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Olympos

Titel: Olympos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dan Simmons
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eine Direktverbindung. Dieser Demogorgon ist vieles, aber nicht J. Edgar Hoover.«
    »Wer?«
    »Nicht so wichtig. Hör zu, Sohn des Peleus, wir müssen a b sprechen, was wir zu diesem Riesenhaufen und dem Demogo r gon sagen. Davon hängt eine Menge ab.«
    »Nenn mich nicht so«, knurrt Achilles mit einem wütenden Blick, bei dem Feinde auf dem Schlachtfeld wie angewurzelt stehen geblieben sind.
    Der Gott Hephaistos tritt tatsächlich erschrocken einen Schritt zurück, wobei er aus Versehen das Kommunikationskabel zw i schen ihnen spannt. »Wie soll ich dich nicht nennen?«
    »Sohn des Peleus. Ich will diese Phrase nie wieder hören.«
    Der Gott der Handwerkskunst hebt die in dicken Handsch u hen steckenden Hände, die Handflächen nach außen. »In Or d nung. Aber wir sollten uns trotzdem unterhalten. Wir haben nur ein oder zwei Minuten, bevor dieses Pinguin-Tribunal lo s geht.«
    »Was ist ein Pinguin?« Achilles hat das unverständliche G e schwätz dieses Mini-Gottes allmählich satt. Der fußschnelle Männertöter hält sein Schwert in der Hand. Er hat den starken Verdacht, dass er nur ein Loch in den Metallanzug des bärtigen Narren schlagen muss, um diesen so genannten Unsterblichen zu töten; dann kann er zurücktreten und zuschauen, wie der Feuergott an der giftigen Luft erstickt. Andererseits ist H e phaistos tatsächlich ein olympischer Unsterblicher, selbst ohne die Genesungstanks des großen Käfers auf dem Olymp. Also würde der unverschämte bärtige Krüppel, der giftigen Luft des Tartaros ausgesetzt, ebenso wie Achilles vielleicht nur husten, würgen, sich erbrechen und vor Schmerz eine Ewigkeit auf dem Boden wälzen, bis eine der Okeaniden ihn frisst. Achilles verspürt einen starken Impuls, es herauszufinden.
    Er widersteht dem Drang.
    »Nicht so wichtig«, sagt Hephaistos. »Was willst du zum D e mogorgon sagen? Soll ich für uns reden?«
    »Nein.«
    »Also, wir müssen unsere Geschichten abgleichen. Worum willst du den Demogorgon und die Titanen noch bitten, außer dass sie Zeus töten?«
    »Ich werde dieses Demogorgon- Ding nicht bitten, Zeus zu t ö ten«, erklärt Achilles mit fester Stimme.
    Der bärtige Zwerggott macht hinter dem Glas seiner Kopfk u gel ein überraschtes Gesicht. »Nicht? Ich dachte, deshalb wären wir hier.«
    »Ich werde Zeus eigenhändig töten«, sagt Achilles. »Und se i ne Leber an Argos verfü ttern, Odysseus ’ Hund.«
    Hephaistos seufzt. »Meinetwegen. Aber damit ich auf dem olympischen Thron Platz nehmen kann – der Handel, den du mir angeboten hast und mit dem Nyx einverstanden war –, müssen wir den Demogorgon trotzdem zum Eingreifen bew e gen. Und der Demogorgon ist wahnsinnig.«
    »Wahnsinnig?« Die meisten der monströsen Gestalten sche i nen jetzt zwischen den Kammlinien, Schlackekegeln und Lav a strömen ihren Platz gefunden zu haben.
    »Du hast doch gehört, was er über den allerhöchsten Gott g e sagt hat, oder?«
    »Ich weiß nicht, von welchem Gott Demogorgon spricht, wenn nicht von Zeus.«
    »Demogorgon spricht von einem einzigen, höchsten Gott des gesamten Universums«, sagt Hephaistos. Seine ohnehin schon krächzende Stimme krächzt über die Kommunikationsleitung noch mehr. »Einem Gott, ohne irgendwelche anderen Götter.«
    »Das ist absurd.«
    »Ja«, stimmt ihm der Gott des Feuers zu. »Deshalb hat die Gattung des Demogorgon ihn auf diese Gefängniswelt des Ta r taros verbannt.«
    »Gattung?«, sagt Achilles ungläubig. »Soll das heißen, dass es mehr als einen Demogorgon gibt?«
    »Natürlich. Nichts Lebendiges existiert in vollständigen Ei n zelausgaben, Achilles. Selbst du musst das gelernt haben. Di e ser Demogorgon ist so verrückt wie eine trojanische Schei ß hausratte. Er betet irgendeinen einzigen allmächtigen Gott an und nennt ihn manchmal › das Ruhige ‹ .«
    »Das Ruhige?« Achilles versucht, sich einen schweigenden Gott vorzustellen. Ein solcher Gottesbegriff liegt jedenfalls weit außerhalb seines Erfahrungsbereichs.
    »Ja«, knurrt Hephaistos über die Kapuzen-Kopfhörer. »Nur dass dieses › Ruhige ‹ nicht der gesamte einzige allmächtige Gott ist, sondern nur eine seiner vielen Manifestationen.«
    »Dann glaubt der Demogorgon also doch an mehr als einen Gott.«
    »Nein«, beharrt der Gott des Feuers und des Handwerks. »Dieser große Gott hat nur viele Gesichter oder Avatare oder Erscheinungsformen, so wie Zeus, wenn er eine Sterbliche v ö geln will. Du weißt ja, dass Zeus sich einmal in einen Schwan verwandelt

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