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Orks vs. Zwerge

Orks vs. Zwerge

Titel: Orks vs. Zwerge Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: T.S. Orgel
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töten.«
    Krendar musterte den Anhänger. Er war kaum so groß wie ein Gänseei, grob gearbeitet und darüber hinaus zerkratzt und abgestoßen. Dennoch erkannte er die Figur wieder. Es war unverkennbar eine Abbildung derselben Frauengestalt, wie sie die Ayubo um den Hals trug.
    Der Ohrensammler schnaubte. »Kein Mann kann eine Stammesmutter berühren«, knurrte er abfällig. »Und diese Kreatur sieht nun wahrlich nicht aus wie eine Drûaka. Also trägt er nur eine schlechte Kopie, mehr nicht.«
    Sekesh lächelte kalt. »Wenn du dir sicher bist, Raut, gibt es einen einfachen Weg, das herauszufinden. Nimm sie in die Hand.«
    Gorotak zögerte. Er sah zwischen dem Amulett und der Ayubo hin und her. Sein Blick fiel auf den Krieger zu seinen Füßen, der noch immer seinen Bauch umklammert hielt und leise stöhnte. »Du da. Fass das Ding an.«
    Die Augen des Verwundeten flogen auf. »Raut, ich …«
    »Mach schon!«
    Auf seinen Wink hin zerrten zwei Krieger den Verletzten auf die Füße. Unerbittlich stießen sie ihn vor den Gefangenen.
    Der Krieger streckte eine blutige Hand aus, so zögerlich, als hätte der Raut von ihm verlangt, die Hand in einen Kessel kochendes Wasser zu stecken. Seine Finger schlossen sich um das Amulett. Für einen Moment geschah nichts. Dann begann er zu schreien. Hoch, gellend, beinahe wie der Schrei eines Neugeborenen. Die Adern an seinem Hals traten hervor. Er begann heftig zu zucken, wobei er seine Innereien über seine Füße verteilte. Seine Hand krampfte um das Amulett, so heftig, dass Krendar meinte, die Knochen knacken zu hören. Nein, korrigierte er sich gleich darauf. Ich höre es tatsächlich. Die Knochen in der Hand des Aerc brachen, einer nach dem anderen. Und noch immer schrie er.
    Endlich nickte der Raut. Mit einem schnellen Hieb seines Hauschwerts durchtrennte er den Arm des Kriegers. Der Rückschwung spaltete das Gesicht des Aerc vom Kinn bis zum Scheitel. Als der Mann zusammenbrach, riss das Schreien ab.
    Gorotak zerrte seine Klinge aus dem zertrümmerten Schädel und wandte sich Sekesh zu. Die Ayubo hatte ihren Blick nicht vom Raut gelassen. Der Ohrensammler grunzte. »Wie’s aussieht, hast du recht. Die Ahnen wachen tatsächlich über dieses Ding. Sollen sie sich um den Drecksack kümmern. Lasst ihn liegen.« Er wandte sich ab und winkte seinen Kriegern. »Und ihr passt gefälligst besser auf. Wer weiß, ob noch mehr davon hier herumlaufen. Ich trau den Wühlern jeden Scheiß zu.«
    Krendar schluckte. »Raut«, sagte er vorsichtig.
    Gorotak hielt inne und sah ihn irritiert an. Beinahe so, als würde er ihn zum ersten Mal wahrnehmen. Was vermutlich sogar stimmte. »Was?«
    Krendar entblößte eilig den Nacken. »Wie wäre es, wenn … Vielleicht sollten wir ihn befragen, oder?«, schlug er leise vor.
    »Be… was? Befragen?«
    Krendar nickte, ohne den Blick zu heben. »Wenn ihr recht habt, und er hat Aercblut in sich, versteht er vielleicht auch unsere Sprache.«
    »Das hat mit dem Blut nicht viel zu tun.« Ragroth musterte den Echsenmann nachdenklich. »Aber es ist was dran an dem, was der Junge da sagt. Wir sind nahe am Grenzland. Es gibt eine Menge Menschen, die einige Brocken Frakra können. Genug, um zu handeln. Vermutlich auch genug, um uns einiges über die Straßen hier zu verraten. Und vielleicht auch über den Tempel.«
    Der fette Raut schnaubte.
    »Außerdem spricht Ragroth selbst ganz gut die Zunge der Menschen«, warf Modrath ein.
    Gorotak sah den Broca scharf an.
    Der seufzte. »Das auch, ja.« Er warf dem Oger einen Blick zu und schüttelte resigniert den Kopf. »Manchmal würde ich dir gern befehlen, dir selbst die Blödheit aus dem Schädel zu prügeln. Aber ich fürchte, du würdest dich dann nur totschlagen.«
    Modrath kratzte sich verlegen den Kopf. »Jo. ’tschuldige.«
    Ragroth verzog das Gesicht und wandte sich dem misstrauischen Raut zu. »Aber stimmt, ich kann auch ’n paar Brocken. Hatten in den letzten drei Sommern ziemlich viel mit den Kümmerlingen zu tun. Ich würde sagen, es ist einen Versuch wert.«
    Gorotak fletschte die Zähne. Einen langen Moment starrte er in den wabernden Nebel, als versuchte er herauszubekommen, ob noch weitere Scheußlichkeiten in der Dunkelheit der Wühlerstadt lauerten. »Weckt ihn auf«, knurrte er.
    T alus und Dvergat starrten schweigend in die neblige Dunkelheit. Wie lange war es nun her, dass die Königlichen den Orks in die Gassen gefolgt waren? Eine halbe Stunde? Zwei? Ein halber Tag? Die Zeit war schwierig

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