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Eve & Adam (German Edition)

Eve & Adam (German Edition)

Titel: Eve & Adam (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Katherine Applegate , Michael Grant
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hämmert wie verrückt gegen meine Brust.
    Ich halte den Mohnbagel für Tattoo-Tommy bereit. Was jetzt passiert, ist entscheidend. Wenn ich Mist baue …
    »Hallo, Solo.«
    Ich erschrecke mich fast zu Tode. Vor mir steht Ben, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter.
    Ben runzelt die Stirn. »Wo ist dieser … wie heißt er noch mal? Der Kaffeetyp.«
    »Jackson. Hat sich auf der Hochzeit eine Nahrungsmittelvergiftung zugezogen. Zumindest behauptet er das.« Ich versuche ein Lächeln. »Ich vertrete ihn solange.«
    »Ist wahrscheinlich besser als Schule.«
    »Nicht wirklich.«
    Ben greift nach einem Donut und wendet sich zum Gehen. Dann nimmt er mit einem schuldbewussten Grinsen noch einen zweiten. »Großes Projekt. Da braucht man viele Kohlenhydrate.«
    Ich bin so müde und erledigt, dass ich mich frage, ob ich das durchziehen kann. Wie ein Zombie schiebe ich seit einer geschlagenen Stunde diesen blöden Karren herum, verteile Muffins und Chai-Tee und beantworte Fragen meist einsilbig. Oft sogar nur mit einem Grunzen.
    Ich habe zu wenig geschlafen und viel zu viel Adrenalin.
    Aber es ist an der Zeit.
    Eigentlich wollte ich warten, bis Eve weg ist.
    Doch ihr Gesicht letzte Nacht, als ich ihr sagte, warum sie so schnell gesund wurde … Ich weiß nicht. Sie ist nicht mehr lange da, und ich habe das Gefühl, sie verdient es, die ganze Wahrheit zu erfahren.
    Vielleicht will ich auch nur jemanden, der mich unterstützt. Ich dränge den Gedanken beiseite. Nein, das ist nicht mein Stil.
    Ich nähere mich Tommy mit meinem Wagen.
    »Der Bageljunge«, sagt Tommy, ohne vom Bildschirm aufzublicken.
    Sein Computer ist eingeschaltet. Ihn zu hacken, ist unmöglich. Tommy hat ein alphanumerisches Passwort eingegeben, das fast so lang ist wie meins. Zusätzlich zur Netzhauterkennung. Absolut hackersicher, es sei denn, ich hätte einen Supercomputer, zehn Jahre Zeit und Tommys rechtes Auge.
    »Hier ist Ihr Bagel«, sage ich.
    Ich kann seinen Bildschirm sehen. Er spielt Fantasy Football . Was sicher mehr Spaß macht als Solitär .
    »Na, hast du irgendeine Meinung zum neuen Quarterback der Jets?«, fragt er. Seine Version von Gleichberechtigung: sich mit mir über Sport zu unterhalten.
    Ich verstehe nichts von Sport und interessiere mich auch nicht dafür.
    »Eher nicht. Bagel?«
    »Er heißt nicht Bagel, sondern Jibril.« Ein Hammerwitz, also lache ich. Das Lachen klingt in meinen Ohren angestrengt und hysterisch.
    »Stell ihn einfach hin«, sagt Tommy. Ich langweile ihn bereits.
    Ich lege den Bagel neben die Tastatur. »Cappuccino?«
    »Ja, stell ihn …«
    Ich muss gar nicht so tun, als würde ich den Kaffee verschütten. Es passiert von selbst. Ja, ich hatte es geplant, aber jetzt passiert es einfach.
    »Aaaah!«
    Kaffee auf seinem Schoß, seinem Bein, seinem Arm.
    Tommy schiebt sich mit einem Ruck vom Tisch weg und gießt dabei den restlichen Kaffee über sich.
    »Idiot!«, kreischt er.
    Er springt auf, hüpft ein paar Schritte zurück und klopft sich auf die Kleider.
    »Tut mir leid, tut mir leid«, sage ich immer wieder und greife nach den Servietten auf meinem Wagen.
    Er stößt mich wütend zur Seite und flucht lauthals.
    Wird er …?
    »Verdammt, ich muss mich umziehen.«
    Ja!
    Er rennt schimpfend weg und überlässt mir seinen Arbeitsplatz.
    Sobald er verschwunden ist, lege ich los. Ich zittere am ganzen Leib.
    Seit Jahren hacke ich Spikers Systeme, aber das hier ist ein individueller Arbeitsplatz. Was hier gemacht wird, ist so persönlich oder geheim, dass es nicht auf den Hauptservern gespeichert wird.
    Ich tippe die Projekt-Nummer ein.
    Und bin drin, einfach so.
    Jetzt folgt der schwierigste Teil, nämlich die Daten herunterzuladen. Der Computer hat keinen USB -Anschluss.
    Gibt es vielleicht WLAN ? Dürfte es eigentlich nicht, denn WLAN ist hier aus Sicherheitsgründen verboten. Aber ich habe Glück.
    Ich öffne Tommys WLAN und suche nach einer aktiven Verbindung. Sie heißt snakep , benannt nach Snake Plissken, meinem Namensvetter aus dem Film Die Klapperschlange. Eben jenem einzigen anderen Plissken, den ich kenne.
    Jetzt wird eine Datei nach der anderen auf mein Handy geladen. Wie viel Zeit habe ich? Ich werfe einen schuldbewussten Blick über die Schulter. Mit einer Hand wische ich den Kaffee ab, der auf den Stuhl getropft ist. Nur für den Fall, dass mich jemand sieht.
    Aber mit der andern Hand haue ich auf die Tasten ein – ich habe einen ziemlich harten Anschlag – und suche nach Dingen, die Tommy

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