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Love and Disaster

Love and Disaster

Titel: Love and Disaster Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anna Graf
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darüber.
„Ich bin vor ein paar Tagen zu Robert gefahren und habe mit ihm gesprochen“, sagte ich schließlich.
„Hat seine Majestät dich empfangen oder hat er dich mit Hunden vom Hof gehetzt?“ Mary konnte es einfach nicht lassen.
Ich lächelte, wenn ich daran dachte, wie abweisend Robert anfangs war, lag Mary mit ihrem Hundevergleich gar nicht so sehr daneben.
Mary trank ihren Kaffee aus und sagte:
„Ich wusste, dass du die Sache nicht auf sich beruhen lassen würdest. Bei dir muss immer alles schön harmonisch sein, nicht wahr, Caro? Was wird jetzt mit euch?“
„Nichts“, antwortete ich. „Wir haben geredet und uns vertragen.“
„Ja klar“, entgegnete Mary. „Jetzt bist du also die Gute und ich das Miststück.“
„Hör auf, Mary“, sagte ich. „Vielleicht bleiben wir Freunde, vielleicht sehe ich ihn nie wieder, wer weiß? Das alles hat nichts mit dir zu tun.“
„Können wir bitte das Thema wechseln?“, Mary lehnte sich zurück, schloss die Augen und hielt ihr Gesicht in die Sonne. „Ich will wirklich nichts mehr über ihn hören.“
„Gut“, antwortete ich. „Willst du sehen, was ich geschrieben habe? Ich könnte eine erste Meinung gebrauchen.“
Mary las, wir fachsimpelten ein Weilchen über mein Geschreibsel, dann machte sie sich wieder auf den Weg.
Sie lud mich für den Abend in die Burg ein, einen Jazzkeller der sich nicht weit von meiner Wohnung befand. Ihre Mitbewohnerin Lissy hatte dort einen Gig und Mary würde mit ein paar Freunden zu ihrer Unterstützung dort sein. Ich war dankbar für die Abwechslung, den Abend heute einsam zu Hause zu verbringen, hätte mich mit Sicherheit in Depressionen gestürzt. Gute Musik, nette Gesellschaft  und ein paar Drinks waren genau richtig als Gegenmittel.

6. Kapitel
    Einer meiner liebsten Freunde war Harro Haase, Galeriebesitzer, Kunstkenner, Feingeist, und natürlich, wie sollte es anders sein, Marys Mitbewohner. Ich profitierte in dieser Hinsicht wirklich stark von meiner Schwester. Ohne sie hätte ich niemals so viele Leute kennengelernt, besonders nach meiner Trennung von Clemens sah es mit Freunden ziemlich mau aus. Die meisten unserer Freunde hatten, wie es bei Scheidungen oft vorkommt, meinem Ex- Mann die Treue gehalten. Ich hatte mal in irgendeinem schlauen Buch gelesen, dass frischgeschiedene Frauen als Gefahr für die eheliche Treue anderer Paare gesehen wurden und deshalb meist schnell aufs Abstellgleis geschoben wurden.
Harro war ein richtiger Knuddelbär, mit einem Meter und siebzig gerade mal so groß wie ich und man sah ihm seine Vorliebe für gutes Essen an. Er stand ‚ziemlich gut im Futter‘, wie mein Vater es mal spitzfindig ausgedrückt hatte.
Harro war Ende dreißig, klein, rundlich und nicht besonders ansehnlich, umständlich und manchmal ein wenig versponnen, aber er war unglaublich liebenswert und ich hatte ihn sehr gern. Sein Lebensgefährte Simon war das ganze Gegenteil von ihm, groß, sehr schlank und überaus gutaussehend betörte er reihenweise Frauen, welch dann meist gar nicht fassen konnten, dass er für ihre Reize nicht empfänglich war.
Harro war zu gut für diese Welt, wie ich fand, er sah immer nur das Positive im Menschen und man konnte ihn relativ schnell um den Finger wickeln. Simon war eher praktisch veranlagt und recht energisch und damit genau der Gegenpol, den Harro brauchte, um in der harten Welt da draußen nicht unterzugehen.
    Morgen sollte eine Ausstellung in Harros Galerie eröffnet werden, zu der ich als eine Art „Special Guest“ eingeladen war und eine kleine Lesung absolvieren sollte. Mir war das sehr recht, Publikum war immer gut, die Presse würde kommen und meinem Tantiemenkonto würden ein paar mehr verkaufte Bücher auch sehr gut tun.
Ich war am Nachmittag mit Harro in der Galerie verabredet, der Aufbau der Ausstellung war zwar noch nicht ganz beendet, aber ich wollte mir vorab schon mal ein Bild von dem Maler Jan Sonnenfeld machen.
Harro begrüßte mich mit Küsschen und Umarmung, er wirkte ziemlich gestresst, führte mich in den großen Ausstellungsraum der Galerie.
Es hingen leider noch nicht alle Bilder an den Wänden. Meine Kenntnisse über Malerei waren eher rudimentär und laienhaft,  doch was ich sah, gefiel mir sehr. Die großformatigen Werke zeigten Landschaften  und ich fühlte mich sofort hineinversetzt. Die Bilder entsprachen dem Namen des Malers, er schien die Sonne zu lieben, denn Sonnenlicht spielte eine große Rolle in jedem seiner Werke.
Ich fand mich zwischen den

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