Mini Shopaholic: Band 6
mich keinen Penny gekostet.«
Ich starre sie an, baff. Wenn ich ehrlich sein soll, war ich ein kleines bisschen vor den Kopf gestoßen. Hier sind wir im Pound Shop und haben alle das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Und dann muss Jess alle übertrumpfen, indem sie überhaupt nicht shoppen geht, nie mehr. Das ist mal wieder typisch. Als Nächstes erfindet sie wahrscheinlich eine Art Anti-Shopping. Wie Anti-Materie oder Anti-Schwerkraft.
»Also ... könnte ich auch tauschen?« sage ich, als mir plötzlich ein Gedanke kommt.
»Selbstverständlich«, sagt Jess. »Das solltest du sogar tun. Du kannst absolut alles bekommen. Kleider, Lebensmittel, Spielzeug ... Ich schick dir die Links zu den Websites, die ich am meisten nutze.«
»Danke!«
Ja! Ich höre auf, meinen Korb vollzustapeln. Das ist die Lösung! Ich tausche alles, was ich für Lukes Party brauche. Das wird ganz einfach. Und diese stinkvornehmen Millionärsparty-Macher können mir gestohlen bleiben. Wer braucht die schon, wenn man einen Pound Shop und eine Tausch-Website hat?
Ooh. Stadllars-Leuchtketten, zwei für ein Pfund! Und Yoda Schnapsgläser!
Nachdenklich halte ich inne. Vielleicht könnte es eine Star- Wars-Party werden. Ich meine, ich bin mir nicht ganz sicher, ob Luke eigentlich auf Star-Wars steht ... aber schließlich könnte ich ihn dafür begeistern, oder? Ich könnte die DVDs ausleihen und vorschlagen, dass wir einem Fanclub beitreten, und dann müsste er doch bis zum 7. April eigentlich total begeistert sein, oder?
Aber dann sind da außerdem noch ein paar echt hübsche Diskokugel-Girlanden. Und nachgemachte Zinnteller, auf denen »King Arthur‘s Court« steht, mit den dazu passenden Kelchen. Oh, Gott, jetzt bin ich total hin und her gerissen.
Vielleicht sollte es eine 70ies-Disco-Star-Wars-King-Arthur- Party werden?
»So was könntest du auch auf einer der Tausch-Websites kriegen«, sagt Jess, als sie abschätzig beobachtet, wie ich eine Diskokugel-Girlande in die Hand nehme. »Oder noch besser: Mach die Deko selbst, aus recycelten Materialien. Das ist erheblich umweltfreundlicher. «
»Ich weiß«, sage ich geduldig. »Ich soll trostlose Girlanden aus Zeitungspapier basteln.«
»Ich rede nicht von Girlanden aus Zeitungspapier!« Sie sieht gekränkt aus. »Es gibt haufenweise kreative Deko-Ideen im Internet. Man kann gebrauchte Alufolie nehmen, dekorative Plastikflaschen ... «
Alufolie? Plastikflaschen? Bin ich sechs Jahre alt, oder was?
»Guck mal, Jess!« Janices helle Stimme unterbricht uns, und ich sehe sie um die Ecke kommen, mit einem kleinen Päckchen in der Hand. »Ich habe ein paar Vitamine gefunden! Folsäure! Das soll gut sein für euch junge Frauen, oder?«
Jess sieht mich an.
»Nur wenn sie schwanger werden wollen«, sagt Jess eisig.
»Nun denn, ich werfe es einfach trotzdem in mein Körbchen.« Janices lockerer Ton täuscht niemanden.« Und sieh dir das hier an! Ein Buch mit Babynamen! Tausend Namen für nur ein Pfund! Mädchen und Jungen.«
»Ich fasse es nicht«, knurrt Jess und schlingt die Arme trotzig um sich. »Wozu brauchst du ein Buch mit Babynamen, Janice?«, frage ich.
»Nun!« Janices Wangen werden noch rosiger, und ihr Blick wandert von mir zu Jess. »Man weiß ja nie ... «
»Ich weiß es aber!«, platzt es plötzlich aus Jess heraus. »Hör zu, Janice. Ich bin nicht schwanger. Und ich werde auch nicht schwanger werden. Tom und ich haben beschlossen, dass wir, wenn wir denn eine Familie gründen wollen, ein unterprivilegiertes Kind aus Südamerika adoptieren. Und es wird kein Baby sein, und es wird einen südamerikanischen Namen haben. Du kannst deine dämliche Folsäure und dein Buch mit den Babynamen also gern für dich behalten!«
Sie stakst davon, zur Tür hinaus, und lässt Janice und mich absolut sprachlos zurück.
Ein südamerikanisches Kind! Das ist so cool.
»Hat sie eben gesagt, dass sie ein Kind adoptieren wollen?«, sagt Janice schließlich mit bebender Stimme.
»Ich finde, das ist eine tolle Idee!«, sage ich energisch. »Hey, Mum!«, rufe ich. Mum packt gerade einen Korb mit Strohblumen voll. »Jess will ein Kind aus Südamerika adoptieren!«
« Ooh!« Mums Augen leuchten auf.« Wie schön!«
»Und was wird mit meinen ganzen Stricksachen?« Janice sieht aus, als müsste sie jeden Moment in Tränen ausbrechen .
»Ich habe eine komplette Babyausstattung gemacht! Gelb und weiß, passend für beide Geschlechter, und kleine Weihnachtskostüme bis zum sechsten Lebensjahr!« Okay,
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