Julia Extra Band 374
war?“, hakte er nach, woraufhin sie nickte. „Und ich bin bereit, die Vereinbarungen zu unterzeichnen, wenn Sie die Bedingungen ändern. Ich brauche einen Berater, der mir bei meinen Recherchen hilft. Jemanden, der in der Welt, über die ich schreibe, zu Hause ist und mir Tipps geben kann.“
Fassungslos sah er sie an. „Ich soll Ihnen also dabei helfen, irgendeinen ahnungslosen Millionär glauben zu machen, Sie wären reich?“
„Nur indirekt. Ich möchte Sie in bestimmten Dingen nach Ihrer Meinung fragen: Klamotten, Locations und so weiter. Ich finde, das ist ein faires Angebot.“
Als sie ihre leere Tasse ebenfalls abstellte, stand er auf und nahm sie vom Tisch.
„Ich setze noch einen Kaffee auf“, sagte er.
Im nächsten Moment umfasste Jen sein Handgelenk. Hitzewellen durchfluteten seinen Arm und dann seinen ganzen Körper.
„Wir beide sind gar nicht so verschieden. Sie sagten, Sie hätten auch klein angefangen. Für mich ist dies eine einmalige Chance.“
In ihren blauen Augen lag ein flehender Ausdruck. Er musste den Verstand verloren haben.
Als sie ihn losließ, ging Alex in die Küche. Eigentlich hätte er sie in diesem Moment hinauswerfen müssen, denn wenn sie wollte, konnte sie ihm immer noch das Leben schwer machen.
Bei der Vorstellung, dass er sein Angebot aufrechterhielt und Jen bei ihm wohnen blieb, beschleunigte sich sein Puls, doch Alex ignorierte es.
Dass er sich den Studios und dem Management unterordnen und sein Privatleben einschränken musste, passte ihm überhaupt nicht. Nachdem er sich von ganz unten hochgearbeitet und Susan ihn wieder halb nach unten gekickt hatte, fand er es unerträglich, so ausgebremst zu werden. Seine Ehe, sein einziger Versuch, ein Familienleben zu führen, war gescheitert, und die Medien hatten es genüsslich ausgeschlachtet. Er war gern mit schönen Frauen zusammen, aber er achtete immer darauf, dass es nicht ernst wurde. Ob das, was man über ihn druckte, stimmte oder nicht, war ihm egal.
War es denn wirklich so schlimm, wenn er Jen einige Tipps gab? Schließlich hatte er momentan viel Zeit. Sollte sie ruhig hierbleiben und an ihrem verrückten Projekt arbeiten. So hatte er wenigstens etwas zu lachen. Und er betrachtete lieber ihre langen Beine und sah ihr in die großen blauen Augen, als an die Wände zu starren.
Dass er die Verschwiegenheitsvereinbarung ein wenig abändern würde, brauchte er Mark ja nicht erzählen.
Nachdem er Kaffee eingeschenkt hatte, kehrte er mit den Tassen in sein Arbeitszimmer zurück. Auf der Schwelle blieb er stehen. Jen war auf dem Sofa eingeschlafen. Einige Sekunden lang spielte er mit dem Gedanken, sie hochzuheben und in ihr Bett zu legen. Dann kehrte jedoch die Erinnerung an ihre erste Begegnung zurück.
Er stellte die Tassen auf den Tisch. Anschließend deckte er sie mit dem hässlichen Patchworkquilt zu, an dem sie so hing, und verließ den Raum.
Bei jeder Bewegung wurden ihre Kopfschmerzen schlimmer. Nachdem sie zwei Tabletten genommen hatte, setzte Jen sich auf einen der Barhocker in der Küche, trank Orangensaft und biss von dem trockenen Toast ab.
Die peinliche Erinnerung daran, wie Alex sie aus der Galerie begleitet hatte, spielte sich in ihrem Kopf wie eine Endlosschleife ab. Sie hatte einem Adligen Champagner über den Ärmel geschüttet. Noch schlimmer war jedoch, dass sie draußen auf der Treppe das Gleichgewicht verloren hatte und Alex Hammond in die Arme gefallen war. Allein bei dem Gedanken daran brannten ihr die Wangen. Zum Glück waren die Paparazzi offenbar genauso überrascht über seine Anwesenheit gewesen wie sie und hatten keine Gelegenheit gehabt, Fotos zu schießen.
Sobald es ihr besserging, würde sie packen, denn Alex würde sie jetzt nicht mehr bei sich wohnen lassen. Ihm jene Abmachung vorzuschlagen, war ein großer Fehler gewesen. Alex Hammond würde niemals mit jemandem wie ihr verhandeln. Er hatte sie vom ersten Moment an loswerden wollen, und genau das hatte er jetzt geschafft.
Das eigentliche Problem lag allerdings woanders. Natürlich wäre es ein Rückschlag, wenn sie hier ausziehen musste. Was ihr jedoch am meisten zu schaffen machte, war die Tatsache, dass Alex bekommen hatte, was er wollte. Natürlich konnte sie eine Exklusivstory über ihn verkaufen, aber sie plante langfristig. Sie wollte sich als Journalistin einen Namen machen und musste deshalb integer bleiben.
Alex ahnte nicht, was es sie gekostet hatte, sich auf die Vereinbarung einzulassen. Hatte ihre Mutter sich so
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