Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Vergeben, nicht vergessen

Titel: Vergeben, nicht vergessen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Catherine Coulter
Vom Netzwerk:
koksenden Rockstar zu schützen. Er wusste vermutlich auf die Sekunde genau, wann ich dich entjungfert habe. Am nächsten Tag hatte ich dann Besuch von ihm. Das war auch der Tag, an dem ich endlich begriffen habe, wer dein Vater wirklich ist.«
    »Und du lügst nicht? Mein Vater hat dich gezwungen, mir einen Heiratsantrag zu machen?«
    »Du wirst doch wohl nicht im Ernst annehmen, dass ich dich als Ehefrau haben wollte, oder? Komm schon, Molly, noch nicht einmal du bist so dumm. Junge, frische Mädchengesichter haben es mir schon von jeher angetan. Du hast mich angesehen, als ob ich ein Gott wäre. Und da wollte ich mich selbst nun auch nicht kasteien. Ich musste Geduld haben und ein paar Spielchen spielen, damit du für mich die Beine breit machst. Ich wollte dich entjungfern. Jungfrauen waren mir von jeher das Liebste. Und genau das habe ich auch getan. Doch kurz nachdem du am Morgen gegangen warst, stand dein Papa vor meiner Tür.« Louey zuckte mit den Schultern. »Ich kann mich noch gut an einen Typen aus seinem Schlägertrupp erinnern. Es war derjenige, der vor einer Weile einen Kopf kürzer gemacht wurde. Er hatte riesige Hände. Er packte mich am Genick und hob mich vom Boden. Dann hat mir dein Papa dargelegt, wie sich die Dinge zu gestalten hätten. Er hat mir befohlen, meinen Heiratsantrag seiner Tochter gegenüber in aller Ernsthaftigkeit vorzutragen. Er sagte, wenn ich seiner Tochter gegenüber untreu werden sollte, würde er mein Gesicht derart zu Brei schlagen, dass mich nie wieder jemand ansehen würde. Ich habe ihm geglaubt.«
    »Du warst recht überzeugend«, erwiderte sie und staunte darüber, dass sie die Worte überhaupt in den Mund, geschweige denn über die Lippen bekam. »Ich kann mich noch gut an den Abend erinnern. Aber du hast mit vielen anderen Frauen geschlafen.«
    Louey zuckte mit den Schultern. »Klar, was sollte ich auch anderes tun, als ich mit dir verheiratet war? Schließlich habe ich deinen Alten angerufen und ihm gestanden, dass ich auch noch mit anderen Sex hatte. Ich habe ihm gesagt, dass du an der Sache keinerlei Interesse gezeigt hast. Was sollte ich denn tun?«
    Louey lachte. Er lachte tatsächlich. »Dein Vater hat mir dann die Erlaubnis gegeben und mir geraten, die Angelegenheit sehr diskret durchzuziehen.«
    Demütigung und Wut überschwemmten sie. Sie riss ihren Arm zurück und versetzte ihm einen harten Faustschlag in den Magen. Ihm blieb die Luft weg. Keuchend griff er sich an den Bauch und krümmte sich.
    »Du elender Mistkerl«, sagte sie leise. »Du gottverdammter widerlicher Mistkerl. Du bist zu allem fähig, nicht wahr? Es stimmt, dass du der einzige Mann bist, mit dem ich jemals geschlafen habe. Ich habe also keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber lass dir eines gesagt sein, Louey, Spaß hat es mir mit dir nicht ein einziges Mal gemacht. Von den Erzählungen anderer Frauen zu schließen, warst du immer und überall ein rücksichtsloses Schwein im Bett. Und ich habe es hingenommen, weil ich es nicht anders kannte.
    In dir ist nichts als Habgier und Selbstsucht. Und du besitzt einen Überlebensinstinkt, der offenbar so ausgeprägt ist, dass du genau gemerkt hast, dass Mason dich kaltgestellt hätte, wenn du dich nicht seinen Wünschen entsprechend verhalten hättest. Hast du Emma entführen lassen? Du brauchst Geld. Du brauchst ständig Geld. Und du wusstest, dass Mason jeden Preis für ihre Freilassung zahlen würde. Es war dir ganz gleich, woher das Geld kommen würde.« Keuchend hielt sie inne, dann schlug sie sich mit der Hand gegen die Stirn. »Wie konnte ich nur so dumm sein? Du wolltest nicht, dass mein Vater in die Sache hineingezogen würde. Du wolltest, dass ich allein die Lösegeldsumme zahlen würde. Das wiederum würdest du als Erstattung deines Geldes betrachten.
    Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass du es getan hast, doch jetzt denke ich anders. Du schuldest überhaupt niemandem viel Geld, nicht wahr? Du bist derjenige, der sie hat entführen lassen. Du wolltest dein Geld zurück.«
    Sie schlug ihm in den Magen. »Und du hast einen Kinderschänder angeheuert, um sie zu entführen. Das hast du deiner eigenen Tochter angetan! Was für ein Mensch bist du nur?«
    Wieder schlug sie zu. Er stand immer noch vornübergebeugt und rang nach Luft. »Nein«, brachte er mühsam hervor. »Das habe ich nicht getan. Schlag mich nicht noch einmal, Molly, ich meine es ernst. Kannst du dich noch erinnern, wie ich dich vor drei Jahren verprügelt habe? Ich würde es noch

Weitere Kostenlose Bücher