Machen Sie Ihren Kopf fit für die Zukunft
präsentieren, warum die falsche Entscheidung sich im Nachhinein als wichtige Lernchance
entpuppt.
Wenn Sie aber ausreichend Zeit haben, arbeiten Sie am besten ausführlich mit dem Worst-Case-Szenario. Sollten Sie alleine
nicht weiterkommen, scheuen Sie sich nicht, fachkundigen Rat eines Coaches oder Therapeuten in Anspruch zu nehmen.
Praxis-Tipp Anregung zum Worst-Case-Szenario
So gehen Sie vor: Legen Sie ein Mind Map an. In die Mitte kommt der Satz, der Ihre Entscheidung beschreibt, zum Beispiel »Ich
kündige meinen Job«.
Schritt 1 Die Äste beinhalten alle Befürchtungen, die Ihnen einfallen. Was könnte Negatives passieren: Ihnen, den Kindern, dem Partner,
der finanziellen Situation, dem Zeitbedarf, Lebensstandard, der beruflichen Zukunft, Gesundheit, Zufriedenheit etc. Vielleicht
schaffen Sie es sogar, ein wenig stolz auf Ihren klugen Verstand zu sein, der Ihnen so viele Klippen, Gefahren, Fallen und
Schwachstellen aufzeigen kann. Ein professioneller Coach würde Sie jedenfalls für die Produktivität Ihrer Einfälle loben.
Legen Sie dann eine Erholungspause ein.
Schritt 2 Markieren Sie (zur Verdeutlichung mit unterschiedlichen Farbstiften):
|101| die ganz und gar unwahrscheinlichen Folgen (diese Punkte kann man gleich genüsslich durchstreichen, zum Beispiel in schwarz);
die sehr wahrscheinlich nicht eintreffenden Folgen (Fragezeichen dran in blau);
die möglicherweise eintreffenden Folgen (Ausrufezeichen in rot);
die sicher eintreffenden Folgen (unterstreichen in rot).
Schritt 3 Bearbeiten Sie die unterstrichenen Folgen (falls Sie überhaupt welche gefunden haben). Erstellen Sie ein neues Mind Map. Die
Folgen tragen Sie in der Mitte ein. Notieren Sie, unter welchen Bedingungen sie eintreffen können, welche Dinge Sie noch klären
müssen, wen Sie fragen und was Sie tun sollten, um diese Folgen abzuwenden, abzufedern oder sogar konstruktiv zu nutzen.
Schritt 4 Dasselbe machen Sie mit den möglicherweise eintreffenden Folgen. Alles andere ist uninteressant, denn durch die vorangegangene
Klärung fühlen Sie sich viel sicherer und haben einen Überblick über die anstehenden Aufgaben.
Probieren Sie das Worst-Case-Szenario aus und Sie werden feststellen, dass negative Bauchgefühle auch Spaß machen können,
wenn man sie nutzt und die Tugend Kreativität zu ihrer Bewältigung einsetzt.
In Zukunft gemeinsam entscheiden
Sichere Entscheidungen beruhen auf einem großen Reichtum an Erfahrungen. Und diese befinden sich neben einem Berg an Faktenwissen
als Neurokapital in unseren Köpfen. Für unseren Erfolg in der Wissensgesellschaft ist es deshalb wichtig, diese Schätze anzulegen
und zu nutzen. Jüngere Menschen besitzen eine schnelle Auffassungsgabe und eine sehr gute Lernfähigkeit für neue Fakten. Das
ist eine gute Voraussetzung, um die Wissensspeicher zu füllen und dort |102| viele Informationen für die anstehenden Entscheidungen zu horten. Doch diese Fakten müssen in ihrer Verbindung erkannt werden
und mit dem emotionalen Erfahrungswissen zusammengebracht werden. Und hier sind die Älteren eindeutig im Vorteil. Wenn in
Zukunft mehr »Tandems« mit jüngeren und älteren Mitarbeitern die fachlichen Entscheidungen treffen, wie es in Form von Jobpartnerschaften
und Patensystemen zunehmend üblich wird, können sich alle mit ihren Stärken einbringen und gemeinsam die Kapazität ihrer Gehirne
nutzen. Nicht nur im beruflichen Zusammenhang, sondern auch bei der privaten Lebensgestaltung – zum Wohle aller.
|103| Kreativität: Den göttlichen Funken einfach überspringen lassen
Kreativität galt lange als eine besondere Gabe, die nur Göttern und Genies gegeben ist. Auf der anderen Seite beobachten wir
sie bei jedem Kind, das im Spiel zu unglaublichen Neuschöpfungen in der Lage ist. Von Picasso stammt das Zitat »Jeder Mensch
wird als Künstler geboren. Das Problem ist, es zu bleiben, wenn man erwachsen wird.« Inzwischen ist die Kreativität nicht
mehr nur Künstlern und Kulturschaffenden vorbehalten, sondern jeder, der in der Lage ist, eine neue Idee, ein Produkt, einen
Forschungs- oder Denkansatz, ein neues Dienstleistungskonzept oder eine wesentliche Verbesserung zu produzieren, die auch
in den Augen anderer Bestand hat, darf sich kreativ nennen.
Die offizielle Kreativitätsforschung begann in den 1950er Jahren in den USA nach dem Schock, den der Fortschritt der russischen
Weltraumforschung ausgelöst hatte. Seitdem gelten
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