Die Goldenen Regeln des friedvollen Kriegers
dieses glückliche Bild vor Augen, denn das ist etwas sehr Reales, was du immer noch von ihm besitzt. Zwar ist der Körper dieses Menschen nicht mehr da, aber die Energie und die Erinnerungen werden bei dir bleiben, solange du willst.
Und nun stelle dir vor deinem inneren Auge und in deinem Herzen vor, wie du diesem Menschen liebevoll Lebewohl sagst—auf welche Art und so lange, wie du möchtest. Stell dir vor, wie du dich gerne von ihm verabschiedet hättest, wenn du vorher gewußt hättest, daß er sterben würde.
Akzeptiere alle Gefühle, die dabei in dir aufsteigen – auch den Mut, von jetzt an allein dazustehen. Betrachte die guten, positiven Eigenschaften dieses Menschen als ein Geschenk an dich. Und sag ihm Lebewohl.
Wenn eine Beziehung zu Ende geht
Nicht alle Beziehungen halten so lange, «bis daß der Tod uns scheidet» – und das sollen sie auch gar nicht, allen guten Absichten, willkürlichen Belehrungen oder Erwartungen anderer
Leute zum Trotz. Menschen verbinden sich zu den verschiedensten Zwecken miteinander, und die Beziehungen enden wieder, sobald sich der Zweck erfüllt hat. Manchen Beziehungen ist es bestimmt, lange zu halten; anderen ist eine kürzere Dauer beschieden.
Eine feste Bindung schafft viele Voraussetzungen für spirituelles Wachstum, denn in einer solchen Beziehung ist man gezwungen, Kompromisse einzugehen, Opfer zu bringen, zu teilen, kooperativ zu sein und dem Partner Offenheit und Vertrauen entgegenzubringen. Trotzdem heißt das nicht unbedingt, daß wir eine Beziehung bis zum bitteren Ende durchstehen müssen, egal, was passiert.
Ob man nun verheiratet war oder nicht, wenn die Beziehung zu Ende geht, sollte man vor diesem Ende die gleiche Achtung haben wie vor jedem Tod oder Verlust. Vielleicht haben die Partner Ressentiments gegeneinander oder sind sich fremd geworden, oder sie bleiben gute Freunde. In jedem Fall verdient die Beziehung selbst Respekt. Man kann trotz allem den Zweck würdigen, den sie erfüllt hat, und den besten Nutzen aus ihr erhalten, indem man ausführlich Bilanz zieht – das heißt, sie als Chance sieht, etwas zu lernen und innerlich zu wachsen.
Tod und Scheidung sind sicherlich ebenso bedeutende Einschnitte in unserem Leben wie Geburt und Eheschlicßung, oft lernen wir sogar noch viel mehr daraus. Wir haben uns für unser Basis-Selbst schöne Hochzeitszeremonien ausgedacht. Eine Trennungszeremonie wäre aber auch sehr nützlich.
Eine solche Trennung sollte am besten im Beisein beider Partner und einer Gruppe enger Freunde ausgesprochen werden. Sind die beiden Partner einander dazu schon zu entfremdet, kann auch nur einer allein sich dieser Zeremonie unterziehen. Er verändert den Text dann einfach entsprechend und ersetzt das «Wir» durch ein «Ich».
Eine Trennungszeremonie
Wir sind hier, um die Trennung zweier Seelen bekanntzugeben, die von nun an getrennte Wege gehen werden.
Obwohl es so aussieht, als ob wir uns aus negativen Gründen
voneinander trennen – mit (teils ausgesprochenen, teils unausgesprochenen) Gefühlen des Schmerzes und des Zorns –, ist es Zeit, zu akzeptieren, daß diese Veränderung dem höchsten Wohl aller Beteiligten dient, ob wir sie nun bewußt herbeigesehnt haben oder nicht und welche Gründe wir jetzt im Augenblick sehen mögen, uns zu trennen oder zusammenzubleiben. Und es liegt an uns, das Beste aus dieser Trennung zu machen: etwas über uns selbst zu erfahren, zu wachsen und uns weiterzuentwickeln, damit die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, und der Augenblick der Trennung für uns beide Früchte tragen.
Wir wollen uns nun eine glückliche Zeit ins Gedächtnis zurückrufen, die wir gemeinsam erlebt haben. Wir wollen uns nicht daran klammern; es soll uns aber bewußt sein, daß diese Erinnerungen uns bleiben – trotz der Schatten und Probleme, die uns im Augenblick bedrücken. (Erinnerungspause)
Wir wollen anerkennen, was wir miteinander geteilt und gemeinsam geschaffen haben, und wir wollen auch würdigen, was unser Partner uns gegeben hat – ob es nun wenig war oder viel-, und uns darüber im klaren sein, daß jeder von uns beiden das Beste getan hat, wozu er in seinem jetzigen Entwicklungsstadium fähig war. ( Pause für einen stummen Dank )
Wir wollen auch die schmerzlichen Gefühle akzeptieren, die in uns aufsteigen; wir wissen, daß sie vorübergehen werden. Wir lassen uns die Möglichkeit offen, eines Tages, wenn unsere Verletzungen geheilt sind, gute Freunde zu sein und einander die
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