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005 - Gekauftes Glück

Titel: 005 - Gekauftes Glück Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Unbekannt
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St. Clair einen Blick zu und sah, daß sie Lord David Hastings beobachtete, der ein mit einer bernsteingelben Flüssigkeit gefülltes Glas mit einem Zug leerte. „Mein Nachbar und zukünftiger Schwiegervater", äußerte er spöttisch und machte eine Grimasse des Abscheus, „sowie augenblickliches Familienoberhaupt der berüchtigten Hastings und somit Träger des Titels!"
    Ashleigh sah, daß Seine Lordschaft ein zweites volles Glas ergriff und an die Lippen hob, ehe er den Blick wieder auf den Herzog richtete. „Ich ... habe den Eindruck, daß Sie ihn nicht besonders mögen."
    Brett lachte bitter auf. „Wenn Sie je untertrieben haben, meine Liebe, dann jetzt, denn was ist an einem Mann zu mögen, der, wenn er wach ist, sich sinnlos betrinkt?
    Es sei denn, daß seine Tochter ihn davon abhält, oder meine Großtante, falls sie in der Nähe ist. Und dann, falls es ihm gelingt, lange genug nüchtern zu bleiben, fragt man sich, was an dem, was übrig bleibt, mögenswert ist. Denn ohne Alkohol ist er die langweiligste Null, die man sich vorstellen kann, ein Mann, der überhaupt keine Meinungen hat, Leidenschaften oder Überzeugungen, ganz gleich, in welcher Hinsicht. Gott, welch ein unnützer Mensch!"
    Während der Duke sprach, hatte Ashleigh Lady Elizabeth zurückkommen gesehen, und nun befand Lady Margaret sich an ihrer Seite. Gemeinsam schienen die beiden Frauen, die äußerst mißbilligende Mienen aufgesetzt hatten, über Lord David herzufallen, und wenige Sekunden später geleiteten sie ihn zu einer am anderen Ende des Salons befindlichen Tür.
    Brett folgte Miss St. Clairs Blick, und als sie sich zu ihm umdrehte, trafen sich ihre Blicke. „Der Grund, warum Sie Seine Lordschaft erst jetzt kennengelernt haben, ist, daß die beiden Ladies ...", mit einem Nicken wies er in die Richtung der beiden verschwindenden Damen, „... ihm bis zu diesem Moment nicht gestattet haben, an dieser Zusammenkunft teilzunehmen. Wäre er früher hergekommen, läge er wahrscheinlich inzwischen längst betrunken unter einem Tisch oder schliefe oben in irgendeinem Sessel seinen Rausch aus. Aber meine Verlobte und ihre Patentante verhindern im allgemeinen solches Benehmen, indem sie ihn hart am Zügel halten, dem Himmel sei Dank! Ich glaube, manchmal läßt sich doch etwas zugunsten von Margarets Willkür sagen."
    Bei der Erwähnung von Lady Margarets Namen im Zusammenhang mit den Hastings schweiften Ashleighs Gedanken zu der Begegnung mit Lady Jane Hastings zurück.
    Ashleigh wollte soeben etwas dazu äußern, als der Herzog den Blick hob und ihr über die Schulter schaute, ein breites Grinsen im Gesicht.
    „Ah, hier seid ihr beide!" rief er aus.
    Sie wirbelte herum und sah Megan durch die Tür kommen, durch die sie eine Weile zuvor den Raum verlassen hatte. Es war jedoch die hochgewachsene, beeindruckende Gestalt an ihrer Seite, die Ashleigh den Atem verschlug und sie auf der Stelle erstarren ließ.
    Brett bemerkte ihre Reaktion, sah ihren starren Blick und daß ihr das Blut aus den Wangen wich. „Ist etwas nicht in Ordnung, Miss St. Clair?" fragte er leise.
    Sie starrte das geliebte Gesicht an, das sie seit zwölf langen Jahren in Gedanken und in Träumen sah, und fragte sich, ob sie jetzt träume. „Patrick?" brachte sie schließlich flüsternd heraus. Nachdem sie das Gefühl überwunden hatte, die Kehle sei ihr wie zugeschnürt, schrie sie: „Patrick! Oh, mein Gott! ... Patrick!"
    „Ashleigh!" Er stürmte zu ihr und riß sie in die Arme. „Ashleigh, Liebling, bist du es wirklich?"
    Sie konnte nicht sprechen, während sie von den wohlvertrauten Armen gehalten wurde. Schweigend nickte sie an der Brust des Bruders, von stummem Schluchzen geschüttelt.
    „Ah, Gott im Himmel! Ich kann es nicht glauben!" rief er, und seiner Stimme war anzuhören gewesen, daß auch er den Tränen nahe war. „Kleines ... oh, Kleines ... ich wußte, ich würde dich finden ... oh, Gott sei Dank!"
    Wortlos standen Brett und Miss O'Brien neben den beiden, obwohl es ihren Mienen zufolge schwierig gewesen wäre zu sagen, wer von ihnen durch die Ereignisse der letzten Sekunden tiefer erschüttert war.
    Schließlich löste Patrick sich von der Schwester, doch nur so lange, wie er brauchte, um sie auf Armeslänge von sich zu schieben, und dann schaute er ihr in das tränenüberströmte, lachende Gesicht. Während alle Anwesenden zuschauten, fiel er in Ashleighs Lachen ein, zog die Schwester an sich, hob sie hoch und wirbelte sie voller Freude im

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