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Kleine Luegen erhalten die Liebe

Kleine Luegen erhalten die Liebe

Titel: Kleine Luegen erhalten die Liebe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Katy Regan
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der Küche sah.
    »Was machst du da, Fraser? Was ist das für ein Massaker?«
    »So könnte man es auch nennen. Aber eigentlich ist es ein Werk, das noch in Arbeit ist, eine kulinarische Collage, wenn du so willst, die sich jedoch jeden Moment als Kunstwerk offenbaren wird.«
    »Ooookay.«
    Fraser legte ihr eine Hand auf die Schulter, und Mia erstarrte förmlich vor Verlegenheit. Er musste betrunken sein, denn sonst berührte er sie nie.
    »Hör mal, trink etwas, mach es dir bequem, und in ein paar Minuten bin ich wieder bei dir, ja?«, sagte er und scheuchte sie von der Tür weg. »Ich bin nur ein Mann und kann nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigen.«
    Fraser verschwand in der Küche und zog die Tür hinter sich zu. Mist, verdammt, er war betrunken! Wie hatte er sich erlauben können, schon derart viel zu trinken? In den zehn Minuten, bevor Mia erschienen war, hatte er nach dem Auseinandernehmen der Moussaka den Entschluss gefasst, schnell noch mal zu duschen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Doch das Wasser war viel zu heiß gewesen und die Abkühlzeit zu kurz, deshalb konnte er jetzt Schweiß an seinem Rücken hinunterlaufen spüren. Aber Mia sah bezaubernd aus. Sie war so hübsch. Ihr blondes Haar war nach der neuesten Mode zu einem sogenannten »abgestuften Bob« geschnitten, sodass es etwa kinnlang, locker und im Nacken kurz und stufig war. Nicht jede Frau konnte diese Frisur tragen. Doch Mia steht sie gut, dachte Fraser, als er durch den winzigen Türspalt zu ihr hinübersah. Sie hatte einen schönen, schlanken Hals und eine hübsche kleine Stubsnase, die ihr ein großartiges Profil verlieh.Auch ihre Augen waren schön – grau, ein bisschen schräg und groß, was sie noch mit diesem verwischten Lidschattenzeug betonte. Das lasse sie »eine Spur verrucht« erscheinen, hatte sie ihm einmal erklärt. Tatsächlich wirkte sie damit wie eine starke Frau, die aussah, als könnte sie mit allem fertigwerden, was das Leben mit sich brachte, und als kenne sie sich damit aus. Aber nicht so, wie Becca oder Melody sich auskannten, sondern richtig – als kenne sie Dinge, von denen Fraser instinktiv wusste, dass es sich lohnen würde, sie zu erfahren.
    Mia stand jetzt im Wohnzimmer, verwirrt und ein kleines bisschen aufgeregt. Offensichtlich hatte er sich einige Mühe gemacht, doch so aufgeregt und nervös wie heute hatte sie ihren Freund noch nie gesehen. Und beides schien ansteckend zu sein, musste sie leider feststellen.
    Sie schaute sich in dem großen Zimmer um. Das Haus war viel schöner als die Studentenbude, die sie sich mit Liv und Anna teilte und schützendes Schuhwerk erforderte, um die Küche zu betreten.
    Erstens war dieses Haus sauber und wies Anzeichen von Zivilisation wie einen Zeitungsständer und richtige Lampen auf (statt einer Lavalampe, die längst erstorben war und nun in der Ecke stand wie ein übel riechender Teich), und es gab sogar ein großes, cremefarbenes Sofa mit geschmackvollen Kissen.
    »Eure Bude ist richtig nobel«, bemerkte sie.
    »Das ist einer der Vorteile, bei einem Paar zu leben«, rief Fraser aus der Küche. »Melody und Norm sind im Grunde schon verheiratet. Jedenfalls kann Melody nicht das Haus verlassen, ohne wenigstens ein Kissen mitzubringen.«
    Mia lachte. »Wo sind Melody und Norm heute Abend?«, fragte sie und kniff ein Auge zu, während sie auf die Antwort wartete.
    »In Surrey … ›Sorry, ich bin aus Surrey …!‹« Du musst mitdiesen blöden Witzen aufhören, dachte er. Du bist nicht witzig, sondern bloß besäuselt. »Sie sind zu Melodys Eltern gefahren.«
    »Ach so. Wie nett von ihnen«, sagte Mia, um einen gleichmütigen Ton bemüht. »Dann, ähm … werde ich sie heute Abend nicht zu sehen bekommen, oder?«
    Mia war Norm und Melody einige Male begegnet, seit sie Fraser kannte, und mochte beide sehr.
    »Nein, ich fürchte, du wirst dich mit mir begnügen müssen.« Er streckte den Kopf zur Küchentür heraus.
    »Du meine Güte, das kann doch nicht dein Ernst sein!«, scherzte Mia und sog scharf die Luft ein. »Sollen wir ausgehen?«
    »Du kommst dir wohl sehr witzig vor, Miss Woodhouse? Du kannst jetzt eine CD einlegen, wenn du willst.« Er ging wieder in die Küche, um ein weiteres Mal besorgt seinen kleinen Berg Moussaka anzuschauen. »Sie sind dort neben dem Sofa.«
    Mia schnitt eine Grimasse, weil diese Bitte sie stets schaudern ließ. Mit Filmen und Büchern kannte sie sich aus, mit beidem kam sie gut zurecht – aber Musik? Sie hatte einen

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