Zurueck ins Glueck
sehr, dass es für uns beide reicht. Und ich werde dich lehren, mich zu lieben.« Seine Erregung war deutlich zu spüren, als er seinen Unterleib gegen
den ihren presste. Der Kühlschrank erzitterte unter ihrer beider Gewicht.
» Luke, nein! «, krächzte sie, so gut es ihr unter seinen fordernden Lippen möglich war.
» Sie hat nein gesagt! « Plötzlich stand Samantha hinter ihm.
Luke gab Gillian schlagartig frei, als er die fremde Stimme hörte, fuhr herum und starrte Samantha voller Entsetzen an. Dann wandte er sich wieder zu Gillian. Er hatte ihre Bluse aufgerissen, stellte er benommen fest, und ihre Augen flackerten vor Angst. »O nein, was habe ich getan?«, stammelte er. Seine Stimme zitterte.
»Soll ich die Polizei rufen, Gill?«
Luke betrachtete seine beiden Hände so ungläubig, als könne er sich nicht erklären, was sie an den Enden seiner Arme zu suchen hatten. Er wirkte völlig verstört.
Gillian empfand plötzlich Mitleid mit ihm. »Nein«, seufzte sie. »Es ist zum Teil auch meine Schuld.« Dann sah sie Luke an. »Ich glaube, du gehst jetzt besser. Tut mir leid, wenn du dir nach dem letzten Wochenende falsche Hoffnungen gemacht hast. Lass uns diese Nacht einfach als schöne Erinnerung betrachten, ja?«
Er nickte stumm. Seine Augen blickten stumpf und leer.
»Nichts für ungut, okay?«, bat sie, als sie ihn zusammen mit Samantha zur Tür brachte.
»Nein«, flüsterte er. »Mach’s gut.« Im nächsten Moment war er verschwunden.
Nachdem sie die Tür hinter ihm verschlossen und verriegelt hatte, glitt Gillian langsam an der Wand hinab und ließ sich auf den Boden plumpsen.
»Gut, dass du dazugekommen bist, Sam.«
»Das sah gar nicht gut aus, Gillian. Du solltest in Zukunft vorsichtiger sein.«
»Ach was, viel weiter wäre er nicht gegangen. Außerdem hätte ich immer noch zum Nudelholz greifen können.«
»Ich wusste gar nicht, dass wir eins haben.«
Gillian lachte. »Eigentlich fing die Sache gerade an, mir Spaß zu machen. Mal was Neues.«
Samantha tippte sich an die Stirn. »Du bist unverbesserlich, Gill. Aber im Ernst, du solltest dir die Typen, mit denen du dich einlässt, wirklich genauer ansehen.«
»Das habe ich auch vor. Von heute an schwöre ich der Arbeiterklasse ab. Für mich kommen nur noch hochkarätige Männer infrage.« Sie grinste hinter Samanthas Rücken tückisch. »Darauf kannst du dich verlassen.«
18. Kapitel
D a Samantha jeden Morgen früh zur Arbeit aufbrach, war sie meist schon fort, wenn die Post kam. Deshalb konnte sie den Brief mit dem Stempel von Galway erst Freitagabend öffnen.
»Dreimal darfst du raten, von wem der ist«, sagte sie mit einem resignierten Seufzen. Die Woche war ohne besondere Vorkommnisse verstrichen, ihre Kollegen hatten den Skandal vom vergangenen Wochenende mit keinem Wort mehr erwähnt, und Cameron glänzte nach wie vor durch Abwesenheit, was es ihr leichter machte, zum normalen Alltagstrott zurückzufinden. Sie vermied es angelegentlich, über seine Rückkehr nachzudenken.
Wendy, die schon länger zu Hause war, sah erst Samantha, dann den Brief in ihrer Hand an.
»Wenn du Angst hast, sie könnte schon wieder versuchen, dir das Leben schwer zu machen, dann schmeiß den Brief doch schlicht ungelesen weg«, schlug sie vor, während sie zwei Teller mit Brathuhn auf den Tisch stellte. »Hat Gillian etwas von sich hören lassen? Ich habe für sie mitgekocht, und wenn sie nicht bald kommt, wird alles matschig.«
Der Duft von gerösteten Zwiebeln und Huhn lenkte Samantha vorübergehend von dem Brief ab. »Wendy, als Köchin bist du einfach unschlagbar. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Wo hast du denn im Oktober
neue Kartoffeln her?« Sie spießte eine winzige gelbe Knolle auf ihre Gabel.
»Ganz einfach, du brauchst nur die gentechnisch Veränderten zu kaufen.« Wendy lachte. »Die kriegst du das ganze Jahr über, und sie halten sich monatelang. Ein Hoch auf die Gentechnologie.«
»Verdirb mir bitte nicht den Appetit«, warnte Samantha sie.
Eine Weile widmeten sie sich schweigend ihrer Mahlzeit, dann fragte Samantha: »Hast du deine Mailbox schon abgehört? Vielleicht hat sie dir ja eine Nachricht hinterlassen.«
»Daran habe ich noch gar nicht gedacht.« Wendy stand auf, um ihre Handtasche und ihr Handy zu suchen, während Samantha erneut nach dem Brief aus Galway griff.
Ungeduldig riss sie den Umschlag auf und zog den Inhalt heraus. Das erste Blatt war eine kurze Nachricht in der krakeligen, kaum leserlichen
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