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Pfad der Schatten reiter4

Pfad der Schatten reiter4

Titel: Pfad der Schatten reiter4 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: britain
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Schwarzschleierwald gewesen und hast es überlebt. «
    »Ich war damals nicht ganz bei mir …« Karigan fuhr sich mit der Hand über die Augen.
    Laren wusste, dass dies eine Untertreibung war. Karigan war zuerst vom Geist Mornhavons des Schwarzen und dann von dem des Ersten Reiters besessen gewesen.
    Karigan zitterte. »Er war … er wusste alles über mich.«
    Mornhavon, meinte sie damit. Laren konnte sich nicht vorstellen, wie es war, wenn jemand anders die eigenen Handlungen kontrollierte und man lediglich Zuschauer im eigenen Körper war. Zu welchen Bereichen von Karigans Wesen hatte er Zugang gehabt? Was für eine schreckliche Vergewaltigung musste das gewesen sein! Laren begriff jetzt erst, was sie von Karigan verlangte. Ja, Mornhavon mochte dank Karigans Einmischung momentan aus dem Schwarzschleier vertrieben worden sein, aber was würde geschehen, wenn er wieder auftauchte, während die Gruppe der Eleter und Sacorider noch dort war?
    Das spielte keine Rolle. Karigan war trotzdem am besten geeignet, und Laren war ihre Kommandantin. Sie konnte es sich nicht leisten, ihre professionelle Meinung aus persönlichen Gründen zu ändern. Karigan würde tun, wie ihr befohlen wurde. Das war ihre Pflicht.
    Falls Karigan irgendwelche Zweifel hegte, sagte Laren: »Ich weiß, wir haben in der Vergangenheit viel von dir verlangt, und ich weiß von keinem Reiter, der mehr ertragen hätte als du. Wenn du mir jetzt sagst, dass ich lieber jemand anderen schicken soll, dann werde ich einen andern auswählen. Aber ehrlich gesagt fällt mir kein Reiter ein, der größere Chancen hat als du, lebend aus dem Schwarzschleierwald zurückzukehren.
« Damit deutete sie an, dass jeder andere Reiter, der an Karigans Stelle ging, nicht zurückkommen würde, und dass Karigan die Schuld daran tragen würde.
    Karigan blickte auf ihre Knie, als sie die Andeutung begriff. »Ich werde selbstverständlich gehen.«
    Laren nickte. Ihre eigene Manipulation widerte sie an, aber dennoch hatte sie nur die Wahrheit gesagt. »Vielleicht könnt ihr dort Antworten finden, die uns helfen, sowohl mit dem Schwarzschleierwald als auch mit Mornhavon fertig zu werden. Und natürlich müssen wir auch wissen, warum die Eleter so darauf erpicht sind, den Schwarzschleierwald zu erforschen. Wir glauben, dass sie hauptsächlich von dem Wunsch getrieben sind zu erfahren, was aus Argenthyne geworden ist.«
    Karigan schwieg immer noch, aber bei der Erwähnung des uralten, verlorenen Landes der Eleter sah Laren etwas in ihren Augen aufflackern, etwas Unerforschliches, das sie schon einmal darin gesehen hatte. Geheimnisse, Zeitlosigkeit. Karigan schien so fern, als hätte sie das dunkle Land bereits betreten. Und dann verschwand das Rätsel so schnell, wie es gekommen war.
    »Wer sonst?«, fragte Karigan.
    »Wie?«
    »Sie sprachen von mehreren Reitern. Wen werden Sie außerdem schicken?«
    »Ich habe noch keine endgültige Wahl getroffen.« Und das war die Wahrheit. Es war nicht leicht zu entscheiden, welche Reiter sie für eine so gefährliche Mission auswählen sollte. »Hast du irgendwelche Vorschläge?«
    Karigan schüttelte den Kopf. »Wann?«
    »Ihr sollt zur Tagundnachtgleiche am Wall sein. Die Eleter legen Wert darauf, dass die Tage allmählich länger als die Nächte werden, wenn sie den Wald betreten.«
    Karigan starrte durch die Schießscharte nach draußen.
Fahles Licht fiel über ihr Gesicht und schimmerte in ihren Haaren. Ihr Schweigen beunruhigte Laren. Es wäre leichter gewesen, wenn Karigan protestiert und geschrien und ihren Stuhl quer durchs Zimmer geschleudert hätte … irgendetwas.
    »Hast du noch Fragen an mich?«, fragte Laren.
    Karigan schüttelte den Kopf, und das Licht wurde von ihrem lang herabfallenden Haar zurückgeworfen.
    Larens Herz war schwer, weil sie Karigans Reaktion nur als Resignation deuten konnte. »Falls dir doch noch Fragen einfallen, oder wenn du einfach nur darüber sprechen willst, dann komm zu mir.«
    Dieser Versuch, irgendeine Reaktion bei Karigan hervorzurufen, schlug fehl, also entließ Laren sie. Als sich die Tür hinter Karigan geschlossen hatte, stand Laren einige Augenblicke lang still da und empfand tiefes Bedauern. Sie wusste, dass sie noch mehr zu bedauern haben würde, wenn sie endlich beschlossen hatte, welche Reiter Karigan in den Schwarzschleierwald begleiten sollten. Sie musste die Erfahrung und die magischen Fähigkeiten eines jeden Reiters berücksichtigen, um zu entscheiden, wer der Expedition am meisten

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