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Ziel erfasst

Ziel erfasst

Titel: Ziel erfasst Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tom Clancy
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hatten nichts miteinander zu tun. Aber einige bei der CIA waren überzeugt davon, dass es da eine Gemeinsamkeit geben müsse, die sie alle verband, einen, der ihre Operationen koordinierte. Es sah aus, wie wenn sie von derselben Person angeführt, zumindest aber beraten wurden.«
    »Wollen Sie damit sagen, dass Riaz Rehan dieser Forrest Gump sein könnte?«
    Mary Pat zuckte die Achseln und schüttete den Rest ihres Kaffees hinunter. »Noch vor ein paar Monaten war er nur ein weiterer unauffälliger General, der eine Abteilung des ISI leitete. Seitdem haben wir eine Menge über ihn erfahren, und nichts davon gefällt uns. Graben Sie weiter.«
    »Geht in Ordnung, Ma’am«, sagte Melanie und stand auf, um zu ihrem Schreibtisch zurückzukehren.
    »Aber nicht mehr heute Abend. Raus mit Ihnen! Gehen Sie nach Hause und legen Sie sich aufs Ohr. Oder noch besser, rufen Sie Junior an. Er soll Sie zu einem späten Abendessen ausführen.«
    Melanie lächelte und schaute auf den Boden.
    »Er hat heute angerufen. Wir treffen uns morgen.«
    Jetzt lächelte Mary Pat Foley.
     

40
    J ohn Clark war ein Anfänger auf dem Gebiet des Forellenangelns. Er sah ein, dass er noch eine Menge zu lernen hatte. Ein paar Mal hatte er tatsächlich im Bach seines Nachbarn einige Regenbogen-und Bachforellen gefangen. Dagegen hatten ihm die Bäche und Teiche auf seiner eigenen Farm bisher nichts außer einem großen Frust eingebracht. Sein Nachbar hatte ihm erzählt, dass es auf Clarks Grundstück schöne Forellen gebe. Ein anderer Einheimischer hatte dem jedoch widersprochen. Das, was man in kleinen Bächen wie denen auf Clarks Farm als Forellen bezeichne, seien in Wirklichkeit nur Bachdöbel aus der Familie der Weißfische, die bis zu dreißig Zentimeter lang wurden. An der Angelschnur wehrten sie sich dann so heftig, dass unwissende Amateurangler glaubten, sie kämpften gegen eine Forelle.
    John beschloss, sich ein Angel-Lehrbuch zu besorgen und es zu lesen, wenn er einmal Zeit dazu hatte. Zurzeit stand er in seinen Watstiefeln im Bach seines Nachbarn, schwang seine Rute in der Luft vor und zurück und warf dann die Fliege in das langsam fließende Gewässer. Er wiederholte diesen Vorgang unzählige Male.
    Es sah schon wie Fliegenfischen aus, mit Ausnahme der Tatsache, dass er die ganze Zeit keinen einzigen müden Fisch erwischte.
    John gab für diesen Nachmittag auf und holte eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit die Angelschnur ein. Obwohl er keinen Fisch dazu bringen konnte, in seine Fliege zu beißen, war es doch ein guter Tag gewesen. Seine Schusswunde war fast wieder verheilt, er konnte ein paar Stunden die Einsamkeit und die gute Luft genießen und vor seinem erholsamen Nachmittag hatte er noch im Eheschlafzimmer seines Farmhauses die erste Farbe aufgetragen. Am kommenden Wochenende war die nächste Farbschicht dran. Dann würde er Sandy hier herausbringen, um von ihr das Okay zu bekommen. Erst danach konnte er mit dem Streichen des Wohnzimmers anfangen.
    Außerdem hatte heute niemand auf ihn geschossen und er musste auch selbst niemand töten oder um sein Leben rennen.
    Jawohl, das war ein wirklich guter Tag.
    John packte seine Angelausrüstung zusammen, schaute zum grauen Himmel hinauf und fragte sich, ob sich so der Ruhestand anfühlte.
    Er packte seinen Angelkasten und seine Angelrute und schüttelte den Gedanken ab, wie er die kalte Brise ignorierte, die von den Catoctin Mountains im Westen herunterblies. Bis zu seinem Farmhaus war es ein schöner halbstündiger Spaziergang durch den Wald. Er stieg aus dem Bach auf einen halb überwachsenen Pfad hinauf.
    Johns Farm lag im Frederick County westlich von Emmitsburg, keine zwei Kilometer von der Grenze zu Pennsylvania entfernt. Er und Sandy hatten seit ihrer Rückkehr aus Großbritannien nach etwas auf dem Land gesucht. Dann hatte ihm ein alter Navy-Kumpel, der sich nach seiner Pensionierung auf eine kleine Milchfarm zurückgezogen hatte, um mit seiner Frau Käse herzustellen, erzählt, dass vor einem einfachen Farmhaus ein »Zu verkaufen«-Schild stehe. Insgesamt sei das ganze Grundstück zwanzig Hektar groß. John und Sandy fuhren sofort hin, um es sich anzusehen.
    Der Preis war annehmbar, da das Anwesen etliche Renovierungsarbeiten nötig hatte.
    Sandy verliebte sich sofort in das alte Haus und die Landschaft, und so unterschrieben sie am Ende des letzten Frühjahrs den Kaufvertrag.
    Seitdem hatte John beim Campus so viel zu tun gehabt, dass er nur selten herauskam, um ein paar

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