Zurueck ins Glueck
Junge sah ziemlich mitgenommen aus.
»Whiskey?«, fragte Stephanie, die am Barschrank stand.
Luke achtete überhaupt nicht auf sie. »Ich wollte nur mit Cameron sprechen.«
»Das klingt ja sehr geheimnisvoll«, neckte Stephanie ihn. »Vielleicht können wir dir ja irgendwie helfen.«
Luke sah sie an, schien einen Moment mit sich zu ringen und nickte dann.
»Schon möglich. Ich brauche dringend Gillian Johnstons Telefonnummer.«
Stephanie riss mit gespielter Verwunderung die Augen auf. »Luke Delaney, erzähl mir nicht, dass es tatsächlich einer Frau gelungen ist, dein Herz zu erobern«, spottete sie.
Luke maß sie mit einem kalten Blick. Ihre Art von Humor
lag ihm überhaupt nicht. »Ich möchte einfach nur mit ihr sprechen.«
Stephanie reichte ihm den Whiskey, um den er gar nicht gebeten hatte, bot ihm aber kein Wasser dazu an. In Dunross galt es als Sakrileg, Judges Whiskey mit Wasser zu verdünnen.
James erbarmte sich des jungen Mannes. »Du meinst eine von Samanthas Freundinnen, nicht wahr?«
Luke nickte. »Ja. Eine der Brautjungfern.«
»Da hast du Glück, die Nummer kann ich dir geben.« James lächelte. Er freute sich sichtlich, Luke aus der Klemme helfen zu können. »Sie steht im Adressbuch in meinem Arbeitszimmer, ich werde sie schnell holen«, sagte er, während er sich zur Tür wandte.
»Was machst du denn mit der Telefonnummer von dieser Frau, Daddy?«
»Nicht das, was du denkst. Sie wohnt mit Sam zusammen, daher kenne ich die Nummer. Du kannst sie sicher in der Wohnung in Dublin erreichen, Luke.« Befriedigt registrierte er, dass sich Lukes Miene aufhellte und ein dankbares Lächeln auf sein Gesicht trat.
»Und wozu brauchst du bitte schön Samantha Whites Privatnummer, Dad?«, zog Stephanie ihren Vater auf, aber jetzt hatte sich ein Anflug von Schärfe in ihre Stimme geschlichen. Sie verübelte es ihrer Fast-Schwägerin immer noch, dass sie die Familie in einen so üblen Skandal verwickelt hatte.
»Wir arbeiten zusammen, falls du das vergessen hast«, erwiderte James, ehe er den Raum verließ.
»Ich dachte, du wärst im Ruhestand«, grollte sie in ihr Glas, dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem Gast zu.
»Du hast dich also in Gillian Johnston verguckt, Luke? Ich weiß nicht... ich glaube, die Dame ist nicht ganz dein Kaliber.«
Luke gab keine Antwort, sondern musterte sie nur kühl, während er einen großen Schluck Whiskey trank.
»Was ist los? Seit wann bist du so schüchtern? Keine Angst, ich sag’s auch niemandem weiter. Viel Glück bei deinem Eroberungsfeldzug!«
Da Luke nach wie vor beharrlich schwieg, mixte sich Stephanie noch einen Drink. Der Alkohol half ihr, sich zu entspannen. »Wusstest du, dass David und ich uns getrennt haben?«
Endlich bequemte sich Luke, den Mund aufzumachen. »Das tut mir leid. Davon hatte ich keine Ahnung.«
»Tja, so kann’s manchmal gehen.« Stephanie zuckte die Achseln, dann zwinkerte sie Luke zu, als wäre ihr plötzlich ein Gedanke gekommen. »Das heißt«, sie trat zu ihm und blieb direkt vor ihm stehen, »dass ich wieder zu haben bin.« Mit einer Hand strich sie über seine stoppelige Wange. Luke zuckte mit keiner Wimper. »Auf deine Art bist du ein recht gut aussehender Mann. Wenn es mit Gillian nicht klappt, könntest du mit mir ja mal etwas trinken gehen und mich ein bisschen aufheitern.«
Luke fand sie nicht sonderlich attraktiv, musste aber zugeben, dass sie die Flirtkunst perfekt beherrschte. »Gillian und ich sind schon zusammen«, erwiderte er, dabei löste er ihre Hand unsanft von seiner Wange.
Stephanie nahm die Abfuhr übel auf. Sie wandte sich ab und ließ sich in einem Sessel am Feuer nieder. »Das sieht mir aber nicht so aus, wenn du noch nicht einmal ihre Telefonnummer hast«, höhnte sie.
In diesem Moment kam James in die Bibliothek zurück.
»So, das hätten wir, mein Junge. Dies hier ist Samanthas Privatnummer. Sie teilt sich die Wohnung mit ihren beiden Brautjungfern, also wirst du deine Gillian sicher dort erreichen.«
Luke leerte sein Glas, dann gingen die beiden Männer gemeinsam zur Tür hinaus. Sie waren fast gleich groß. James legte Luke einen Arm um die Schultern und blickte sich um, um sich zu vergewissern, dass Stephanie ihn nicht hören konnte. Dann flüsterte er: »Ich habe mir die Freiheit genommen, auch die Adresse aufzuschreiben, falls du ihr irgendwann einmal einen kleinen Besuch abstatten willst.«
Daraufhin sah er Luke Delaney zum ersten Mal breit und strahlend lächeln. Den Jungen
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