Bonbontag
ging Ari telefonieren.
»Könnte ich ...«, fing Tomi an, sprach aber nicht zu Ende. Könnte ich noch ein bisschen Wurst haben? Könnte ich noch ein bisschen in dem Tarzan-Buch lesen? Könnte ich hier bleiben? Was immer es auch war, der Junge befreite sie von der Antwort. Er mochte sie nicht mit seinem geringfügigen Anliegen behelligen.
Ari schaute auf Tomis Hand. Eine oberflächliche Wunde. Verbrannt, aber nicht schlimm. Tomi bekam ein frisches Hemd. Einen Pulli darüber, Anni suchte ihn aus.
Erst dann läutete es an der Tür.
Erst da kam Katri.
»Im Krankenhaus haben sie gesagt, dass Mira es übersteht«, sagte Katri als Erstes an der Tür.
»Das hier hast du vergessen.« Sie gab Tomi die Taschenlampe und sagte: »Danke.«
Dann sagte lange niemand etwas.
Und dann nahm Katri Tomi mit.
8 Immer
Der Doc geht wieder.
Mach’s gut, Max ... wir sehn uns.
Die Sozialmieze ... nicht schlecht ... kapiert wenig, aber nicht schlecht.
Hübscher Untersatz, würde Papa sagen ... Und Zessi ist okay, sagt die Mieze.
Der Doc nur so: na klar ... hab ich die ganze Zeit gewusst.
Mira Mira Mirabella
Hamburgerhand
Warm
Weiß nicht, wann wir uns sehen
Weiß nicht
Aber wenn man die Augen zumacht
Und dann erst guckt
Dann bist du da
Immer
Und ich auch
Immer
Immer zusammen unterwegs.
Nachwort
Dieser Roman enthält einige Zitate aus zweiter Hand. Ich verwende anonyme Dienstprotokolle, wie sie in verschiedenen wissenschaftlichen Studien zitiert worden sind. Mein Dank gilt daher den unbekannten Verfassern jener Texte sowie den Wissenschaftlern, die sie herausgepickt und sichtbar gemacht haben.
Das Bild von dem Jungen im Licht des Kühlschranks hat die Wissenschaftlerin Aino Kääriäinen auf der Grundlage eines Fallberichts entwickelt, und zwar in ihrem Aufsatz »›Tunteva‹ teksti« (Der ›fühlende‹ Text) im Sammelband Arvot, aatteet ja auttamisen arki (Werte, Ideale und der Alltag des Helfens), Universität Kuopio 2004.
Außerdem habe ich für meine Arbeit Zeitungsmeldungen zum Thema Kinderschutz herangezogen, hinter denen sich eine weitere Gruppe unbekannter Verfasser verbirgt.
Markus Nummi
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