Zurueck ins Glueck
meiner Arbeit.«
»Woran arbeitest du denn gerade?«, fragte er, bemüht, Interesse zu heucheln. Marcus war kein Kunstliebhaber, und die Art von Kunst, wie Caroline sie produzierte, lag ihm schon gar nicht. Ihre Bilder waren zwar nicht völlig abstrakt, man konnte Gesichter und Gegenstände erkennen, aber alles, was sie malte, wirkte irgendwie grotesk verzerrt. Einmal hatte er versucht, sie deswegen auf den Arm zu nehmen. »Siehst du die Menschen wirklich so?«, hatte er gefragt, woraufhin sie zu seiner Überraschung genickt und todernst »ganz genau so« geantwortet hatte. An diesem Tag hatten sie zum ersten Mal miteinander
geschlafen. Die arme Caroline bildete sich tatsächlich ein, er würde sie und – noch schwerer zu glauben – ihre Kunst verstehen. Doch das Einzige, was Marcus an ihr interessierte, war ihr Bankkonto. Seine süße kleine Caroline war eine Judge. Marcus sah ein Leben voller Whiskey, freier Kost und Logis und vor allem reichlich Geld vor sich. Sie hatte sich in ihn verliebt, und jetzt brauchte er nur noch ein paar Monate zu warten und sie dann zu bitten, seine Frau zu werden. Wenn er ihr zu überstürzt einen Heiratsantrag machte, lief er Gefahr, dass ihre Familie Verdacht schöpfte. Marcus trieb die Dinge so schnell voran, wie er es wagte, und bislang lief alles nach Plan, dachte er selbstgefällig, während er Caroline beobachtete.
»Du bist wirklich sexy, wenn du den Kopf so in den Nacken wirfst wie eben«, bemerkte er.
»So?« Ihre großen braunen Augen weiteten sich. »Soll ich das noch mal machen?« Sie fuhr sich mit der Zungenspitze lockend über die Lippen.
»Nicht, wenn du dir dabei noch eine Dosis von dem Scheißzeug in die Nase ziehst. Ich meine es ernst, Caroline. Du solltest allmählich die Finger davon lassen.«
»Und wenn ich das nicht tue?« Sie legte den Kopf schief und blitzte ihn herausfordernd an. »Was willst du machen, wenn ich ein böses Mädchen bin? Mich über das Knie legen?« Sie kehrte ihm den Rücken und wackelte provozierend mit dem Hinterteil.
»Jesus, Caroline, wo nimmst du nur deine Energie her?«, lachte er, als er merkte, worauf das Spielchen hinauslief.
»Liegt es an mir oder ist es furchtbar heiß hier drin?«, fragte sie, dabei zog sie schon ihr langärmeliges pinkfarbenes Baumwollshirt über den Kopf. Natürlich trug sie
keinen BH. Carolines Brüste waren so klein, dass sie keinen Halt brauchten. Sie selbst war auch eher klein und entschieden zu dünn, vermutlich, weil sie zu viele Drogen nahm und zu wenig aß. Einen großen Teil ihrer Energie schien sie auf das Malen und auf Sex zu verwenden, von dem sie nie genug bekommen konnte. Da ihr entblößter Oberkörper die gewünschte Wirkung auf Marcus zu verfehlen schien, streifte sie rasch den Rest ihrer Kleider ab. »Viel zu heiß.« Sie drehte sich lächelnd zu ihm um. »Was meinst du? Ist dir nicht warm?«
»Jetzt, wo du es sagst, merke ich es auch.« Er grinste, als er aufsprang, sie in die Arme zog und zu küssen begann. »Weißt du, dass du ein ziemlich anspruchsvolles kleines Biest bist?«, murmelte er in ihr Ohr.
»Stimmt, und ich verlange, dass du mir auf der Stelle den besten Orgasmus meines Lebens verschaffst!« Sie zerrte an seinen Kleidern. Sein Hemd glitt aus dem Bund seiner Hose. Marcus war schlank und in guter körperlicher Verfassung. Er trieb zwar nicht regelmäßig Sport, achtete aber darauf, was er aß, und sein Zigarettenkonsum bewirkte ein Übriges. Caroline begann, an seinem Reißverschluss herumzunesteln.
»Wofür hältst du mich? Für deinen persönlichen Sexsklaven?«, lachte er, während er ihr zur Hand ging.
»Ganz genau«, bestätigte sie, sank auf die Knie und zog seine Hose herunter. »Hallo, Tiger.«
»Vorsicht.« Er zog sie auf die Füße, um sie auf den Mund zu küssen. »Die Sklaven proben den Aufstand und lechzen nach Rache.«
»Du jagst mir keine Angst ein«, kicherte sie, während sie seine Küsse gierig erwiderte und ihre Hand sich auf Wanderschaft begab.
»Nein?«
»Überhaupt nicht.«
»Das wird sich gleich ändern.« Er drehte sie um und drang von hinten in sie ein.
»Du tust mir nicht weh«, stachelte sie ihn auf.
»Nicht?« Er umklammerte ihre Hüften, während er in sie hineinstieß, aber seine Hand rutschte ab, Caroline machte sich von ihm los und huschte davon.
»Hey, wo willst du hin? Ich bin noch nicht fertig mit dir!« Marcus nahm die Verfolgung auf.
Caroline verschwand immer noch kichernd in der Küche, stellte aber fest, dass sie dort in
Weitere Kostenlose Bücher