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Dämonen-Reihe Bd. 4 Traumsplitter

Dämonen-Reihe Bd. 4 Traumsplitter

Titel: Dämonen-Reihe Bd. 4 Traumsplitter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tanja Heitmann
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in Stirn und Nacken, was jedoch keineswegs bedeutete, dass es sich bei Kimi
    ausgestylt hatte. Denn auch wenn die Frisur weder Ecken noch Kanten aufwies, zierte ein frischer Kajalstrich seine Lider – farblich passend zu dem Shirt, das sich durch ein shocking pink auszeichnete.
    Ellas Kopfschmerzen brandeten jäh wieder auf. »Oh, großartig. Jetzt lebst du deinen Stil also in Farbe aus. Da sehnt man sich ja regelrecht nach dem eintönigen Schwarz-Weiß.«
    Kimi grinste. »Ich dachte mir, bevor ich den Kopf in den Sand stecke, erfinde ich mich lieber neu, ohne mich gleich komplett zu verraten. Ist doch eine gelungene Mischung, oder?
    Jedenfalls bin ich jetzt der neue-alte Kimi. Beim Alten bleibt, dass ich nach wie vor meine eigenen Wege gehe. Neu ist, dass ich mir nicht immer nur die Schattenseiten reinziehe. Ich habe lang genug im Dunkeln gestanden, und das ist mir nicht sonderlich gut bekommen.
    Obwohl …« Kimi legte den Kopf schief und betrachtete Ella eingehend. »Wenn ich mir dieses Shirt mit dem coolen Aufdruck so ansehe, sollte ich mir noch mal so meine Gedanken
    darüber machen, ob es auf der Schattenseite echt zu schlimm ist. So ein bisschen gefesselt werden, ist nicht unbedingt ausschließlich übel. Damit muss man bloß klarkommen.«
    Mit gerunzelter Stirn strich Ella den Aufdruck mit der gefesselten Frau glatt und schüttelte den Kopf. »Vergiss das besser sofort wieder, sonst holt dich dein Traum am Ende noch ein.
    Noch einmal.«
    »Nun rede dem Jungen doch nicht solch einen Unsinn ein«, mischte Eike sich ein.
    »Träume sind nämlich ausgesprochen wertvoll. Gut, wenn sie sich um Fesselkunst drehen, dann ist das vielleicht eher … Solche Fantasien verwachsen sich, mach dir da mal keine Sorgen, Konstantin. Und bis es so weit ist, träum ruhig vor dich hin. Aber besser von etwas anderem …«
    Es war Eike anzusehen, dass die Richtung, die das Gespräch genommen hatte, ihn – milde ausgedrückt – irritierte. Trotzdem konnte Ella jetzt keinen Kurswechsel eingehen, indem sie ihn beiläufig fragte, ob Selma wieder Ärger mit Blattläusen hatte und ob der groß
    angekündigte Wein immer noch wie Supermarktessig schmeckte. Stattdessen musste sie
    zusehen, dass sie eine Gelegenheit bekam, allein mit Kimi zu sprechen.
    »Papa, bist du so lieb und machst mir einen Tee? Schwarz und mit extra viel Zucker. Am besten so, dass der Löffel stecken bleibt.«
    Eike blickte von ihr zu Kimi und wieder zurück. Es war klar, dass ihm ihre
    Geheimniskrämerei nicht entging, trotzdem stand er auf und strich seine vom Flug
    zerknitterten Chinos glatt. »Schwarzer Tee und ein paar ordentliche Frühstücksbrote –
    kommt sofort. Und für Konstantin mache ich auch welche, der kann was auf den Rippen
    vertragen. Dass deine Eltern sich keine Sorgen um dein Gewicht machen, ist auch so eine Sache, über die wir dringend einmal sprechen müssen. Sieht ganz danach aus, als gebe es einiges, das in Ruhe im Familienverbund diskutiert werden sollte.« Kopfschüttelnd stand er auf.
    »Ich heiße Kimi und nicht Konstantin, Opa Eike«, rief Kimi ihm überraschend umgänglich hinterher und verzichtete sogar auf die Gelegenheit, seine Eltern wegen ihrer Namenswahl zu beschimpfen. Diese neue Friedfertigkeit war ausgesprochen verblüffend.
    »Hat es Sören in den letzten vierundzwanzig Stunden irgendwie geschafft, dich zu
    erreichen?«
    Kimi blickte verwundert drein. »Nö, warum fragst du?«
    »Nur so … und Gabriel, ist der dir vielleicht zufällig über den Weg gelaufen?«
    »Sorry, nein. Er muss aber da gewesen sein, sein Spiegelrahmen ist nämlich
    verschwunden. Übrigens als Einziges von seinen Sachen. Ich habe das bereits überprüft.
    Ein Mann und sein Rahmen, wohin könnten die beiden wohl gegangen sein?«
    Ella schluckte schwer. »Dass der Rahmen nicht mehr da ist, weiß ich. Aber wo Gabriel sich aufhält … Um ehrlich zu sein: Ich weiß überhaupt nicht, was geschehen ist. Eben gab es sowohl Gabriel als auch meinen Garten noch, und im nächsten Moment war beides fort. Wie war deine Nacht?«
    »Traumlos, da schlaflos.«
    Kimi ließ sich dicht neben Ella nieder, sodass ihre beiden Oberarme aneinanderlagen. Es war schön, seine Wärme zu spüren. Tief in Ella hatte sich nämlich eine Kälte aufgetan, der sie selbst nichts entgegensetzen konnte. Als hätte der Winter in ihrer Seele Einzug gehalten, und ein Großteil ihrer Gefühle läge unter einer dicken Schneedecke.
    »Erst habe ich mich gründlich bei Nora ausgeheult, was mir

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