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Zurueck ins Glueck

Titel: Zurueck ins Glueck Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Suzanne Higgins
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Samantha gesprochen. Beide Mädchen hatten behauptet, Gillian seine Botschaften ausgerichtet zu haben und nein, sie wüssten nicht, wo sie war und wann sie zurückkommen würde. Luke war sicher, dass die beiden Gillian deckten. Vermutlich saß sie in ihrem Zimmer und lachte sich über ihn tot. Aber warum? Wie konnte sie sich so rasch um hundertachtzig Grad gedreht haben? Was war passiert? Das ergab doch alles keinen Sinn. Luke hatte seit Tagen nichts mehr gegessen, und er bezweifelte, jemals nur einen Bissen wieder herunterbringen zu können. Er konnte an nichts anderes denken als an Gillian. Ihr Bild verfolgte ihn tagsüber und quälte ihn nachts in seinen Träumen; ihr Gesicht stand ihm unablässig vor Augen, nur lag jetzt ein höhnischer Ausdruck darauf. Warum tat sie ihm das an? Sie hatte doch in jener Nacht den ersten Schritt getan. Zwischen ihnen hatte sich eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Wie konnte sie das alles nur einfach wegwerfen? Trotzdem ging sie ihm nicht aus dem Kopf. Und nun war es schon so schlimm geworden, dass er nicht mehr arbeiten konnte. Das Fischen war sein Leben; nicht fischen fahren zu können, war für ihn so schlimm,
als könne er nicht atmen. Er wusste, dass er allmählich durchdrehte. Für ihn gab es nur eine Möglichkeit, sich aus diesem Zustand zu befreien – er musste zu ihrer Wohnung fahren und dort auf sie warten, um sich mit ihr auszusprechen, selbst wenn er sich dabei vollends zum Narren machte. Sie musste ihm erklären, aus welchem Grund sie so sang- und klanglos aus seinem Leben verschwunden war.
     
    Trotz der Sicherheitsvorkehrungen gelang es ihm mühelos, sich Zutritt zu dem Apartmentkomplex zu verschaffen, in dem sie wohnte. Er brauchte nur zu warten, bis ein ahnungsloser Autofahrer das elektrische Tor öffnete, hindurchzuschlüpfen und zu ihrem Block zu gehen. Dank James Judge kannte er ja die genaue Adresse. Der Wohnkomplex lag auf der Eglington Road in Donnybrook, nicht schwer zu finden, und ihr Apartment befand sich in Block C und trug die Nummer sechzehn. Die Anlage wirkte sehr gepflegt, registrierte Luke, die Rasenflächen waren frisch gemäht, die Büsche sauber gestutzt.
    Er rechnete nicht damit, eine der drei Frauen zu Hause anzutreffen, denn es war erst früher Nachmittag, als er dort eintraf. Ein freundlicher Nachbar ließ ihn in das Gebäude, und nachdem er sich vergewissert hatte, dass wirklich niemand auf sein Klopfen antwortete, machte er sich auf eine längere Wartezeit gefasst. Neben dem großen Fenster am Ende des Flures standen zwei Stühle. Das Apartment der drei Freundinnen befand sich am anderen Ende. Luke nahm auf einem der Stühle Platz. Der Flur war mit einem hellbraunen Teppichboden ausgelegt, an den Wänden standen Grünpflanzen in Chromeimern, die eine behagliche Atmosphäre schufen. Auf jeder Etage
gab es vier Apartments. Gillians befand sich im vierten Stock. Von hier aus musste sie einen schönen Blick über die Gartenanlage haben.
    Zu seiner eigenen Überraschung fieberte er ihrer Rückkehr nicht atemlos entgegen, sondern war ganz ruhig und gefasst – gefährlich gefasst.
    Als ein Klingelton ankündigte, dass der Fahrstuhl auf dieser Etage hielt, schrak er weder zusammen, noch sprang er auf. Gillian trat in den Flur hinaus. Sein Herz machte einen kleinen Satz. Sie wandte sich nach rechts, in Richtung ihrer Wohnungstür, also hatte sie ihn nicht gesehen. Er stand auf und folgte ihr.
    »Hallo, Gillian.«
    Sie zuckte zusammen und fuhr herum. »Lieber Gott, du hast mich fast zu Tode erschreckt. Hi, Luke. Wie bist du denn hier hereingekommen?«
    »Ein Nachbar hat mich reingelassen.«
    »Ach so. Hör zu, es tut mir leid, dass ich nicht zurückgerufen habe. Ich hatte in der letzten Zeit ziemlich viel Stress im Büro.« Sie hantierte mit ihren Schlüsseln und öffnete endlich die Tür.
    Luke sagte kein Wort mehr, sondern starrte sie nur an. Er machte sie mehr als nur ein bisschen nervös.
    »Komm doch rein, ich mixe uns einen Drink. Nach dem Tag heute kann ich einen gebrauchen.«
    Noch immer gab er keinen Ton von sich. Er folgte ihr in das Apartment und sah sich in dem geräumigen Wohnbereich um. Eine Wand bestand aus Glas, davor zog sich ein Balkon entlang. Eine offene Tür zu seiner Rechten führte in die Küche.
    »Setz dich«, rief ihm Gillian über die Schulter hinweg zu. »Ich will nur eben meine Sachen in mein Zimmer
bringen.« Sie verschwand durch eine Tür links von ihm, hinter der wohl die Schlafzimmer lagen. Als sie zurückkam,

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