Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die Schlüssel zum Königreich 04 - Rauer Donnerstag

Die Schlüssel zum Königreich 04 - Rauer Donnerstag

Titel: Die Schlüssel zum Königreich 04 - Rauer Donnerstag Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Garth Nix
Vom Netzwerk:
Besprechungszimmer in der Zitadelle. Für die Marschälle und so weiter, um alle auf dem Laufenden zu halten. Besonders jetzt, wo die Festung belagert wird.«
    »Es gibt mein Einsatzzimmer«, knurrte Sir Donnerstag zähnefletschend. »Aber es gibt keine Belagerung. Das ist nichts weiter als eine Unannehmlichkeit.«
    »Dann will ich in diesem Einsatzzimmer herauskommen«, erklärte Arthur. »Bringen Sie mich dorthin oder ich werfe uns beide von der Treppe!«
    »Eure Beleidigungen … werden meine Rache … nur umso süßer schmecken lassen«, entgegnete Sir Donnerstag. Arthur konnte hören, wie er mit den Zähnen knirschte. »Sie ist nur aufgeschoben.«
    Arthur setzte zur Antwort an, doch es kam nicht mehr dazu, denn unerwartet – zumindest für ihn – trat Sir Donnerstag von der Treppe zurück ins Haus. Sofort schlug er mit der freien Hand hinter sich und schmetterte Arthur von seinem Rücken zu Boden. Benommen wollte sich der Junge aufrappeln, doch das war nicht einmal halb geschehen, da hatte Sir Donnerstag schon seine Befehle gebrüllt, und zahlreiche Bürger stürzten beflissen herbei.
    »Nehmt diesen Verräter fest! Alles ist enthüllt! Der Feind wird vom Pfeifer angeführt, und sämtliche Pfeiferkinder müssen exekutiert werden, bevor sie verräterische Aktivitäten entfalten können! Marschall Morgengrauen, kümmert Euch unverzüglich darum!«
    Arthur wurden die Arme auf den Rücken gezogen, während er angestrengt den Kopf hob. Diese Mühe wurde ihm sogleich abgenommen, als jemand ihm den Kopf in den Nacken riss, um ihm einen Arm um den Hals zu legen.
    Das alles fand in einem Kuppelsaal voller Offiziere statt. Die drei, die bei Sir Donnerstag standen, waren die größten und prächtigsten. Das mussten die Marschälle Morgengrauen, Mittag und Abenddämmerung sein. Sie alle hatten die gleichen schwarzen Augen, und Mittag trug einen Verband um den Kopf, was die Vermutung nahelegte, dass er entweder kürzlich in Kämpfe verwickelt oder nicht immer einer Meinung mit Sir Donnerstag gewesen war. Arthur hielt die zweite Möglichkeit für wahrscheinlicher.
    »Wir sind keine Verräter!«, krächzte er, während er rückwärts zu einer Tür gezerrt wurde. »Sir Donnerstag hat zwei seiner eigenen Soldaten getötet! Er ist als Kommandeur untauglich! Ich bin ebenfalls Offizier in der Glorreichen Armee der Architektin, und ich verlange –«
    Weiter kam er nicht, denn Sir Donnerstag durchquerte den Raum mit einem einzigen Satz und rammte ihm die Faust in die Magengrube. Solche Schmerzen hatte Arthur noch nicht erlebt, das war schlimmer als der Beinbruch. Er konnte nicht mehr atmen, und eine ganze Weile glaubte er, nie wieder Luft zu bekommen. Es war sogar noch beängstigender als ein Asthmaanfall, denn sein Brustkorb fühlte sich nicht nur zugeschnürt, sondern tatsächlich zerschmettert an.
    Doch nach zehn, zwölf schrecklichen Sekunden konnte er wieder einatmen, denn Sir Donnerstags Aufmerksamkeit wurde von Marschall Morgengrauen abgelenkt. Durch ihre grüne Grenzerkleidung hob sie sich von der Masse der scharlachroten Hauptquartiersuniformen ab und unterschied sich auch insofern von allen anderen, als sie auf Sir Donnerstag zuging, statt vor ihm zurückzuweichen.
    »Der Leutnant hat recht. Er hat eine ernsthafte Anschuldigung vorgebracht und muss gehört werden.«
    Sir Donnerstags Augen wurden schmal. Er glitt wie eine Schlange auf den Marschall zu.
    »Muss gehört werden? Ich habe Befehle erteilt, oder etwa nicht, Marschall Morgengrauen? Ich will, dass diese Pfeiferkinder getötet werden!«
    »Die Vorschriften besagen –«
    Sir Donnerstag schlug ihr ins Gesicht. Sie taumelte, unternahm aber keinen Versuch, sich zu verteidigen, sondern spuckte lediglich einen Zahn aus. Dann setzte sie erneut an.
    »Die Vorschriften besagen, dass ein Untersuchungsgericht –«
    Der nächste Schlag ließ sie in die Knie gehen. Doch sie stand wieder auf, und diesmal traten die beiden anderen Marschälle nach vorn, um sich neben sie zu stellen.
    »Sir, dies ist weder die Zeit noch der richtige –«, begann Marschall Mittag.
    »Befehle!«, schrie Sir Donnerstag mit überschnappender Stimme. Er drehte sich um und zeigte auf Arthur. »Ich befehle meinen Soldaten, alle Pfeiferkinder zu töten, beginnend mit diesem da! Ist denn niemand hier, der seine Pflichten kennt?«
    »Keiner rührt sich!«, blaffte Marschall Abenddämmerung, und seine Stimme war kalt und schneidend. »Das ist keine legale Order. Wir sind Soldaten, keine

Weitere Kostenlose Bücher