Snowbound - Atemloses Verlangen
Zähnen.
»Nichts.«
»Wir haben keinen Redner für die Versteigerung«, erklärte Linda.
Gigis Gesicht leuchtete auf. »Ach wirklich.«
»Doch, wir haben einen Redner«, wandte Robyn ein. »Ich werde das übernehmen.«
»Oh, das ist schlicht grandios.« Gigi kletterte auf die Bühne und entriss Linda das Mikrofon. »Hey, Leute, hört mir alle mal zu. Wir haben eine ganz besondere Überraschung für euch. Niemand anderes als unsere Robyn Montgomery wird nachher die Versteigerung moderieren.« Mit dem Arm machte sie eine theatralische, weit ausholende Geste. »Das wird einfach grandios.«
Dieses Mal klatschte niemand. Stattdessen herrschte Totenstille im Zelt, und Robyn stand da wie eine komplette Idiotin.
So hatte sie sich das nun wirklich nicht vorgestellt.
»Na, und, vermissen Sie die Rennen?« Jason Freeman, der mit Sean zusammen den Wettkampf kommentierte, deutete auf einen französischen Skifahrer, der just in diesem Moment durch die Ziellinie gerast war.
Von seiner Position aus – sie befanden sich in einer Kommentatorenkabine am Fuß der Piste –, sah Sean hinunter auf den Athleten und überlegte sich seine Antwort gründlich, da jedes Wort live gesendet wurde. »Ich vermisse die Rennen, aber das Training fehlt mir kein bisschen.«
Jason, der früher selbst Profisportler gewesen war, nickte so heftig, dass sein Headset wackelte. »Das kann ich gut verstehen. Aber für Olympiateilnehmer ist hartes Training unerlässlich, und Owen Keaton, der für Kanada mit dabei ist, ist ein heißer Tipp für die nächsten Winterspiele.«
Und schon hatten sie einen eleganten Bogen zu ihrer eigentlichen Aufgabe geschlagen, nämlich das Geschehen für die Zuschauer zu kommentieren. Zu seiner Erleichterung war es Sean mühelos gelungen, sich in diese Routine einzufinden. Er hatte sich weder verhaspelt, noch hatte er einen Namen oder einen Begriff aus dem Fachjargon vergessen.
Und was noch besser war – er war kein bisschen eifersüchtig auf die Profisportler, die an den Kämpfen teilnahmen. Was ihn überraschte, denn in den letzten zwei Jahren hatte sich ihm jedes Mal der Magen umgedreht, wenn er daran dachte, was er alles verloren hatte und wie sehr er es zurückhaben wollte.
Aber jetzt, in diesem Moment, war Robyn das Einzige, das er unbedingt zurückhaben wollte.
Er konnte einfach nicht aufhören, an sie zu denken und auf ein Wunder zu hoffen. Er musste einen Weg finden, doch noch den Sieg zu erringen und mit Rekordzeit durch die Ziellinie zu rasen. Als er noch jeden Wettkampf hatte gewinnen wollen, hatte er es geschafft, jede Hundertstel Sekunde im Auge zu behalten, und das würde er jetzt wieder schaffen.
Aber wie?
Eine Werbespot wurde eingespielt, und die Tür zur Kommentatorenkabine öffnete sich leise. Damon schlenderte herein, wobei er Schneespuren auf dem Sisalteppich hinterließ.
»Sie beide machen das hervorragend.« Er klopfte Sean auf die Schulter. »Sobald Sie hier fertig sind, schauen Sie doch bei der Party im
Rendez-Vous
vorbei.«
Bei diesen Worten zwinkerte er ihnen zu, als hätte er Ihnen soeben lediglich
vorgeschlagen
, die tollste Party des Jahres im exklusivsten Ferienort des Staats zu besuchen, aber in Wirklichkeit war dieser »Vorschlag« nichts weniger als ein Befehl. »Eine Menge Leute werden dort sein. Alle, die im Showbiz etwas zu sagen haben.«
Aber Sean schüttelte den Kopf. Das Letzte, worauf er Lust hatte, war es, sich an Leute ranzuschmeißen, die er weder kannte noch leiden konnte.
Was zur Hölle.
Etwas stimmte nicht mit ihm, denn das waren genau die Leute, mit denen er sich gut stellen musste, wenn er eine erfolgreiche Karriere im Sportbereich und im Rampenlicht anstrebte. Aber was sollte er tun, wenn ihm diese neue Karriere Zeit raubte, die er lieber auf den Hängen oder bei seiner Arbeit als Rettungssanitäter verbringen würde? Andererseits … der Sanitäterjob war doch ohnehin nichts weiter als ein Zeitvertreib.
Er sah aus dem Fenster auf die Paare, die sich vor Kälte noch enger aneinanderschmiegten, und auf die Skifahrer, die das Rennen bereits hinter sich hatten und auf die Ergebnisse warteten. Hinter den Zuschauern hielten sich die Rettungssanitäter bereit, um zur Stelle zu sein, falls einer der Skifahrer oder Zuschauer medizinische Hilfe brauchte.
Die Sanis langweilten sich zweifellos zu Tode, während sie auf den Einsatz warteten, der ihnen das Adrenalin durch die Adern pumpte, und der Grund dafür war, dass sie sich für diesen Beruf entschieden hatten. Im
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