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Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Privatdetektive (16 Romane in einem Band)

Titel: Privatdetektive (16 Romane in einem Band) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alfred Bekker
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irgendwelchen Parties eingeladen wurde, kam er meistens nicht. Seine Begründungen waren immer ein bißchen an den Haaren herbeigezogen, aber warum sollte ich mich darum kümmern? Schließlich kann ja jeder leben, wie er will, oder finden Sie nicht?"
    "Natürlich", murmelte Walker. Nur machte Leslie Cravens Lebensweise es nicht gerade einfach für einen Detektiv, seine Spur aufzunehmen oder sich überhaupt nur ein Bild von ihm zu machen. Alles blieb seltsam blaß. Da war eine Fotographie auf einem Betriebsfest. Und das war's schon. Ein Mann ohne Ecken und Kanten. Ohne Profil, ohne Unverwechselbares. Das einzig Außergewöhnliche schienen seine Sprachkenntnisse zu sein.
    Ridley atmete tief durch.
    "Die einzige, die etwas mehr mit ihm zu tun hatte, war Carla Davis", hörte Jo ihre Stimme. "Sie sitzt da hinten am Fenster und telefoniert gerade. Fragen Sie sie mal."
    "Danke."
    Als Jo an Carlas Schreibtisch trat, bot sie Jo mit ihren gestikulierenden Armen einen Platz an, während sie gleichzeitig den Hörer zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt hatte und in einer Akte herumblätterte.
    Zwei Minuten später war sie damit fertig und reichte Jo die Hand.
    Jo stellte sich vor kam gleich zur Sache: "Man hat mir gesagt, Sie hätten am meisten mit Leslie Craven zu tun gehabt. Vielleicht wissen Sie ja etwas, das mir hilft, ihn zu finden."
    Carla Davis musterte Jo einen Augenblick lang mit ihren meergrünen Augen. Sie war eine hübsche Frau. Ein Typ, der Jo gefallen konnte. Aber im Augenblick hatte er sich auf anderes zu konzentrieren.
    Carla beugte sich etwas vor und zuckte die Achseln.
    "Wir sind mal miteinander ausgegangen", berichtete sie dann. "Aber über sich selbst hat er nie viel geredet."
    "Ja, das sagte mir Ihre Kollegin Ridley schon. Gab es vielleicht eine Frau in seinem Leben?"
    Carla zögerte eine Sekunde und schüttelte dann den Kopf. "Nein."
    "Sie haben gezögert."
    "Ja. In der ersten Zeit, als er hier war, hatte ich die Vermutung, daß er in festen Händen wäre. Aber mir scheint, das war ein Irrtum."
    "Waren Sie mal in seiner Wohnung?"
    "Ja, einmal. Und nur sehr kurz. Es war an dem Tag, als wir ins Theater fuhren. Er hatte irgend etwas zu Hause vergessen, deshalb sind wir bei ihm vorbeigefahren. Erst wollte er mich nicht mit hinauf nehmen, aber ich habe ihn etwas gedrängt." Ein Lächeln ging über ihre vollen Lippen. "Es interessierte mich einfach, wo Leslie zu Hause war."
    "Wann war das?"
    "Schon ein paar Wochen her."
    "Aber es war dieselbe Adresse, die in seinen Unterlagen steht?"
    "Ja."
    "Haben Sie eine Ahnung, weshalb seine Vermieterin jetzt behauptet, Craven nicht zu kennen?"
    Auf Carlas Stirn bildeten sich ein paar Falten. "Nein", meinte sie, "ich habe keine Ahnung. Diese Frau machte zwar einen etwas schrulligen Eindruck, aber..."
    Jo hob die Augenbrauen. "Sie haben die Dame mal getroffen?"
    "Ja. Sie begegnete uns auf der Treppe." Carla zuckte die Achseln. "Ich glaube nicht, daß das Zufall war. Vermutlich sitzt die Frau den ganzen Tag herum und hat nichts Besseres zu tun, als andere Leute zu beobachten. Warum sie jetzt lügt, weiß ich nicht."
    "Tun Sie mir einen Gefallen?"
    "Welchen?"
    "Kommen Sie mit mir und stellen Sie Mrs. Raglan einmal diese Frage. Sie kann Ihnen gegenüber unmöglich Ihre Behauptung Aufrecht erhalten, Leslie nicht zu kennen."
    Sie überlegte kurz. Dann nickte sie. "Nach Büroschluß?"
    "Okay. Ich hole Sie ab!"

    *

    Als Jo zurück in seiner Residenz in der Seventh Avenue war, hatte April eine interessante Neuigkeit für ihn auf Lager.
    "Ich habe spaßeshalber mal ein bißchen in Cravens Lebenslauf herumgestöbert und mich bei seiner ehemaligen High School in Chicago erkundigt, ob man dort noch einen Leslie Craven kennt."
    "Und?"
    "Sie hatten dort einen Schüler mit diesem Namen. Auch in den Jahrgängen, die Craven in seinem Lebenslauf angegeben hat, den er bei seiner Bewerbung für die Franklin-Agentur abgab."
    Jo hob die Augenbrauen. "Na und? Dann scheint doch alles in Ordnung!"
    "Ich habe noch etwas herumtelefoniert und die Spur dieses Leslie Craven zu verfolgen versucht. Er ging zur Army und starb mit zweiundzwanzig bei einem Verkehrsunfall." Jo pfiff durch die Zähne. "Mit anderen Worten, an unserem Kandidaten ist etwas faul."
    "Ja. Der Mann, den Mister Franklin in seiner Agentur angestellt hat, kann, ist nicht Leslie Craven."
    "Hast du mal seine Berkeley-Jahre unter die Lupe genommen?"
    "Das mache ich noch."
    "Viel Glück dabei. Leute, die Japanisch belegt haben, dürften ja

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