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010 - Skandal in Waverly Hall

010 - Skandal in Waverly Hall

Titel: 010 - Skandal in Waverly Hall Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brenda Joyce
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haben."
    „Ich würde deine Rennpferde gern einmal sehen", sagte Felicity ein wenig atemlos und klammerte sich an seinen Arm.
    „Wirklich?" fragte Dominick belustigt.
    „Ja. Ich habe eine Menge über deinen schönen Stall gehört." Sie hielt seinem Blick stand. „Vielleicht könntest du eine Sonderführung für mich machen?"
    Dominick lächelte gequält. Er wußte genau, was Felicity im Stall von ihm wünschte.
    Seine Pferde wollte sie gewiß nicht sehen. Selbst wenn er seine Beziehung zu Anne nicht wiederaufgenommen hätte und keine Mätresse in London auf ihn wartete, wäre er nicht auf ihren Vorschlag eingegangen. Felicity reizte ihn nicht im geringsten. Das hatte sie nie getan. Nicht einmal vor vier Jahren, als er beschlossen hatte, sie zur Frau zu nehmen. Damals war es ihm vor allem darum gegangen, seinen Rennstall mit dem Gestüt der Collins' zu vereinen.
    „Ich lasse die Pferde hierherbringen", antwortete Dominick. Das hatte er heute morgen beschlossen.
    „Und wann erwartest du die Tiere?"
    Er betrachtete sie mißtrauisch. „In einigen Tagen."
    Sie lächelte und drückte seinen Arm an ihre vollen Brüste. „Dann kann ich sie ja hier besichtigen."
    Er senkte den Kopf. „Du wirst zweifellos enttäuscht sein."
    Sie lächelte erneut. „Du kannst mich unmöglich enttäuschen, Dominick."
    Dominick wollte gerade antworten. Da sah er, daß Anne das Büro der Gutsverwaltung verließ. Auf der kleinen Veranda blieb sie stehen, verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihnen entgegen. Sie verzog keine Miene.
    „Hallo, Anne", rief Felicity fröhlich. „Dominick und ich unterhalten uns gerade ein bißchen."
    „Das sehe ich", erklärte Anne steif.

    „Felicity interessiert sich plötzlich sehr für meinen Renn-stall", sagte Dominick und sah sie mit glühenden Augen an.
    „Aha."
    „Dominick will mir die Pferde zeigen, sobald sie angekommen sind", fügte Felicity begeistert hinzu.
    „Oh, wirklich?" fragte Anne.
    „Ich reise heute ab", verkündete Dominick unbehaglich. „Aber ich werde sobald wie möglich zurück sein."
    Anne zuckte mit den Schultern, als ließe sie die Nachricht völlig kalt.
    „Deine Frau hat genügend mit der Buchführung zu tun", meine Felicity und lachte spöttisch. „Das stimmt doch, nicht wahr, Anne?"
    Anne antwortete nicht. Sie preßte die Lippen zusammen, drehte den beiden den Rücken zu und kehrte in ihr Arbeitszimmer zurück. Dominick erwartete, daß sie die Tür hinter sich zuschlagen würde. Doch sie tat es nicht.
    Er fluchte stumm und machte sich von Felicity los.
    „Ich verstehe dich nicht, Dominick. Wie hältst du es mit dieser Frau aus? Sie ist so unweiblich! Keine Dame aus meinem Bekanntenkreis würde es wagen, ein Landgut zu führen."
    Dominick richtete sich hoch auf. „Anne ist keineswegs unweiblich. Außerdem habe ich erfahren, daß sie das Gut sehr geschickt leitet."
    „Und du billigst das?"
    „Ich habe nichts dagegen." Das entsprach der Wahrheit. Dominick war sogar stolz auf Annes Interesse und ihre Fähigkeiten, obwohl sie ziemlich ungewöhnlich für eine Frau waren. Er würde sie niemals an ihrer Tätigkeit hindern.
    „Du mußt doch furchtbar unglücklich darüber sein, was dein Großvater getan hat", sagte Felicity verwundert. „Meine Güte, Waverly Hall gehörte deinem Vater. Es steht dir als
    Erbe zu. An deiner Stelle wäre ich fuchsteufelswild auf Anne."
    Dominick blieb verblüfft stehen. „Woher weißt du von der treuhänderischen Verfügung?" Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Wenn sich die Bestimmung herumsprach, wurde er zur Zielscheibe allen Spotts.
    Sie beobachtete ihn aufmerksam. „Tut mir leid, Dominick. Mein Bruder hat sie erwähnt."
    „Patrick!" Heißer Zorn wallte in Dominick auf. Er wußte sofort, wer dem jungen Mann von dem Abkommen erzählt hatte. Wollte Anne ihn wie einen Trottel aussehen lassen?
    Wäre ihre Beziehung nicht längst beendet, hätte ihr dies den letzten Schlag versetzt.
    Er konnte eine Menge ertragen, aber keine Ehefrau, die ihn hinterging.
    „Mein Bruder schwärmt geradezu für deine Frau", bemerkte Felicity.
    Dominick fuhr zu ihr herum. „Ja, das ist unübersehbar."
    Felicity wunderte sich kein bißchen über seine Heftigkeit. Sie sah ihn mit großen unschuldigen Augen an, und ihre Stimme klang plötzlich beinahe kindlich. „Ich habe das Gefühl, daß Anne ebenfalls recht angetan von ihm ist", sagte sie leise.
    Ein Muskel zuckte in Dominicks Wange. „Was meine Frau tut, geht dich nichts an."
    „Er ist die

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