Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Sämtliche Werke

Titel: Sämtliche Werke Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Heinrich Heine
Vom Netzwerk:
»Fausts« benutzt die »Sakontala«.
    ~
    Die epischen Gedichte der Indier sind ihre Geschichte; doch können wir sie erst dann zur Geschichte benutzen, bis wir die Gesetze entdecken, nach welchen die Indier das Geschehene ins phantastisch Poetische umwandeln; dies ist uns noch nicht bei der Mythologie der Griechen gelungen, doch mag es bei diesen schwerer sein, weil diese das Geschehene beständig zur Fabel ausbildeten in immer bestimmterer Plastik. Bei den Indiern hingegen bleibt die phantastische Umbildung noch immer Symbol, das das Unendliche bedeutet und nicht nach Dichterlaune in bestimmteren Formen ausgemeißelt wird.
    ~
    Der Kaiser Napoleon I. – keusch wie Eisen – Seine Feinde – die Nebelgespenster, die des Nachts die Vendômesäule umtanzen und hineinbeißen –
    ~
    Man weiß nicht, warum unsere Fürsten so alt werden – sie fürchten sich zu sterben – fürchten in der anderen Welt den Napoleon zu finden –
    ~
    Wie die Griechen das Leben blühend und heiter darstellten und zur Aussicht gaben die trübe Schattenwelt des Todes, so hingegen ist nach christlichen Begriffen das jetzige Leben trüb und schattenhaft, und erst nach dem Tod kommt das heitre Blütenleben. Das mag Trost im Unglück geben, aber taugt nicht für den plastischen Dichter. Drum ist die »Ilias« so heiter jauchzend, das Leben wird um so heiterer erfaßt, je näher unsre Abfahrt zur zweiten Schattenwelt, z.B. von Achilles.
    ~
    Der preußische Adel ist etwas Abstraktes, er bezieht sich rein auf den Begriff der Geburt, nicht auf Eigentum – sie haben kein Geld –
    ~
    Clauren ist jetzt in Deutschland so berühmt, daß man in keinem Bordell eingelassen wird, wenn man ihn nicht gelesen hat –
    ~
    Russisches Datum –
    Ich habe jetzt die letzte Gelegenheit, etwas…
    ~
    Die beste Geschichte:
    Marktschreier zu Pferd, ironisch spricht er von den Ärzten zu Fuß, von ihrer Operation beim Zahnausziehn, ominöses Niedersetzen – ein Buckeliger läßt sich den Zahn ausziehn –
    ~
    Blinder Scharlatan auf dem Markt, verkauft Augenwasser, das gegen Blindheit schützt, er hat selbst nicht dran geglaubt und ist blind geworden. Tragische Schilderung der Blindheit –
    ~
    Der Taschenspieler hat das Bild von der Hochzeit zu Kana aufgesteckt, wie Christus Wein und Brot macht, ein Stückchen, welches weder Bosco noch Habit, ja nicht mal Jancke von Amsterdam nachmachen können.
    ~
    ›Priestertum, ein Rest frühester Zivilisation, nichts ist davon übriggeblieben als der Betrug –‹
    ~
    Eine Dame, welche schon anfing, nicht mehr jung zu sein –
    ~
    Die Toren meinen, um das Kapitol zu erobern, müsse man zuerst die Gänse angreifen –
    ~
    Mel in ore, verba lactis,
    Fel in corde – fraus in factis.
    ~
    Philologie in Handelsstädten – Handwerker oder Philologe soll man werden, man wird zu allen Zeiten Hosen brauchen, und es wird immer Schulknaben geben, die Deklinationen und Konjugationen gebrauchen –
    ~
    Gefährlicher Gedanke – hatte ihn outside of a stage-coach –
    ~
    Da und da hatte ich einen großen Gedanken, hab ihn aber vergessen. Was mag es wohl sein? Plage mich mit Erraten –
    ~
    Tragödienkritik, wo angenommen wird, der Held wolle ganz etwas anderes, als er sagt. Durchführung des Verschweigens –
    ~
    Ein gefühlvoll helles Auge, ruhige, sinnreiche Lippen – schöne, lächelnde Blume – tiefsinnige Stimme –
    ~
    Süßlich zerquetschtes eingemachtes Gesicht mit ängstlich kleinlichen Augen – lächelnder Gang – Er sprudelte von Dummheit.
    ~
    Er ist der witzigste Kopf – es wird interessant und wichtig für die Wissenschaft sein, wenn man an seinem Schädel einst phrenologische Untersuchungen machen kann. Ich wünsche, daß man ihm den Kopf schone, wenn man ihn prügelt, damit die Beulen, die neu sind, nicht für Witz und Poesie gehalten werden –
    ~
    Er lobt sich so stark, daß die Räucherkerzchen im Preise steigen.
    ~
    Sie blinzelte mit den Augen wie eine Schildwache, der die Sonne ins Gesicht scheint.
    ~
    Bei keinem Volke ist der Glaube an Unsterblichkeit stärker gewesen wie bei den Kelten; man konnte Geld bei ihnen geliehen bekommen, um es in der anderen Welt wiederzugeben. Fromme christliche Wucherer sollten sich daran spiegeln!
    ~
    Bei den Alten rühmen sich die Patrioten beständig, z.B. Cicero. Auch zur Zeit der höchsten Freiheit die Neuern, z.B. Robespierre, Camille Desmoulins usw. Kommt bei uns diese Zeit, so werden wir uns rühmen. – Die Ruhmlosen haben gewiß recht, wenn sie die Bescheidenheit predigen. Es

Weitere Kostenlose Bücher