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Zonta-Norm regelwidrig

Zonta-Norm regelwidrig

Titel: Zonta-Norm regelwidrig Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: K. H. Scheer
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von den So­gh­mo­lern.«
    Ich grins­te ihn an.
    »Se­hen Sie, wie ein­fach die Sa­che wird, wenn Sie sich klar und deut­lich aus­drücken?« lob­te ich. »Üb­ri­gens hat Ih­re Theo­rie et­was für sich. Ich bin so­gar be­reit zu un­ter­stel­len, daß sie rich­tig ist. Aber wei­ter­hel­fen kann sie uns vor­läu­fig nicht. Wir sind wei­ter­hin dar­auf an­ge­wie­sen, den Su­per­ko­da­tor so rasch wie mög­lich zu fin­den.«
    »In der Tat, Sir«, ant­wor­te­te Stea­mers ein we­nig ent­täuscht und schritt trotz­dem hoch­er­ho­be­nen Hauptes da­von.
    Als sei Stea­mers’ Ab­gang sein Stich­wort ge­we­sen, tauch­te plötz­lich Fra­mus G. Al­li­son auf. Ich weiß nicht, wie der Mann es fer­tig­bringt, selbst in ei­nem kli­ma­ti­sier­ten Raum­an­zug zu schwit­zen; auf je­den Fall aber war sein schüt­teres Haar schon wie­der oder viel­leicht noch im­mer schweiß­ver­pappt und kleb­te ihm tief in der Stirn.
    Er grins­te ver­le­gen und sag­te:
    »Ich ha­be ei­ne Theo­rie, Sir!«
    Ver­blüfft starr­te ich ihn an.
    »Das hab’ ich doch eben schon ein­mal ge­hört!« staun­te ich.
    »Von mir?« frag­te er ein­fäl­tig.
    »Nein, na­tür­lich nicht. Al­so schie­ßen Sie los, Fra­mus!«
    Er mach­te ei­ne fah­ri­ge Hand­be­we­gung, die den Schacht hin­auf- und hin­un­ter­zeig­te. Da­zu sag­te er:
    »Die­ser Schacht als Ver­kehrs­weg er­gibt über­haupt kei­nen Sinn.«
    »Sie ha­ben den Na­gel auf den Kopf ge­trof­fen, Mann!« ant­wor­te­te ich sar­kas­tisch. »Wie ha­ben Sie das nur her­aus­ge­fun­den?«
    Er ließ sich nicht aus der Ru­he brin­gen.
    »Da die al­ten Mar­sia­ner aber ge­wiß nicht nur zum Spaß einen sinn­lo­sen Schacht ge­baut ha­ben, muß die Sinn­lo­sig­keit ei­ne schein­ba­re sein. Das heißt: Wir se­hen den Schacht nicht mit rich­ti­gen Au­gen.«
    Dies­mal rea­gier­te ich nicht. Ich kann­te Al­li­son: Wenn er an­fing, über et­was nach­zu­den­ken, brach­te er es ge­wöhn­lich zu ei­nem höchst brauch­ba­ren Er­geb­nis. An­de­rer­seits konn­te man ihm leicht den Mut neh­men, wenn man ihn zu of­fen­sicht­lich ver­spot­te­te. Ich nahm al­so mei­nen Sar­kas­mus in die Zü­gel.
    »Von hier zu der Han­gar­hal­le«, fuhr er fort, als er merk­te, daß ich dar­auf war­te­te, »führt an­schei­nend nur der Gang, durch den wir ge­kom­men sind. Er ist nicht weit und hoch ge­nug für den Trans­port sper­ri­ger Gü­ter. Man wird al­so nicht weit von der Wahr­heit ent­fernt sein, wenn man an­nimmt, daß er haupt­säch­lich dem Per­so­nen­ver­kehr diente. Da die Han­gar­hal­le ver­mut­lich als Ab­stell­platz von Raum­schif­fen diente, könn­te man mei­nen, die Per­so­nen, die durch den Gang ver­kehr­ten, müß­ten die Be­sat­zun­gen der Schif­fe ge­we­sen sein.«
    Er hat­te et­was, das spür­te ich deut­lich! Er hat­te das Ge­heim­nis des Schach­tes schon am Wi­ckel!
    »Man könn­te sich wei­ter vor­stel­len, daß die­ser Schacht frü­her ein künst­li­ches Schwe­re­feld ent­hielt, durch das die Be­sat­zun­gen der Raum­schif­fe auf und ab glit­ten. Aber wo­zu dann die Ram­pe, die an der Schacht­wand em­por­läuft? Doch si­cher nicht zum Durch­klet­tern des ge­sam­ten Schach­tes, son­dern nur für kur­ze Teil­stücke, so­zu­sa­gen von Tür zu Tür!«
    »Tür zu Tür?« echo­te ich.
    »Ja«, nick­te er ernst­haft. »Ich stel­le mir vor, daß hin­ter den Wän­den des Schach­tes die Mann­schafts­quar­tie­re ge­le­gen ha­ben … oder viel­mehr lie­gen. Die Leu­te blie­ben nicht an Bord der Fahr­zeu­ge, son­dern hat­ten hier ih­re Un­ter­künf­te. Wenn dann Not am Mann war, im Alarm­fall al­so, wa­ren sie null-kom­ma-nichts wie­der bei ih­ren Schif­fen.«
    Na­tür­lich – das war es! Un­ser ver­kapp­tes Ge­nie hat­te es wie­der ein­mal er­ra­ten! In der Wand des Schach­tes muß­te es ver­bor­ge­ne Tü­ren ge­ben. Viel­leicht wa­ren die Mann­schafts­quar­tie­re auch auf der an­de­ren Sei­te an das sub­lu­na­re Gang­sys­tem an­ge­schlos­sen und wir konn­ten auf die­se Wei­se schnel­ler vor­drin­gen!
    »Wis­sen Sie, wie ich dar­auf ge­kom­men bin?« frag­te Al­li­son und grins­te da­zu wie ein Schul­jun­ge, der dem Leh­rer den Rohr­stock stie­bitzt hat.
    »Kei­ne Ah­nung«,

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