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Julia Extra Band 0313

Julia Extra Band 0313

Titel: Julia Extra Band 0313 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Janette Kenny , Carole Mortimer , Sarah Morgan , Claire Baxter
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gründen. Den schmerzhaften Stich, der Allegra bei diesem Gedanken direkt ins Herz fuhr, ignorierte sie bewusst.
    Selbst wenn sie ihre Schwierigkeiten irgendwie überwinden sollten, Tatsache blieb, dass sie als Ehefrau völlig ungeeignet für ihn war. Sie konnte keine Kinder mehr bekommen, und ein Mann in Miguels Stellung brauchte Erben.
    „ Sí , das würde eine große Umstellung für ihn werden“, stimmte er zu.
    Dicht hinter ihnen leuchteten plötzlich die Scheinwerfer eines anderen Wagens auf, der sich rasant eingereiht hatte.
    „Nein!“ Allegra riss die Arme über den Kopf, erwartete jeden Augenblick, den Airbag aufplatzen zu hören. Der angstvolle Schrei übertönte das Quietschen der Reifen, als Miguel den Wagen auf den Seitenstreifen lenkte und abrupt abbremste.
    „Allegra!“ Er griff ihre Arme und zog sie herunter.
    Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an, ihr Atem ging hektisch und flach. „Oh Gott, ich dachte …“
    „Was?“ Beruhigend strich er über ihre bloßen Arme, als sie nicht weitersprach.
    „Ich dachte, der Wagen würde uns rammen.“ Bemüht versuchte sie, ruhiger zu atmen. „Wie beim letzten Mal.“
    „Beim letzten Mal? Was meinst du?“
    „Der Unfall.“ Sie schüttelte den Kopf, frustriert über die Lücken in ihrem Gedächtnis. „Ich höre noch die Explosion, als sich die Airbags aufblähten, fühle den Druck auf meiner Brust. Und ich höre Cristobel weinen.“
    „An was genau erinnerst du dich?“
    „Nur an wenig. Meist sind es unzusammenhängende Fetzen. Hat Onkel Loring dir nicht gesagt, dass ich an Amnesie leide?“
    Eine tiefe Falte bildete sich über seiner aristokratischen Nase. „Mit keinem Ton.“
    Sie wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Wenn sie Miguels Worten Glauben schenken sollte, dann hatte ihr Onkel ihn hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Verfassung und ihres Aufenthaltsortes belogen. Aber warum sollte er so etwas tun?
    „Wie oft hast du diese Flashbacks?“ Er konnte nicht verhindern, dass sich Sorge in seine Stimme schlich.
    „Meist in der Nacht, oder wenn etwas völlig unerwartet geschieht, obwohl sich in letzter Zeit immer dieselben Fetzen wiederholen. An den Unfall selbst und die nachfolgenden zwei Wochen habe ich überhaupt keine Erinnerung.“
    Verblüfftes Erstaunen war in seinen Augen zu lesen, doch was sie wirklich irritierte, war seine Hand, die ihre nicht einfach nur hielt. Mit dem Daumen streichelte er sanft über ihre Finger und brachte damit Erinnerungen an eine Zeit zurück, die sie so viel inniger miteinander verbracht hatten.
    Sie trauerte um diese verloren gegangene Bindung zu ihm fast so sehr, wie sie um ihre Tochter trauerte.
    „Wie lange wird dieser Gedächtnisverlust anhalten?“
    „Die Ärzte meinten, es ließe sich nicht voraussagen.“ Deshalb hatte sie auch darauf bestanden, Bartholomew Fields zu verlassen. Da niemand ihr helfen konnte, musste sie die Dinge in die eigene Hand nehmen. „Ich glaube, was man mir gesagt hat. Genau wie du.“
    „Was soll das heißen?“
    „Du hast uns aufgegeben, Miguel“, erklärte sie traurig. „Wenn du mich wirklich hättest finden wollen, hätte ich nicht wie eine Gefangene in dem Sanatorium festgesessen.“
    Die Anschuldigung stand schwer zwischen ihnen. Schließlich war sie sich sicher gewesen, dass er Berge versetzen konnte, wenn er wollte. Aber er hatte sich nicht bemüht, sie zu finden. Er hatte sie aufgegeben.
    Miguel fluchte unter angehaltenem Atem und ließ Allegra los, doch statt den Gang einzulegen, griff er in seine Tasche und zog sein Handy hervor. „Ich rufe Señor McClendon an und entschuldige uns für heute Abend. Du brauchst Ruhe. Die Reise hat dich angestrengt.“
    „Nicht.“ Impulsiv legte sie die Hand auf seinen Arm und fühlte den elektrisierenden Stromschlag bei der Berührung. „Mir geht es gut.“ Monatelang hatte sie nichts anderes getan als ruhen. „Es besteht kein Grund, dein Dinner abzusagen.“
    Mit zur Seite gelegtem Kopf musterte er sie. Vermutlich befürchtete er, sie könnte ihn vor aller Augen blamieren. „Wir sollten diesen Abend verschieben, bis du deine Gefühle besser unter Kontrolle hast.“
    „Mir geht es wirklich gut“, log sie. „Du brauchst deine Pläne meinetwegen nicht zu ändern.“
    „Bist du sicher?“
    „Ja.“ Eigentlich war sie sich jedoch bei überhaupt nichts mehr sicher.
    Solange sie im Sanatorium gewesen war, hatte sie ihren Onkel alle Arrangements treffen lassen. Doch es schien, dass er sie belogen hatte. Und auch

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