße?«
    Eigentlich nicht, fuhr es Dirk durch den Kopf. Dann wirst du
wenigstens von Grund auf nüchtern, denn an Alkohol wirst du da nicht herankommen.
    Â»Wann, wie und wo?«
    Â»Heute Morgen. Jemand hat mich getreten, und bums war der Knochen durch.«
    Â»Getreten? Wer war das? Hast du dich geprügelt? Ist die Polizei informiert?« Er seufzte. Andy zog Ärger an wie Licht die Motten.
    Â»Polizei?« Andy machte eine Pause. »Na ja, es war ein Zebra …«
    Â»Ein Zebra?«, raunzte Dirk. »Kannst du mir das bitte näher erklären?«
    Andy gluckste verlegen. »Es stand da rum, mitten auf der Straße und wollte nicht zur Seite gehen … Ich bin ausgestiegen und wollte es wegschieben … Ziemlich dummer Fehler, wie ich herausgefunden habe. Versuche nie ein Zebra aus dem Weg zu schieben, sag ich dir. Das ist eine Lebensweisheit. Das kann nämlich ganz schön heftig auskeilen.«
    Dirk stellte sich die Szene vor und brüllte vor Lachen. »Du

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