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Anita Blake 11 - Jägerin des Zwielichts

Anita Blake 11 - Jägerin des Zwielichts

Titel: Anita Blake 11 - Jägerin des Zwielichts Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Laurell K. Hamilton
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sich hinterher anzufreunden.«
     
    »Das ist nicht der Grund«, sagte er.
     
    Ich forschte in seinem Gesicht. »Was dann?«
     
    »Sie kann nicht ertragen, dass du als Mensch ein besserer Alpha bist als sie, die Werleopardin. Du gibst ihr das Gefühl, schwach zu sein.«
     
    »Sie ist schwach«, sagte ich.
     
    Er lächelte und diesmal mit Humor. »Ja, das ist sie.«
     
    »Und wo ist Gregory?«
     
    »Willst du ihn für die Ansteckung bestrafen?«, fragte Micah.
     
    Ich schaute zu den drei schweigenden Gestalten in der Tür. Plötzlich begriff ich, was diese Gruppendynamik bedeutete. Sie behandelten Micah wie ihren Nimir-Raj und ließen ihn mit mir reden, ungefähr wie wenn man den Ehemann holt, weil die Frau zu viel getrunken hat. Das gefiel mir gar nicht. Aber wenn ich mich allein auf den Augenblick konzentrierte, auf die anstehende Frage, ohne Spekulation hinsichtlich der Zukunft, käme ich vielleicht darüber hinweg.
     
    »Wenn Gregory nicht eingegriffen hätte, wäre ich jetzt tot. Der Schlangenmann hätte mir das Herz herausgerissen. Gregory ist versehentlich auf mich gestürzt.« Ich beobachtete Micahs Gesicht, spürte aber genau, wie erleichtert die anderen waren. Ich sah zu ihnen hinüber. Ihre ganze Körperhaltung zeigte es deutlich.
     
    »Also, wo ist er? Wo ist Gregory?«
     
    Die drei warfen sich wieder Blicke zu wie Pingpongbälle. »Hat er sich auch geweigert, helfen zu kommen, so wie Elizabeth?«
     
    »Nein, natürlich nicht«, sagte Cherry, fügte aber nichts hinzu.
     
    Ich sah Nathaniel an. Er begegnete meinem Blick, ohne auszuweichen, aber was ich in seinen Augen sah, beunruhigte mich. Noch mehr schlechte Neuigkeiten, man konnte es förmlich riechen.
     
    Ich wandte mich an Micah. »Schön, dann sag du es mir.«
     
    »Als dein Ulfric mitbekam, dass Gregory dich zu einer echten Nimir-Ra gemacht hat, da ...« Micah breitete die Hände aus.
     
    »Ist er ausgerastet«, schloss Zane.
     
    Ich sah von einem zum andern. »Ausgerastet? Was soll das heißen?«
     
    »Er hat Gregory mitgenommen«, sagte Cherry.
     
    »Was heißt mitgenommen?«
     
    »Er hat ihn als einen Feind des Rudels behandelt«, erklärte Micah.
     
    Ich sah ihn an. »Sprich weiter.«
     
    »Wärst du wirklich ihre Lupa, und jemand hätte dich verletzt, hätte der Ulfric das Recht, ihn zum Feind des Rudels zu erklären, zum Verbrecher.«
     
    Ich blickte weiter in diese gelbgrünen Augen. »Was heißt das genau?«
     
    »Das heißt, die Wölfe haben deinen Leoparden, und sie werden über ihn ein Urteil fällen, weil er dich verletzt hat.«
     
    »Das kann nicht sein. Ich meine, selbst wenn ich zum Werleoparden werde, was nicht der Fall ist - er hat mir doch nichts getan. Ich meine, ich würde einfach ein Gestaltwandler werden wie sie.«
     
    »Nicht wie sie«, widersprach Micah, »sondern wie wir.«
     
    Ich forschte in seinem Gesicht, aber ich kannte ihn nicht gut genug. »Sag mir, was du denkst.«
     
    »Du kannst nicht Lupa der Wölfe und Nimir-Ra der Leoparden sein.«
     
    »Ich bin bisher auch beides gewesen.«
     
    Er schüttelte den Kopf und zuckte dabei wieder zusammen. »Nein, du warst eine Menschenfrau, die mit dem Ulfric zusammen war, der sie zu seiner Lupa erklärte. Du warst ein Mensch, der sich um die Werleoparden kümmerte, bis sich ein echter Alphaleopard für die Aufgabe fände. Jetzt bist du eine echte Nimir-Ra, und das Wolfsrudel akzeptiert dich nicht mehr als eine der ihren.«
     
    »Willst du damit sagen, Richard hat mich abserviert, weil ich zum Werleoparden werde?«
     
    »Nein, ich will sagen, dass das Rudel dich nicht mehr als Lupa akzeptiert.« Er sah zu Boden, dann sah er mich wieder an. Ich konnte ihm ansehen, wie er nach Worten suchte. »Soweit ich die Vorgänge bei den Wölfen verstehe, liegt die Sache so: Dein Ulfric hat sie aus einer Monarchie übernommen, wo sein Wort Gesetz war, und hat sie in eine Demokratie überführt, wo die Mehrheit entscheidet. Er bekommt eine endgültige Abstimmung und hat nicht mehr das letzte Wort.«
     
    Ich nickte. Das klang ganz nach Richard. »Das sieht ihm ähnlich. Ich habe für einige Monate keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt.«
     
    »Seine Veränderungen haben zu gut angeschlagen. Die Abstimmung fiel gegen ihn aus, gegen dich. Das Rudel will dich nicht mehr als Lupa haben, weil du ein Werleopard und kein Werwolf bist.«
     
    Ich sah an ihm vorbei zu den anderen. »Ist das wahr?«
     
    Alle nickten. »Es tut mir so leid, Anita«, sagte Cherry.
     
    Ich

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