Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
TS 25: Die Reise des schlafenden Gottes

TS 25: Die Reise des schlafenden Gottes

Titel: TS 25: Die Reise des schlafenden Gottes Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jesco von Puttkamer
Vom Netzwerk:
Landungsboot des Expeditionsschiffes ausgesetzt hatte. Mit verengten Augen starrte er zu dem Robot hinüber, der ihm in mehreren hundert Metern Entfernung gegenüberstand.
    Keine der beiden Parteien hatte eine Waffe mitbekommen. Der Zweikampf sollte ohne die geringsten Hilfsmittel ausgetragen werden, es sei denn, sie vermochten die Rohstoffe des Planeten als Waffe hinzuzuziehen.
    Allerdings besaß der Planet keine sonderlichen Rohstoffe. Die weite Ebene war steinig und von Spalten zerrissen. Nirgendwo wuchs eine Pflanze. Am Horizont erhoben sich schroffe Felsklippen. Mehr gab es nicht. Dies war eine leblose, steinige Welt, die zwar eine Lufthülle und ein einigermaßen erträgliches Klima besaß, jedoch keinerlei organisches Leben.
    Ein Raunen durchlief die Reihen der Wissenschaftler, als jetzt Bewegung in die Szene kam. Kane stand noch immer reglos, aber der Robot hatte ihn nun ausgemacht und begann rasch auf ihn zuzugleiten.
    Sein riesiger, kugelförmiger Körper aus blauschillerndem Metall bewegte sich geschmeidig und mit ungeheurer Geschwindigkeit auf seinen acht langen, dicken Tentakeln, die aus ringförmigen Kettengliedern zu bestehen schienen.
    Kane wich einige Schritte zurück, als der Robot auf ihn zukam. Der blonde, junge Mann blickte sich suchend um und bückte sich dann rasch. Als er sich wieder aufrichtete, stieß ein Mann neben Matchett einen überraschten Pfiff aus. Ein Felsbrocken von beträchtlichen Ausmaßen lag scheinbar schwerelos in den Händen Kanes.
    „Dachten Sie, ein Schwächling hätte die geringsten Chancen, Jeff?“ fragte Matchett belustigt und starrte dann wieder auf den Bildschirm.
    Jetzt war der Robot bis auf wenige Meter heran. Kane hob den Stein hoch und wartete. Erst als der Robot die langen Fangarme nach ihm ausstreckte, spannte er sich und schleuderte ihm den Felsbrocken entgegen. Mit einem hallenden Krach traf er mitten auf den Kugelkörper des Robots, und das Metallungetüm schien sekundenlang zu taumeln. Dann aber bewegten sich seine Arme mit unfaßbarer Schnelligkeit.
    Ein Schreckensschrei erklang im Auditorium, und selbst Matchett fühlte sich einen Augenblick lang erstarren. Wilson Asher Kane wurde von den schenkelstarken Armen des Robots ergriffen und hoch empor gewirbelt. In einem weiten Bogen schleuderte ihn der Robot durch die Luft. Er überschlug sich einige Male und stürzte mehrere Dutzend Meter entfernt zu Boden.
    Und er erhob sich sofort wieder.
    Ein Aufatmen ging durch die Reihen der Zuschauer.
    Kane schien äußerlich völlig unverletzt, und das grenzte für die Wissenschaftler an ein Wunder. Er stand einen Moment still und blickte sich suchend um. Dann erspähte er die fernen Felsklippen am Horizont. Während der Robot noch auf ihn zuschnellte, schien er zu einem Entschluß zu kommen. Er setzte sich abrupt in Bewegung und begann, auf die Klippen zuzulaufen.
    Der Robot steigerte seine Geschwindigkeit, und der Abstand verringerte sich rasch.
    „Er hat nicht die geringsten Chancen“, sagte Parkinson, der hinter Matchett saß.
    Aber als der Robot aufgerückt war und wieder seine Arme nach dem eilenden Flüchtling ausstreckte, passierte etwas Ungeheuerliches. Kane vollzog einen fast unmerklichen Schrittwechsel und schoß im nächsten Sekundenbruchteil wie auf Adlerflügeln davon. Mit unfaßbarem Tempo zog er von dannen und ließ den Robot buchstäblich auf der Stelle stehen. Ein erregtes Raunen ging durch die Zuschauer.
    Ein Mann tippte Matchett auf die Schulter und fragte flüsternd: „War Ihr Techniker auf der Erde Hundertmetersprinter, Doug?“
    Matchett grinste und sagte nichts.
    Ein anderer murmelte: „Wetten, daß der mit Drogen gedopt ist?“
    Der Robot setzte die Verfolgung mit erhöhter Geschwindigkeit fort, aber Kane vergrößerte in den nächsten Minuten stetig den Abstand zu ihm. Die Zeit verstrich, aber statt daß sein Lauftempo nachgelassen hätte, schien es sich noch zusehends zu steigern.
    Fassungsloses Staunen ergriff die Wissenschaftler.
    Nach einer Stunde waren die Felsklippen nahe herangerückt. Erst jetzt begann Kane, sein Tempo zu verlangsamen. Und plötzlich hielt er inne und blieb stehen. Fast augenblicklich erkannten die Zuschauer den Grund.
    Dicht vor ihm zog sich eine breite Felsspalte über die Ebene, deren schier bodenloser Abgrund den Weg zu den Klippen verlegte. Kane blickte sich um und stellte fest, daß sich der Robot jetzt rasch näherte. Nur noch Sekunden, dann würde er ihn erreichen. Er sah wieder auf die Felsspalte und trat

Weitere Kostenlose Bücher