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Montgomery u Stapleton 02 - Das Labor

Titel: Montgomery u Stapleton 02 - Das Labor Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robin Cook
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Hard - und nicht etwa zu dem von Katherine Mueller. Also lautete seine vorläufige Diagnose wiederum Tularämie, nicht Pest. Seine Verwirrung war allerdings perfekt. Als er die Untersuchung der inneren Organe beendet und die entsprechenden Gewebeproben entnommen hatte, legte er eine zusätzliche Lungengewebeprobe zur Seite, die er Agnes Finn vorbeibringen wollte. Sobald er ähnliche Proben von Joy Hester und Donald Lagenthorpe vorliegen hatte, wollte er diese unverzüglich an das Speziallabor schicken, um sie auf Tularämie untersuchen zu lassen. Jack und Vinnie waren gerade dabei, die aufgeschnittene Leiche von Maria Lopez wieder zuzunähen, als sie im Flur und im Waschraum Stimmen hörten.
    »Normale, zivilisierte Menschen fangen jetzt mit der Arbeit an«, bemerkte Vinnie.
    Während Jack die Äußerung mit Schweigen quittierte, ging die Tür zum Waschraum auf und zwei in Schutzanzüge gehüllte Figuren betraten den Raum. Sie steuerten auf Jacks Tisch zu. Es waren Chet und Laurie. »Seit ihr etwa schon fertig?« fragte Chet. »Ich kann nichts dafür«, entgegnete Vinnie. »Unser verrückter Radfahrer muß ja immer schon vorm Sonnenaufgang anfangen.«
    »Wie lautet deine vorläufige Diagnose?« wollte Laurie wissen. »Pest oder Tularämie?«
    »Ich glaube, es ist Tularämie«, sagte Jack. »Dann hätten wir es also mit vier Fällen zu tun, wenn die Diagnose bei den anderen beiden ebenfalls Tularämie lauten sollte«, stellte Laurie fest.
    »Ja, ich weiß«, sagte Jack. »Es ist wirklich beängstigend. Normalerweise kommt eine Übertragung von Mensch zu Mensch nur äußerst selten vor. Es macht einfach keinen Sinn - aber das gleiche gilt ja für den Pestfall.«
    »Wie wird Tularämie eigentlich übertragen?« fragte Chet. »Ich habe noch nie einen Fall untersucht.«
    »Entweder durch Zecken oder durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier«, erklärte Jack, »zum Beispiel durch Kaninchen.«
    »Ich habe dich als nächstes für die Obduktion von Donald Lagenthorpe vorgesehen«, wandte Laurie sich an Jack. »Den Fall Hester übernehme ich selbst.«
    »Wenn du willst, kann ich mir den auch noch vornehmen«, bot Jack an.
    »Ist nicht nötig. So viele Autopsien stehen heute nicht an. Von den Todesfällen der vergangenen Nacht müssen längst nicht alle obduziert werden. Außerdem will ich schließlich auch mal auf meine Kosten kommen.«
    Nach und nach schoben die Gehilfen Leichen in den Sektionssaal und plazierten sie auf den jeweiligen Seziertischen. Chet und Laurie wandten sich ihren eigenen Fällen zu. Jack und Vinnie machten die letzten Stiche an Maria Lopez. Als sie fertig waren, half Jack seinem Assistenten, die Leiche auf eine fahrbare Trage zu hieven. Dann fragte er ihn, wie lange er brauche, Lagenthorpe für die Obduktion vorzubereiten. »Was bist du nur für ein elender Sklaventreiber«, klagte Vinnie. »Warum gönnen wir uns nicht erst mal eine Kaffeepause, wie alle anderen auch?«
    »Ich möchte mir den Fall lieber sofort ansehen«, erklärte Jack. »Danach kannst du von mir aus für den Rest des Tages Kaffee trinken.«
    »Schön wär’s«, sagte Vinnie. »Du weißt, daß ich dann bestimmt jemand anders zugewiesen werde.«
    Unter lautem Klagen schob er Maria Lopez aus dem Sektionssaal. Jack ging hinüber an Lauries Tisch. Sie war bei der äußeren Untersuchung von Joy Hester, richtete sich aber auf, als sie Jack wahrnahm.
    »Die arme Frau war erst sechsunddreißig«, sagte sie bedrückt. »Ist das nicht schrecklich?«
    »Hast du was gefunden?« wollte Jack wissen. »Irgendwelche Insektenbisse oder Kratzer von einer Katze?«
    »Nichts außer einem kleinen Schnitt an der Wade. Den hat sie sich wohl beim Rasieren zugezogen. Aber die Wunde ist nicht entzündet; ich glaube, wir können sie ignorieren. Allerdings habe ich etwas anderes Interessantes entdeckt.« Vorsichtig zog Laurie die Lider der Frau hoch. Beide Augen waren stark entzündet, die Hornhaut schien allerdings unversehrt. »Außerdem sind ihre päaurikulären Lymphknoten vergrößert«, sagte Laurie und zeigte auf die sichtbaren Schwellungen vor den Ohren der Toten.
    »Das ist wirklich interessant«, bemerkte Jack. »Diese Entzündungen sind typische Symptome von Tularämie, aber bei den anderen Fällen ist mir nichts derartiges aufgefallen. Sag mir bitte sofort Bescheid, wenn du noch etwas Ungewöhnliches entdeckst.«
    Jack ging weiter zu dem Tisch von Chet, der ganz in seinem Element war. Er untersuchte ein Schußopfer und fotografierte gerade

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