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Bärenmädchen (German Edition)

Bärenmädchen (German Edition)

Titel: Bärenmädchen (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Luca Berlin
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nicht guttun und dass er eine Gefahr für mich sei“, erklärte Florence. Sie versuchte, tapfer zu lächeln.
    „Aber warum wehrst du dich nicht dagegen, wenn die Organisation doch so sehr auf Freiwilligkeit beruht?“, fragte Anne empört.
    „Ja, aber wie sollte das gehen?“, antwortete Florence verblüfft. „Wenn ich selbst bestimmen wollte, wer mein Herr ist und was mit mir passiert, wäre ich doch auch keine Beta mehr.“
    Diese Logik fand Anne so verwirrend, dass ihr der Kopf schwirrte. Sie wechselte das Thema und fragte: „Wer ist denn eigentlich dein Gebieter?“
    Flo nannte den Namen und Anne bekam große Augen. „Du meinst doch nicht etwa den französischen Schauspieler?“
    „Doch genau den. Er gehört als Alpha zur Organisation Magnus und hat sogar eine ziemlich hohe Position inne. Viele prominente Leute sind bei Magnus. Du wirst dich wundern. Meinen Gebieter müsstest du übrigens vorhin auf dem Weg getroffen haben. Er hat sich von mir verabschiedet und ist dann kurz vor dir aus dem Zimmer raus.“
    Das konnte nur der Mann mit der Lilienkrawatte gewesen sein. Anne wusste nicht, ob sie lachen oder weinen sollte über ihre Begegnung mit dem Starschauspieler. Um Florence aufzumuntern, erzählte sie ihr davon und dass ihre Augen nur bis zur Krawatte gekommen waren. Es war schön zu sehen, wie Florence‘ Gesicht sich etwas aufheiterte. „Er hat einen scheußlichen Krawattengeschmack, und dieses Teil ist besonders schlimm. Kein Wunder, dass du da nicht höher schauen mochtest.“ Jetzt lachten beide.
    In diesem Moment öffnete sich die Tür und Attila von Ungruhe trat ein gefolgt von einer Zofe. Florence sprang auf und ging in die Stehposition. Anne tat es ihr nach.
    „Nun, nun, steht bequem, wie es so schön beim Militär heißt“, grummelte von Ungruhe. Anne kam es so vor, als ob er Florence fast etwas mitleidig ansah. War es wegen der Spezialausbildung?
    Zuerst wandte er sich aber Anne zu. Er löste die beiden Verschlüsse an ihrem Body und wies sie an, in einen Trainingsanzug zu schlüpfen, den die Zofe mitgebracht hatte. Sie würde nun wie die anderen neuen Mädchen auf den Rasen vor dem Schloss gebracht werden, wo Holly Rüschenberg sie bereits erwarte.
    Während Anne sich aus dem Body wandt, befragte er Florence, wie der Intelligente Body als Lügendetektor funktioniert hatte. Aus ihren Antworten konnte Anne entnehmen, dass sie ein erstaunliches Wissen über Informatik und Elektronik besaß. Von Ungruhe hörte ihr aufmerksam zu und nickte hin und wieder zustimmend. Unterdessen hatte sich Anne den Trainingsanzug übergestreift. Sie versuchte Florence noch ein aufmunterndes Lächeln zu schenken, musste dann aber der Zofe folgen, die bereits durch die Tür verschwand.
    Was war nur diese Spezialausbildung?, rätselte sie beklommen. Hoffentlich würde sie Florence bald wiedersehen. Jetzt bereute sie, ihr nicht deutlich gesagt zu haben, dass sie ihr verziehen hatte.
     
     
     

 
     
     
    5. Kapitel:
    Goldköpfchen
     
     
    Adrian stand neben Ben Abner in dessen Arbeitszimmer im zweiten Stock des Schlosses. Abner nannte es manchmal scherzhaft seinen Thronsaal im Gegensatz zu seinem kleineren Büro unten im Verwaltungsgebäude. Saalartige Ausmaße hatte das Arbeitszimmer wirklich, aber Adrian gefiel, dass sein Vorgesetzter es ohne „Schlossherren-Protz“ eingerichtet hatte. Es war eindeutig das Zimmer eines Gelehrten. Dessen Forschungsgebiet allerdings ein ziemlich Außergewöhnliches war. Andererseits war es hier im Schloss etwa so naheliegend, wie sich in der Militärakademie West Point mit moderner Kriegsführung zu beschäftigen, dachte Adrian.
    Natürlich ging es um ihre Passion, um das, was man landläufig BDSM nannte. Es ging um Sadismus und Masochismus, Dominanz und Unterwerfung, Lust und Schmerz – oder, anders ausgedrückt, um alles, was den Sex und das Leben bemerkenswert und spannend machte.
    Wer Abners Büro betrat, war umringt von bemerkenswerten Kuriositäten und Antiquitäten. Jeder Gegenstand konnte eine bizarre oft auch blutrünstige Geschichte erzählen. Manche kannte Adrian, andere nicht. Eine ganze Wand bedeckten Züchtigungsinstrumente. Blickfang in der Mitte der Exponate war eine aufgerollte Bullenpeitsche. Ihr Griff war über und über mit Perlen und Diamanten verziert. Ein einzelner, klobiger Edelstein war auch an der Spitze des Fangs angebracht. Er musste grässliche Verletzungen verursacht haben, als die Peitsche noch genutzt wurde. Sie hatte im 18 Jahrhundert der Frau

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