ampir-Phantome
gerechnet hatten. Damit war nicht das Feuer der Fackeln gemeint, das gehörte irgendwie hierher, nein, es ging um etwas ganz anderes.
Vor uns kniete eine nackte Frau am Boden!
Blond, zitternd, mit verbundenen Augen. Ihre Lippen bebten, und Jane, die fast ausgesehen hatte, als wollte sie in den nächsten Augenblicken explodieren, riss sich zusammen. Sie drehte sich von der Cavallo weg und kümmerte sich um die Nackte.
Ich wandte mich an Justine. »Wo sind die anderen?«
»Ach, welche denn?«
»Deine Freunde.«
Sie legte den Kopf schief und lachte. »Bitte, John, welche Freunde denn? Von wem sprichst du?«
»Hast du uns nicht mal etwas von irgendwelchen Vampir-Phantomen erzählt? Ich denke, mich daran erinnern zu können.«
»Habe ich.«
»Dann will ich wissen...«
Die blonde Bestie legte einen Finger senkrecht gegen ihre Lippen und schüttelte den Kopf. »Du musst dich schon auf mich verlassen. Du kannst etwas wissen wollen, aber du musst mir zugestehen, dass ich hier die Kontrolle habe. Du hast es nicht geschafft.«
»Ja, da war die nette Falltür.«
»Ihr hättet einen anderen Weg nehmen sollen.«
»Haben wir aber nicht«, erklärte ich. »Und ich denke, dass du genau gewusst hast, dass wir in diese Falle laufen würden. Das ist momentan egal. Ich will nur wissen, wo deine Freunde sind?«
»Freunde? John, ich bitte dich. Es sind nicht meine Freunde. Sie gehören nicht zu mir. Hätte ich euch sonst kommen lassen oder mitgenommen? Ich will sie vernichten. Sie haben keinen Platz auf dieser Welt, aber ich habe es nicht geschafft, weil ich auf eure Hilfe verzichten musste. So und nicht anders sieht es aus.«
»Was ist mit dieser Frau?«, fragte ich und wies auf die Nackte, der jetzt Jane’s Jacke um die Schultern lag. Die Augenbinde war natürlich auch verschwunden.
»Schau sie dir an!«
»Später. Ich will wissen, was mit ihr los ist?«
Jane meldete sich. »Das kann ich dir sagen, John. Man hat sie gebissen, aber die Wunden sind nicht sehr tief. Ich glaube nicht, dass sie großen Schaden hat erleiden müssen.«
»Dann bin ich froh.«
Nicht ich hatte die Antwort gegeben, wie es eigentlich hätte sein sollen. Justine Cavallo war mir zuvorgekommen, und ich schaute sie aus großen Augen an.
»Du glaubst mir nicht, John?«
»Nun ja, es fällt mir zumindest schwer.«
»Kann ich mir denken.« Justine deutete auf die Nackte. »Aber Lorna ist der eigentliche Grund, weshalb ich hier bin. Und ihr übrigens auch.«
Ich stand da wie ein begossener Pudel. Jane Collins zeigte sich überrascht, und sie fragte:»Wir haben uns doch nicht verhört, oder?«
»Nein, das habt ihr nicht.«
»Dann bin ich auf deine Erklärung gespannt.«
Die blonde Bestie hob lässig die Schultern. »Du wirst es kaum glauben, Jane, aber ich wollte sie retten. Lorna sollte nicht zu einer Beute der Phantom-Vampire werden. Es ist mir gelungen. Ich habe die fünf Männer vertreiben können. Ich hatte dabei auf eure Hilfe gezählt. Leider hat es nicht geklappt, und ich gebe zu, dass ich allein überfordert gewesen bin, denn aufhalten konnte ich sie nicht. Sie haben leider die Flucht ergriffen. Ich musste mich um Lorna kümmern, und jetzt könnt ihr entscheiden, ob ich richtig gehandelt habe oder nicht. Ich würde mein Handeln sogar als menschlich ansehen.«
»Wie beeindruckend«, erwiderte Jane spöttisch.
Auch ich konnte der blonden Bestie nicht glauben. Sie bezeichnete sich zwar oft genug als unsere Partnerin – was Jane und mir quer ging –, aber wir waren uns sicher, dass sie trotz aller Beteuerungen ihr eigenes Spiel durchzog und auch wir hier nur als Marionetten benutzt wurden, ohne ihr allerdings das Gegenteil beweisen zu können.
Justine unterbrach meine Gedanken. »So müsst ihr das sehen. Ich wollte sie befreien, und ich wollte euch dabei haben. Ich hatte von ihrer Entführung erfahren und habe daran gedacht, dass mir niemand mehr ins Handwerk pfuscht. So und nicht anders sind die Dinge zu sehen. Alles andere ist reine Fantasie.«
Herrlich, wie Justine Cavallo es schaffte, gewisse Dinge für sich so zu drehen, dass sie passten.
»Ich glaube dir kein Wort«, erklärte ich.
»Warum nicht?«
»Wenn es stimmen würde, wären wir mit dir zusammengeblieben und du hättest uns nicht allein gelassen.«
»Das wollte ich auch nicht!«
»Hör mir deiner Lügerei auf!«, schrie Jane sie an.
»Reg dich ab. Das ist nicht gelogen. Ich habe euch mitnehmen wollen, aber ihr seid plötzlich verschwunden gewesen. Nun ja, da bin ich
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