Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die dreizehnte Gabe: Der Dunkle Wald (Die 13. Gabe) (German Edition)

Die dreizehnte Gabe: Der Dunkle Wald (Die 13. Gabe) (German Edition)

Titel: Die dreizehnte Gabe: Der Dunkle Wald (Die 13. Gabe) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manuel Scherzinger
Vom Netzwerk:
Schutz des Stadtwalters und seines Palastes zuständig.
Etwas, das den heutigen Tag von den normalen Tagen unterschied, war
die Tatsache, dass sich zwei Eiswächter in der Gestalt von Pumas
auf dem Spatzenplatz herumtrieben. Mit argwöhnischem Blick
erkundeten sie jedes Lebewesen auf dem Platz und hielten sich vom
Palasteingang diskret fern. Elsbeth fiel auf, dass sich die sonst so
stolzen Wächter besondere Mühe gaben, kein Aufsehen zu
erregen, ständig hinter kleinen Mauern verschwanden und sich
geduckt um Cafés oder Marktstände bewegten. Ihr sonst
strahlend weißes Fell – Pumas hatten ja normalerweise ein
schwarzes Fell, Eiswächter zeigten stets ein weißes
Erscheinungsbild, egal in welcher Form sie auftraten – war
gräulich gefärbt, als wollten sie mit dem Pflaster
verschmelzen.
    Elsbeth
spürte ihre wütenden Blicke auf sich ruhen. Betont gelassen
überquerte sie den Platz. Einer der Pumas versuchte, näher
an sie heranzukommen, doch eine Art durchsichtige Mauer schien ihn
daran zu hindern. Elsbeths Feuerwächter lief mit hoch erhobenem
Kopf an ihrer Seite. Pumas waren zwar Wächter des bisher
höchsten bekannten Levels, doch im direkten Kampf würden
sie wohl gegen ein Feuerwesen eines niedrigeren Levels verlieren. Der
Eiswächter ließ ein Knurren gegen ihren Feuerwächter
verlauten.
    Den
Fuchs schien das nicht zu interessieren. Sichtlich entspannt tänzelte
er weiter.
    »Name
und Ausweis?«, verlangte einer der normalen Krieger am
Palastgitter mürrisch. »Was
wollen sie hier?«
    »Elsbeth
Maria, ich bin Meisterin für Äußeres und bin heute
zum Essen bei unserem Stadtwalter eingeladen.« Sie übergab
ihm ihren
Ausweis.
    »Eigene
Wächter sind im Palast nicht gestattet!«, sagte der
Krieger und gab Elsbeth ihren Ausweis zurück.
    »Ich
nehme meinen Fuchs überall mit, das war noch nie ein Problem!«
    »Tut
mir leid, aber die Sicherheitsmaßnahmen wurden drastisch
verstärkt. Auf dem Grundstück wuselt es nur so von Wächtern
in allen möglichen Gestalten. Keine Sorge, Sie sind vollkommen
geschützt.«
    Ihr
war nicht wohl bei dem Gedanken, ihren Wächter vor der Tür
warten zu lassen.
    »Mein
Fuchs kann vor dem Tor warten, doch früher oder später wird
das in einem Desaster enden.« Sie
zeigte auf die Eispumas, die lauernd um die Krieger, Elsbeth und
ihren Wächter schlichen. Mit leisem Fauchen versuchten sie, den
Fuchs einzuschüchtern, und vergaßen dabei scheinbar völlig
ihre eigentliche Aufgabe, den Spatzenplatz zu überwachen.
    Der
Krieger blickte fragend zu einem der schwarz Vermummten. Dieser
nickte.
    »Also
gut, aber nehmen sie ihn schnell mit hinein«, sagte ihr
Gegenüber schließlich.
    Das
goldene Gatter öffnete sich schwerfällig und Elsbeth betrat
mit ihrem Wächter das Gelände des Palastes.
    »Verschwindet
zurück auf den Platz, ihr elendigen Wächter!«,
schimpfte der Krieger und verscheuchte die Pumas vom Gatter. Die
Biester hörten nicht hin. »Ein Jammer, dass diese
Wächterwirte nicht selbst an Ort und Stelle sein können, um
auf ihre Wächter aufzupassen!«
    Damit
hatte der Krieger nicht unrecht. Der Wächterwirt durfte niemals
bei einem Einsatz seiner erschaffenen Wächter in der Nähe
sein. Die meisten Wächter, an sich sehr stark und kaum zu
überwinden, würden dadurch eine große Schwachstelle
erleiden – ihren
Wächterwirt. Sobald ein Wächterwirt starb, verlöschten
zugleich alle von ihnen erschaffenen Wächter.
    Elsbeths Fuchs saß fit und munter
neben ihr und beobachtete eine näherkommende Kutsche,
gezogen von einem grünlich schimmernden Pegasus. Mit stolzem
Blick wendete der Pegasus bei den beiden. Die Kutsche kam mit der Tür
direkt vor ihnen zum
Stehen. Auf Elsbeths Befehl erlosch das feurige Fell ihres Wächters
und offenbarte eine unschöne ledrige Haut. Sie öffnete die
Kutschentür und ließ ihn zuerst
hineinhüpfen, ehe sie ihm folgte.
    Auf
der Bank ihr gegenüber saß ein schlafender Kollege.
Elsbeth Maria kannte Hubertus Jacob sehr gut. Er war der Meister für
Bildung in Arcancieel. Zweifellos, einst
ein genialer Denker, war er heute gebeutelt durch seine jahrelange
Tätigkeit in der Politik. Er hatte schütteres graues Haar,
das er wirr und ohne jedes ersichtliche Schema um den Kopf herum
gekämmt hatte. Seine Hände lagen schlaff in seinem Schoß,
die Fingernägel schmerzhaft weit abgekaut. Sein Kopf rüttelte
während der Fahrt kläglich von einer Schulter zur anderen.
    Elsbeth
hatte großes Mitleid mit ihm. Bis heute war sie der Meinung, er
hätte

Weitere Kostenlose Bücher