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Die Geliebte des Normannen

Die Geliebte des Normannen

Titel: Die Geliebte des Normannen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brenda Joyce
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beide bedrohte.
    »Nein. Schottlands nächster König wird Edward sein. Das hat Vater so entschieden, und so muss es sein.«
    Stephen betrachtete sie.
    »Und Malcolm kann sich nicht irren?«
    Mary fuhr auf.
    »Reden wir nicht über Malcolm!«, sagte sie in scharfem Ton.
    »Warum nicht, Mary? Hat er immer recht?« Plötzlich hatte sich auch Stephens Ton verändert, plötzlich klang er verärgert.
    Marys Herz schlug zu heftig; sie schüttelte den Kopf und weigerte sich zu antworten.
    Sie konnte nicht.
    Stephen stand auf.
    »Wir können kein Risiko mehr eingehen, Mary. Deshalb wirst du in den nächsten Tagen in Graystone bleiben; hier bist du bis zu unserer Hochzeit sicher.«
    »In den nächsten Tagen? Aber wir heiraten erst in drei Wochen!
    »Nein«, widersprach Stephen und beugte sich über sie. »Unser Hochzeitstag wird vorverlegt.«
    »Vorverlegt?
    »Der König hat bereits zugestimmt. Angesichts dessen, was vorgefallen ist, wäre es höchst unklug, den Termin noch hinauszuzögern. Sobald du in der Lage bist, das Ehegelübde abzulegen, werden wir heiraten.«
    Mary blickte ihn aus großen Augen an. Ihr Herz schlug vor Freude einen Purzelbaum, sie musste lächeln. In ein paar Tagen würden sie heiraten, in ein paar Tagen würde sie seine Gemahlin sein!
    Erst als Stephen gegangen war, bemerkte sie, dass seine Reaktion eine ganz andere gewesen war als ihre. Er hatte nicht gelächelt, als er ihr die unerwartete Nachricht mitteilte. Er war vielmehr grimmig und beunruhigt gewesen, als würde er in unmittelbarer Zukunft eine Katastrophe erwarten.
    »Sobald sie in der Lage ist, das Ehegelübde abzulegen.«
    »Richtig, lieber Bruder, sobald Prinzessin Mary gesund genug ist, die Messe durchzustehen und ihr Gelübde abzulegen, werden sie heiraten.« Rufus lächelte bitter. »Gibt es einen Grund dafür, dass dich diese Eile verärgern sollte, mein lieber Henry?«
    Prinz Henry war wütend.
    »Ihr wisst, dass ich gegen diese Verbindung bin; das habe ich von Anfang an klar gesagt. Ich hoffe noch immer darauf, dass Ihr Vernunft annehmt und sie verbietet.«
    »Was glaubst du denn, warum ich ihr überhaupt zugestimmt habe?«
    »Ich habe nicht die geringste Ahnung.«
    »Damit Malcolm beruhigt ist, wenn sich unsere Armeen auf ihn stürzen.« Rufus grinste. »Mir ist der Gedanke gekommen, dass er nach der Hochzeit noch argloser sein wird.«
    »Ihr habt Euch selbst übertroffen, Bruder«, sagte Henry leise, aber ärgerlich. »Was werdet Ihr tun, Mylord, wenn der Tag kommt, an dem Northumberland sich auf die Seite Schottlands stellt – gegen Euch?«
    »Dieser Tag wird niemals kommen.« »Ihr seid verrückt! Wegen einiger wertloser Berge gebt Ihr de Warenne genügend Macht, dass er Euch groß machen oder auch ruinieren kann!«
    Henry ging erregt im Zimmer auf und ab. In Augenblicken wie diesem wusste er mit absoluter Sicherheit, dass er englischer Monarch sein sollte. Niemals würde er einem einzelnen Adeligen eine solche Macht in die Hand geben. Niemals würde er einem seiner Vasallen eine solche Machtfülle anvertrauen. Angesichts der Dummheit seines Bruders konnte er nur bedauern, dass Mary nicht ertrunken war.
    »Wer hat versucht, sie zu ermorden?«
    »Ich weiß es nicht. Warst du es nicht, Henry?«, fragte Rufus schmeichelnd.
    Eine neuerliche Welle des Zorns rötete Henrys Gesicht. »Wenn ich hinter diesem Anschlag stünde, dann würde sie jetzt nicht mehr leben, dessen könnt Ihr sicher sein!«
    Rufus erhob sich, trat ans Fenster und blickte auf London hinaus.
    »Ich glaube dir.«
    »War es also versuchter Mord?«
    »Im Gegensatz zu manchem Klatsch, der nun grassiert, war es das.«
    Plötzlich lächelte Henry.
    »Ist sie wirklich vor de Warenne weggelaufen?«
    »Findest du das amüsant?«
    »Sehr sogar.« Er lachte. »Bei Gott, ich wette, Stephen war außer sich. Dieser kleine Fratz wagt es, sich gegen ihn zu stellen. Ich wünschte, ich könnte bei einem ihrer privaten Gespräche dabei sein!«
    »Hmm. Ich denke, du würdest dich vor allem für diesen kleinen Fratz interessieren.«
    Henry musterte seinen Bruder.
    »Wenn ich einer derartigen Versuchung ausgesetzt würde, würde ich mich nicht verweigern. Und wenn de Warenne Euch nur die kleinste Ermutigung gäbe, dann würdet Ihr auch ganz schnell in sein Bett springen, nicht wahr, Eure Majestät?«
    Nun war es an Rufus, wütend zu werden.
    »Vielleicht wenn er ein Knabe wäre, aber so ein Mann ist ja wohl kaum attraktiv. Kaum attraktiv!«, wiederholte der König schroff.
    Doch er belog

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