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Totenbeschwörung

Totenbeschwörung

Titel: Totenbeschwörung Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Brian Lumley
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dass Perchorsk pausenlos versucht hat, Sie zu erreichen?«
    »Perchorsk? Die ganze Fahrt über hatte ich keinen Empfang, nur statisches Rauschen. Ich glaube, es liegt am Gerät. Es pfeift aus dem letzten Loch, Genosse!«
    Tzonov warf einen Blick ins Innere des Lasters. Eine Extraplane, ein paar Seilrollen, eine Kiste mit defekten Teilen aus dem maroden Belüftungssystem der Anlage. »Sagen Sie, was haben Sie eigentlich geladen?«
    »Nur was Sie sehen.« Der Fahrer hatte noch immer keine Ahnung, worum es überhaupt ging. Achselzuckend sagte er: »Ich soll Vorräte abholen, deshalb ist dies eine Leerfahrt. Fracht übernehme ich erst an der Bahnstation in Ukhta.«
    Siggi war mit ihrem Kaffee fertig und trat zu ihnen. Auch sie warf einen Blick in den Lkw. Doch sie sah mehr als Tzonov. Er brauchte den Augenkontakt, ehe er sein Talent einsetzen konnte. Sie dagegen ... Mitunter war mehr im Spiel als nur Telepathie. So wie jetzt! Es war beinahe, als könne sie Nathan riechen, ihn schmecken, als spüre sie den Luftzug, den der Wirbelwind aus Zahlen hervorrief. Nathan war nicht hier, nicht im Augenblick, aber vor noch nicht allzu langer Zeit war er hier gewesen, und er konnte noch nicht weit sein.
    Tzonov sah sie an. »Nun?«
    »Nichts«, log sie.
    Er wandte sich an den Fahrer. »Iwanowitsch, wir suchen einen Mann! Den Gefangenen, den wir in Perchorsk festgesetzt hatten. Es ist möglich, dass ihm auf Ihrem Laster die Flucht gelungen ist. Die Heckplane war nicht richtig verzurrt. War das schon so, als Sie losgefahren sind? Haben Sie irgendetwas Verdächtiges gesehen oder gehört? Na los, reden Sie schon!«
    »Die Plane war in Ordnung, als ich Perchorsk verlassen habe«, erwiderte der Soldat. »Wahrscheinlich hat sich die Verzurrung im Wind gelöst. Ich hatte sowieso nichts geladen, also konnte ich auch keine Ladung verlieren – Genosse!«
    Tzonov blickte dem Mann direkt in die Augen und erkannte, dass dieser die Plane in Perchorsk nur nachlässig festgezurrt hatte. Zumindest war ihm nun klar, dass der Mann annahm, er habe geschludert. Doch das hatte nichts zu sagen. »Verdammt nochmal«, knurrte er und wandte sich wieder an Siggi. Sein Blick war hart, als er fragte: »Und, war er hier?«
    »Nein«, sagte sie abermals, krampfhaft darum bemüht, ihre geistige Abschirmung aufrechtzuerhalten.
    Tzonov machte auf dem Absatz kehrt und strebte dem Motorschlitten zu. Er blieb nur einmal kurz stehen, um über die Schulter zurückzurufen: »Was ist, kommst du? Um Himmels willen, machen wir, dass wir von hier wegkommen!«
    »Mein Parka«, rief sie ihm nach. »Ich hole ihn schnell!«
    Der junge Soldat ging mit ihr wieder hinein. Als er ihr in den Parka half, fragte sie ihn: »Wo haben Sie denn angehalten?«
    »Ungefähr auf halber Strecke«, antwortete er. »Wirklich nur, um mich aufzuwärmen. Und dann noch ...«
    »Sie haben nochmal gehalten?«
    »Direkt vor der Stadt, aber nur ganz kurz, um ein paar Zigeuner die Kreuzung passieren zu lassen.«
    Siggi war wie elektrisiert. »Zigeuner?«
    Er nickte. »Sie sind spät dran dieses Jahr. Oder früh. Bei denen kann man das nie so genau sagen. Sie kommen und gehen, wie es ihnen gerade einfällt.« Mit einem Mal wirkte er besorgt. »Bekomme ich jetzt Schwierigkeiten?«, wollte er wissen.
    Siggi hörte ihm kaum zu. Sie schwieg einen Augenblick, dann fasste sie sich wieder. »Oh, Schwierigkeiten? Nein, ich glaube nicht.«
    Sie musste sich zusammennehmen, um nicht laut loszulachen, und ging nach draußen zu Tzonov ...
    Etwa zwei Kilometer vor Nieder-Kozhva ragte eine steile Anhöhe vulkanischen Ursprungs – der Spund eines einst gewaltigen Kraters – an die hundert Meter über die Wipfel der Bäume. Auf ihrem Weg zum Holzfäller-Camp hatten sie einen Bogen um den nur dünn bewaldeten Fuß der Anhöhe geschlagen. Als sie nun wieder unterwegs nach Norden, Richtung Perchorsk, waren, wandte Siggi sich mit der Frage an Tzonov: »Wie viel PS hat dieser Schlitten eigentlich? Schafft er es diesen Hügel hinauf?«
    »Wenn ich langsam fahre und die Steigung in Serpentinen nehme, dann schon. Wieso, hast du Lust, da hochzufahren?«
    »Die Aussicht von da oben muss wundervoll sein.«
    »Na gut«, knurrte er widerwillig. »Damit verlieren wir eine halbe Stunde, aber ...«
    »Machst du dir immer noch Sorgen wegen Nathan? Ich bin sicher, mittlerweile haben sie sein Versteck in der Anlage aufgespürt oder ihn halb erfroren bei dem Versuch, aus der Schlucht zu klettern, erwischt.«
    »Vielleicht hast du ja recht«,

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