Die dreizehnte Gabe: Der Dunkle Wald (Die 13. Gabe) (German Edition)
seines Zuhauses näherten sich
ihm in gewohnt schnellem Tempo.
Als
er in die Eingangshalle kam, hörte er die anderen im Wohnzimmer
reden und gesellte sich zu ihnen. Als er den Raum betrat,
breitete sich Stille aus. »Schon gut«, sagte er und Nadia
ließ sich in ihren Sessel zurückfallen, als er sich
setzte. Jemand, der ihn tröstete konnte er nun gar nicht
gebrauchen.
»Also,
wo bleibt unser kleiner Held?«, fragte Roxy und zwinkerte Maxim
unauffällig zu. Maxim fühlte sich freudig erregt, ehe er
sich wunderte, über wen sie sprachen.
»Weiß
ned! Aber es wird doch wohl nicht sieben Stunden dauern, ein Buch zu
kaufen«, meinte Nadia besorgt.
»Wahrscheinlich
textet er immer noch den Verkäufer zu«, sagte Roxy und
versuchte die gedrückte Stimmung aufzulockern.
Leises
Tapsen kündigten Lucas Schwester Qendressa an.
Sie
blieb im Türrahmen stehen und drehte ihre Schleife zwischen den
Pfoten. »Frau Lavinia, ist mein Bruder zurück?«
Lavinia
blickte mit einem gezwungenen Lächeln zu ihr hinunter. »Er
wird bald kommen. Sicher schlendert er noch etwas durch die Gassen.«
Maxim
schaute erschrocken zu Roxy.
Sie
deutete ihm mit einer Handbewegung, sie würde ihn später
aufklären.
Da
konnten sie bereits weiteres Tippen hören und Luca tauchte
plötzlich an der Tür zum Wintergarten auf.
»Endlich!«,
stieß Lavinia hervor und stand auf, um ihn zu begutachten.
»Hast du dir wehgetan?« Sie überzeugte sich davon,
dass alle Gliedmaßen an ihrem Platz waren.
»Die
Reise war lang, hart und ein einziger Weg der Verzweiflung«,
antwortete der Pixie und die anderen knieten sich ebenfalls vor ihn.
»Wo
ist das Buch?«, fragte Nadia sichtlich enttäuscht und
blickte an ihm hinunter.
Maxim
tat das Gleiche. Der Pixie, mal abgesehen von seiner seltsamen
Gestalt, hatte zerkratzte Pfoten und Blutflecken im Fell, seine Jacke
und sein Kilt waren aufgeschlitzt und voller Schlamm, um seinen Mund
erkannte Maxim einen braunen Fleck, er wollte nicht wissen, was das
war.
»Was
ist passiert?«, sagte Lavinia erschrocken.
»Ich
kämpfte mich voller Motivation durch das dunkle Unterholz des
noch dunkleren Waldes, schaffte es, die Wachen der Stadt zu täuschen
und schlich mich zu besagter Buchhandlung.«
»Und
dann?«, unterbrach ihn Nadia.
»Ich
stürmte hinein
und bedrohte ihn«, sagte Luca und fuchtelte mit seinen vier
Pfoten wild durch die Luft.
Maxim
vermutete, dass er mit ihn den Verkäufer
meinte.
»Ich
verlangte das allseits begehrte Buch«, sagte Luca mit traurigem
Gesichtsausdruck.
»Und
dann? Wieso allseits begehrt?«, fragte Nadia gierig.
»Lass
ihn doch mal ausschnaufen!«, sagte Lavinia genervt.
»Nein!«,
sagte Luca.
»Nein?
Was nein?«, fragte Lavinia nun doch.
»Der
Verkäufer sagte Nein! Er verkauft keine Bücher an Pixies
und dann schmiss er mich raus. Vorher konnte ich aber einen Blick in
die heiligen Schriften werfen, die gewünschte Seite war daraus
entfernt worden«, sagte Luca nun ganz ohne Dramatik.
»Heiligen
Schriften?«, fragte Maxim ungläubig.
»Er
übertreibt immer etwas«, wandte sich ihm Roxy zu.
»Gut,
dann wollen wir unser Geld wieder«, sagte Nadia und Lavinia
blickte sie böse an.
»Das
geht nicht! Anzahlung ist Anzahlung!«, rief Luca.
»Ich
vermute, die zehn Gulden sind für die Schokolade
draufgegangen?«, sagte Lavinia und lachte, während Luca
mit seiner Zunge nach dem braunen Fleck um seinen Mund schleckte.
»Dann
war alles umsonst«, sagte Nadia niedergeschlagen und auch
Motzig schien die Hoffnung aufzugeben.
»Nun
ja, ich bin euch etwas schuldig, das ist wohl klar. Aber es war nicht
ganz umsonst«, sagte Luca und hob eine seiner Pfoten.
»Wie
meinst du das?«
»Ihr
könnt ja den fragen, der hat mich verfolgt.« Luca zeigte
mit seiner Pfote auf die andere Seite des Wohnzimmers.
Alle
Köpfe drehten sich und tatsächlich, dort stand ein Mann, so
blass wie eine Leiche, nur seine Lippen waren blutrot. Sein schwarzer
Mantel wehte in einem mysteriösen Wind, der nicht zu spüren
war.
»Guten
Abend«, sagte der Mann kühl, hob ohne Vorwarnung seine
Hände und zielte damit auf sie.
Eine
Art Schallwelle strömte wie in Zeitlupe durch das Zimmer und
zerteilte die teure Couch und etwaige andere Möbelstücke,
deren Überreste quer durchs Zimmer flogen.
Sie
konnten nicht mehr ausweichen.
Maxim
warf sich über Roxy. Motzig zog Nadia zu sich und Lavinia warf
sich vor Luca auf den Boden.
Maxim
fühlte sich plötzlich schwerelos und federleicht. Er sah
alles in Zeitlupe
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