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Schlangenhaus - Thriller

Schlangenhaus - Thriller

Titel: Schlangenhaus - Thriller Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Wilhelm-Goldmann-Verlag
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Sekunden. »Überprüfen, ob einer vermisst wird.«
    »Und die Ringelnattern?«
    Er zuckte die Achseln. »Na ja, die können sie ja wohl schlecht einbuchten und Anzeige wegen Einbruchs erstatten. Sie haben schon Fingerabdrücke genommen, aber bei einer großen Familie und jeder Menge Besuch, der kommt und geht, könnte es schwierig sein, was zu finden. Es gab keine offensichtlichen Anzeichen für einen Einbruch.«
    Ich hatte bereits beschlossen, dass ich für eine Nacht mehr als genug geredet hatte, sonst hätte ich ihn gefragt, woher er so viel über Polizeiarbeit wusste. Bis zur Klinik war es nicht mehr weit, und ich fuhr weiter. Dabei hielt ich den Blick fest auf die
Straße geheftet, konnte jedoch die ganze Zeit spüren, wie er mich betrachtete. Er saß links von mir. Ich hätte ihn doch fahren lassen sollen.
    »Was meinen Sie?«, fragte er. »Noch eine komische Laune der Natur?«
    Ich dachte einen Augenblick lang nach. Dass eine Schlange sich in ein Haus einschleicht, war ungewöhnlich, aber wohl kaum undenkbar. Mehrere Dutzend, einschließlich einer, die hier nicht heimisch war, das war etwas ganz anderes.
    »Schwer vorstellbar, wie so viele Schlangen ohne Hilfe in ein Haus gelangen konnten«, meinte ich schließlich.
    »Stimmt«, pflichtete Matt mir bei. »Ich frage mich gerade, ob unsere Dorfvandalen vielleicht daran schuld sind. Möglicherweise ist es ihnen zu langweilig geworden, immer nur Telefonleitungen zu kappen und Fenster einzuschlagen.«
    Ich nickte, dann fielen mir die feuchten Stellen, die ich in dem Haus der Poulsons auf dem Boden gesehen hatte, wieder ein. Dasselbe war mir bei den Hustons aufgefallen, als ich die kleine Sophia vor der Kreuzotter gerettet hatte. Und etliche Dutzend Schlangen zu fangen und zu transportieren, darunter auch ein paar giftige, deutete auf erhebliches Können hin. Nicht gerade das, was man von einem Durchschnitts-Graffiti-Sprayer erwartet. Sollte ich etwas sagen? Ich war bereits tiefer in das Ganze verstrickt, als ich wollte.
    »Und diese Versammlung in Clive Ventrys Haus hat sie auf die Idee gebracht«, hörte ich mich stattdessen bemerken. »Plötzlich haben alle Angst vor Schlangen.«
    »Na ja, wenn sie vorher keine Angst hatten, dann haben sie jetzt bestimmt welche«, stimmte Matt mir zu.
    Wieder senkte sich Schweigen herab. Wir hatten die Hauptstraße erreicht, die um diese frühe Morgenstunde verlassen dalag. Im Osten schmolz das Schwarz des Nachthimmels dahin und verwandelte sich in Silber; die riesige, leere Heidelandschaft Devons tat sich vor uns auf. Ein plötzliches Klingelgeräusch ließ mich zusammenfahren.

    »Das dürfte für mich sein«, bemerkte Matt und machte keinerlei Anstalten, nach seinem Handy zu suchen und das Gespräch anzunehmen. Es klingelte weiter.
    »Ich würd’s mir ja holen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie gut genug kenne«, meinte er. »Linke Innentasche.«
    Natürlich, ich trug ja seine Jacke. Er beugte sich herüber und hielt mit der rechten Hand das Lenkrad. Ich konnte seine Haut riechen, sein Haar, den Kaffee, den er während der letzten Stunde getrunken hatte.
    Hastig wich ich zurück und tastete unbeholfen in der Jacke herum, bis ich das Telefon fand. Ich hielt es ihm hin. Er lehnte sich in seinen Sitz zurück, und ich übernahm das Lenkrad wieder, ungeheuer erleichtert, dass seine Aufmerksamkeit für ein paar Augenblicke nicht länger auf mich gerichtet sein würde. Sein Gesprächspartner erledigte das Reden zum größten Teil selbst, und Matt antwortete mit ein paar einsilbigen Worten. Nach fünf Minuten beendete er das Telefonat.
    »Das war das Dorset County Hospital«, sagte er und steckte das Handy in seine Hemdtasche. »Nick geht’s gut. Die Bissstelle tut weh, aber es ist nichts übermäßig angeschwollen, seine Atmung ist okay und seine Temperatur normal. Er zeigt keins von den Symptomen, die John Allington hatte. Sie beobachten ihn genau, aber anscheinend ist es nichts Ernstes.«
    »Was ist mit dem Rest der Familie?«, fragte ich und dachte an die tote Kreuzotter, die ich im Schlafzimmer des Großvaters gesehen hatte.
    »Der alte Dr. Amblin hat eine leichte Gehirnerschütterung. Anscheinend hat er sich in dem ganzen Tohuwabohu den Kopf gestoßen. Mandy und den Kindern geht es gut. Sie behalten sie alle da, aber keiner von ihnen ist gebissen worden.«
    »Na, das ist ja sehr beruhigend.«
    »Auf jeden Fall. Aber für die meisten Schlangenbisse gibt es doch ein Serum, oder?«
    »European Viper Venom Antiserum ist

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