Die dreizehnte Gabe: Der Dunkle Wald (Die 13. Gabe) (German Edition)
Bibliothek?«
Roxy
überging das Wörtchen meiner .
»Ich hab ein bisschen gestöbert, wollte wissen, ob ich den
Standpunkt der Nürnberger Elevaaldoorzentrale herausfinden kann.
Aber nein …«, Roxy schlug dramatisch mit ihrer Faust auf
das alte Holz des Tisches, »… kein Wort über die
Zentrale! Nur über jämmerliche Bienen und irgend so etwas
wie Erdwürfel und … ach keine Ahnung.« Sie schlug
ein zweites Mal mit der Faust auf den Tisch.
»Hm,
ob man hier etwas darüber findet, weiß ich nicht, aber
wieso pendelst du es nicht einfach aus? So wie wir es bei Lavinia
getan haben.«
Roxy
sprang auf, drückte Nadia dankend und verließ ohne ein
weiteres Wort die Bibliothek. Sie durchquerte eilig die
Eingangshalle, zog den Stadtplan und das Pendel aus einem Schub und
legte beides auf den Wohnzimmerboden. Sie breitete den Plan aus und
hielt das Pendel darüber Mit geschlossenen Augen versuchte sie,
sich auf die Elevaaldoorzentrale in Nürnberg zu konzentrieren.
Es kam ihr vor wie eine halbe Ewigkeit, wie sie so dasaß, mit
angestrengt geschlossenen Augen, einem schmerzhaften ausgestreckten
Arm und den Gedanken an die Teleportationsplattform.
Da
lachte Nadia hinter ihr und hüstelte.
Ungeduldig
warf sie das Pendel auf den Stadtplan. Es war ohne ein eindeutiges
Zeichen einfach unter ihrer Hand stehen geblieben und hatte nur
gezappelt, wenn Roxy ihren Arm ungeduldig bewegte. »Lach nicht
so dumm! Mach es gefälligst selbst!«
»Wie
du meinst! Du bist zu ungeduldig, und du konzentrierst dich nicht
richtig.« Nadia kniete sich hin, nahm das Pendel und schloss
sanft ihre Augen. Kurze Zeit pendelte der Kristallkopf ausgelassen
über dem Stadtplan hin und her, ehe er zielgenau auf eine große
grüne Fläche auf der Karte strebte.
»Na
siehst du, es klappt doch, die Elevaaldoorzentrale liegt genau dort
am …«
» … Stadtpark!«,
beendete Roxy erstaunt und voller Freude.
»Wo
soll denn da eine Magische Behörde sein? Dort gibt es doch
nichts außer Bäumen und Wiesen?«, fragte Nadia.
»Na
ja nicht ganz, an der Hauptstraße wurde doch dieses moderne
Gebäude errichtet. Aber sieh mal …«, sie deutete
auf die Spitze des Kristallpendels, »dort kann es auch nicht
sein, das Pendel zeigt auf den Rand des Weihers.«
»Vielleicht
findet ein normaler Mensch die Zentrale nicht?«, sagte Nadia.
»Aber
wir sind ja nicht normal. Besonders du, du hast die Gabe der
Ahnungen. Mit dir finde ich die Elevaaldoorzentrale mit Sicherheit.«
Roxy stemmte ihre Arme in die Hüften.
»Nein
Roxy! Ich finde – nein ich weiß, wir sollten auf Motzig
warten. Vermutlich ist es inzwischen zu gefährlich, alleine nach
St. Benedikt zu gehen.«
Roxy
senkte die Arme. »Na gut, dann warten wir eben.«
Roxy
wartete ungeduldig auf
seine Rückkehr, unfähig sich die Zeit mit einem sinnlosen
Playstationspiel totzuschlagen. Stattdessen saß sie unruhig,
die Beine über die Lehne eines Sessels gelegt, im Wohnzimmer.
Das
regelmäßige Schlagen von Roxys Füßen auf die
Sesselseite hatte Nadia scheinbar beim Arbeiten gestört. Sie
hatte verkündet, sie würde den Mietvertrag für ihren
Mandanten auf ihrem Zimmer überprüfen.
Als
endlich die schwere Holztür des Anwesens aufgeschoben wurde,
sprang Roxy von ihrem Sessel auf und überrannte den
hereinkommenden Motzig fast.
»Hey,
da bist du ja endlich! Wir haben herausgefunden, wo die
Elevaaldoorzentrale ist! Nadia meinte, wir sollten auf dich warten
und mit dir zusammen dort hingehen. Ich fand’s zwar
schwachsinnig, doch jetzt bist du eh da. – Sag mal, was ist
denn mit dir los?« Roxy fiel in ihrer Aufregung erst jetzt auf,
wie fertig Motzig aussah. Seine Wangen waren von ausgeprägten
Kratzern gezeichnet, auf seiner Stirn zeigten sich tiefe Falten und
die dicken dunklen Ränder unter den Augen verrieten seinen
Schlafmangel.
»Nichts,
ich bin nur müde – ziemlich. Können wir das nicht
morgen besprechen?«, sagte er kaum vernehmbar.
So
erschöpft hatte Roxy ihn noch nie gesehen.
»Wo
warst du?« Nadias
Stimme hatte scharf durch die hohe Eingangshalle geklungen. Verblüfft
über ihren Ton, drehte sich Roxy um.
Nadia
stand mit böse funkelndem Blick am oberen Treppenabsatz.
»Hey
…«, Motzig schien zu überlegen ehe er fortfuhr.
»Roxy hat mir gerade erzählt, ihr hättet
herausgefunden, wo die Zentrale ist?« Hörbar angestrengt
versuchte er, seiner schwachen Stimme Ausdruck zu verleihen.
»Ja«,
sagte Nadia bloß und kam hoch erhobenen Hauptes die Treppe
herunter und auf ihn
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