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Buffy - 22 - Spike & Dru

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Titel: Buffy - 22 - Spike & Dru Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dämonische Liebe
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diesem grimmigen, tapferen Volk und ihrer
    verzweifelten Befürchtung, dass es hoffnungslos unterschätzte, mit was sie
    es hier zu tun hatten. Polen war binnen achtzehn Tagen gefallen. Norwegen
    und Dänemark in noch kürzerer Zeit. Hier war ein Eroberer am Werk, wie
    ihn die moderne Welt noch nie gesehen hatte, und eine Krise von
    unfassbarem Ausmaß zeichnete sich ab.
    Doch im Gebäude am Ende der Great Russell Street gelang es dem Rat
    der Wächter, irgendwie so zu tun, als gäbe es keine anderen Sorgen als ihre
    eigenen.
    Draußen nieselte es, und das reichte, um den Tag grau zu färben. In der
    Kammer im vierten Stock, wo sich die Direktoren des Rates trafen, gab es
    hohe Fester, aber sie waren fest verschlossen und verriegelt. Schließlich gab
    es Wesen, die fliegen konnten, und Wesen, die mit bloßen Füßen und
    Händen an Steinmauern emporkletterten. Alle diese Wesen besaßen Ohren,
    und die Räte wollten um keinen Preis belauscht werden.
    Der Raum nahm den Großteil des vierten Stocks ein. In einer Ecke am
    Fenster standen bequeme Ledersessel und kleine Couchtische. Die
    Direktoren konnten sich dorthin zurückziehen, um einen Sherry oder Tee zu
    trinken und eine Zigarre zu rauchen. Aber die geschäftlichen
    Angelegenheiten wurden an dem Mahagonitisch auf der anderen Seite des
    Raumes besprochen. Vierzehn Stühle reihten sich um den Tisch. Im
    Moment waren nur neun von ihnen besetzt; sieben von den Ratsdirektoren,
    einer von Yanna und der neunte von der Jägerin. Sophie saß sehr respektvoll
    da und beantwortete die Fragen, die ihr gestellt wurden.
    Harold Travers saß am Kopfende des Tisches. Bei dieser Konferenz und
    bei mehreren anderen, an denen sie seit ihrer Ankunft teilgenommen hatten,
    sprach Mr. Travers für den Rat.
    »Bist du sicher?«, fragte Mr. Travers erneut; er schien sich über seine
    Frage fast diebisch zu freuen. »In der letzten Woche kein einziger Vampir?«
    »Nein«, erwiderte Sophie.
    Zu Beginn ihres Trainings war sie verpflichtet worden, Englisch zu
    lernen, und Yanna führte dies auf die Arroganz des Rates zurück. Er hatte
    seinen Sitz in England, und deshalb musste die Jägerin Englisch sprechen
    können.
    »Nur zwei niedere Dämonen«, fügte Sophie mit ihrem starken Akzent
    hinzu. Sie hatte bisher nicht viel Gelegenheit gehabt, Englisch zu sprechen.
    Yanna studierte Mr. Travers, als er zu den anderen Direktoren am Tisch
    hinübersah. Einige von ihnen nickten bedeutungsvoll. Eine bebrillte,
    grauhaarige Frau, die Yanna nicht kannte, beugte sich zur Seite und flüsterte
    Travers etwas ins Ohr. Travers atmete tief durch, rückte seine Krawatte
    zurecht und setzte sich auf seinem Stuhl auf.
    »Ich hatte gehofft, diese Diskussion verschieben zu können, bis Mrs.
    Giles von ihrer Forschungsreise nach Südamerika zurückgekehrt ist, aber
    wegen des Kriegsausbruchs wissen wir nicht genau, wann wir mit ihr
    rechnen können«, erklärte Mr. Travers.
    Yanna runzelte die Stirn. Was hatte das zu bedeuten?
    Sophie rutschte unbehaglich auf ihrem Stuhl hin und her, der für ihre
    schlaksige Gestalt und die langen Beine nicht geeignet war.
    Graues Licht fiel auf den Holzboden, und der Wind trommelte gegen die
    dicken Fensterscheiben. Irgendwo im Gebäude fiel eine Tür zu, und Yanna
    hörte jemand lachen. Ein unbeschwerter, fröhlicher Laut; eine Seltenheit in
    diesem Gebäude und neuerdings auch in der ganzen Stadt. Die Wächter am
    Tisch sahen erwartungsvoll aus, und ihr Blick war bedeutungsschwer.
    Yanna spürte, wie die Angst über London tief in ihr eigenes Herz kroch.
    »Unsere Agenten haben dieses Phänomen untersucht.« Mr. Travers beugte
    sich beim Sprechen nach vorne, während er sprach, wie um Yanna und
    Sophie mit dem Gewicht seiner Worte zu beeindrucken. » Seit die
    Deutschen vor acht Tagen Belgien und Holland überrannt und auch noch
    Frankreich angegriffen haben, verlassen die Vampire Nacht für Nacht
    scharenweise Britannien.«
    »Verlassen?«, wiederholte Yanna verblüfft. »Und wohin gehen sie?«
    Travers lächelte, als würde er seine eigene Klugheit bewundern. »Nun, um
    in den Krieg zu ziehen, Miss Narvik. Um in den Krieg zu ziehen. Gibt es
    eine leichtere Beute als einen gefallenen Soldaten? Gibt es bessere
    Jagdgründe als die Frontlinien in einem Krieg, wo Tausende von Männern
    jeden Tag abgeschlachtet werden? Westeuropa ist für die Feinde ein
    veritables Bankett. Sie ziehen in den Krieg. Und die Jägerin wird es ihnen
    gleichtun.«
    Yanna spürte, wie sich Sophie an

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