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Segeln im Sonnenwind

Segeln im Sonnenwind

Titel: Segeln im Sonnenwind Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert A. Heinlein
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Farmgebäude nähe Rockhill Road und Meyer Boulevard, so geräumig, aber nicht ganz so modern wie unser bisheriges Heim. Mein Gatte, dem es zum festen Prinzip geworden war, daß sich jeder Dollar zweifach bezahlt machen sollte, hatte diese kühne Entscheidung getroffen. Trotzdem konsultierte er mich vorher, und nicht allein deshalb, weil der Vertrag auf mich lauten sollte.
    »Maureen«, sagte er, »ist dir nach einem Glücksspiel zumute?«
    »Klar, so haben wir es doch schon immer gehalten, oder nicht?«
    »Manchmal ja, manchmal nein. Diesmal kommt es aber wirklich drauf an. Wenn die Sache schiefgeht, mußt du vielleicht draußen deine Runden drehen, nur damit weiter Brühe auf den Tisch kommt.«
    »Ich habe mich schon immer gefragt, ob ich damit ausreichend Geld verdienen könnte, wo ich diesen Juli doch siebenundvierzig werde…«
    »Hoppla! Ändern wir dein Alter zu siebenunddreißig und meins zu einundvierzig.«
    »Briney, wir liegen im Bett! Können wir es hier nicht bei der Wahrheit belassen?«
    »Judge Sperling möchte, daß wir uns ständig an das berichtigte Alter halten. Justin ist mit ihm einer Meinung.«
    »Ja, Sir. Ich werde gehorchen, aber ich habe mich wirklich schon häufig gefragt, ob ich an der Bordsteinkante mein Auskommen finden würde. Nur – wie soll ich ein Revier abstecken? Soviel ich gehört habe, werden einem Mädchen ruckzuck die Augen ausgekratzt, wenn es sich einfach so feilbietet, ohne herauszufinden, auf wessen Territorium es herumflaniert. Ich weiß zwar, was man im Bett macht, Briney, aber die Vermarktung dieses Produktes müßte ich erst lernen.«
    »Sei nicht so geil! Vielleicht wird es gar nicht nötig werden. Sag mal, glaubst du immer noch, daß Ted oder Theodore oder Corporal Bronson aus der Zukunft kamen?«
    Ich wurde schlagartig ernst. »Das tue ich. Und du?«
    »Mo, ich habe ihm so bereitwillig geglaubt wie du, und zwar schon lange bevor sich seine Vorhersage des Kriegsendes als zutreffend erwies. Jetzt möchte ich dich folgendes fragen: Bist du bereit, jeden einzelnen Cent, den wir besitzen, auf seine Vorhersage eines Börsenkrachs zu setzen?«
    »Der Schwarze Dienstag«, sagte ich leise. »Am 29. Oktober dieses Jahres.«
    »Nun? Wenn die Spekulation schiefgeht, sind wir pleite. Marie wird in Radcliffe ihren Abschluß nicht machen können, Woodie wird seine Collegeausbildung irgendwie zusammenkratzen müssen, und was Dick und Ethel angeht – na ja, an diese Brücken wagen wir uns später. Süße, ich stecke längst bis über beide Ohren im Spekulationsgeschäft. Ich möchte vorschlagen, die Sache noch weiter zu treiben, und zwar aufgrund der festen Überzeugung, daß sich Teds Vorhersage des Schwarzen Dienstags präzise erfüllen wird.«
    »Mach es!«
    »Bist du sicher, Mo? Wenn irgendwas schiefgeht, sind wir schnurstracks wieder bei Pfannkuchen angelangt. Noch ist es nicht zu spät, etwas an meinen Einsätzen zu ändern – die Hälfte davon wieder herauszuziehen und irgendwo sicher unterzubringen, nur mit der anderen Hälfte zu spekulieren.«
    »Briney, so wurde ich nicht erzogen. Erinnerst du dich an Vaters Trabrennpferd Loafer?«
    »Ich habe ihn ein paarmal gesehen. Ein schönes Tier!«
    »Ja, wenn auch nicht ganz so schnell, wie wir gehofft hatten. Vater setzte regelmäßig auf Sieg, niemals auf die Plazierung. Loafer konnte meist den zweiten oder dritten Platz erreichen, aber es war einfach nicht Vaters Art, darauf zu setzen. Ich habe einmal gehört, wie er Loafer vor dem Start zuflüsterte: ›Diesmal kriegen wir sie, Junge! Diesmal gewinnen wir!‹ Später sagte er dann: ›Du hast es versucht, alter Knabe! Mehr kann ich nicht verlangen. Du bist trotzdem ein Champion, und nächstes Mal packen wir sie alle!‹ Dabei tätschelte er ihm den Hals, und Loafer wieherte, und so trösteten sie einander.«
    »Du meinst also, ich sollte aufs Ganze gehen? Denk dran, ein nächstes Mal wird es nicht geben!«
    »Nein, nein, setze alles! Wir beide glauben Theodore schließlich.« Ich langte nach unten, packte sein Werkzeug und ergänzte: »Falls wir wieder bei Pfannkuchen landen, muß es ja nicht lange so bleiben.« Ich zählte nach. »Du könntest mich schließlich nächsten Montag bumsen, so daß ich ein paar Wochen nach dem Schwarzen Dienstag niederkäme. Das würde einen weiteren Bonus der Howard-Stiftung mit sich bringen.«
    »Nein.«
    »Wie bitte? Ich verstehe nicht!«
    »Mo, sollte sich Teds Vorhersage als falsch erweisen, könnte es um die wichtigsten Aktiva der Stiftung

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