Two Night Stand
jammerte sie mitleidheischend.
„Es ist ein zwangloses Abendessen, Maus“, wiederholte er geduldig. „Ich gehe auch in Jeans hin.“
„Aber in Designerjeans, das ist was ganz anderes!“
„Ich werde mir jetzt dir zuliebe keine Jeans von H & M kaufen.“
„Dann würde ich mich aber wohler fühlen. Davon abgesehen hättest du auch in preiswerteren Jeans einen knackigen Arsch.“
„Okay“, Tim stand von Bett auf und stellte sich mit ihr vor ihren Kleiderschrank. „Ich suche was aus, ja?“
„Hm“, sie schaute ihn misstrauisch an, dann nickte sie aber.
Tim brauchte nicht lange zu suchen, zwischen Bergen von T-Shirts gab es auch dieses graue figurbetonte Oberteil, das sie mal zu einem Date mit ihm angehabt hatte. „Das hier ist perfekt – und dann die schwarze Hose.“
„Wirklich?“
„Ja, Süße, wirklich“, er zog sie dicht an sich heran und streichelte über ihren nackten Rücken. „Und jetzt beeil dich…“
„Soll ich mich wirklich anziehen“, Shona schmiegte sich noch enger an ihn, dann begann sie ihn zu küssen.
„Oh nein“, energisch schob er sie von sich. „Lass deine Tricks, du willst Zeit schinden.“
Sie wurde immer nervöser auf dem Weg zu seinen Eltern. Sie kannte die beiden ja schon und sie fand sie auch nett, aber jetzt war die Situation doch eine andere. Damals war sie als Angestellte von Franz Mertens eingeladen gewesen, nicht als Freundin des Sohnes. Würden die Eltern ihr immer noch so offen und freundlich gegenübertreten?
Shona wollte Tim zuliebe den Eltern gefallen, es wäre alles um einiges unkomplizierter, wenn sie sie akzeptieren würden.
„Hey, jetzt zappel mal nicht so herum“, Tim griff nach ihrer Hand, Shona wirkte sehr aufgeregt.
„Das sagst du so leicht!“
„Shona, ich habe dir doch gesagt, dass meine Eltern dich mögen. und sie waren sehr erfreut, als sie gehört haben, dass wir ein Paar sind.“
Tim erinnerte sich noch gut an das Gespräch mit seinem Vater. Zacharias von Hofmannsthal hatte freudig aufgelacht, als der Name Shona fiel. Ähnlich wie Severin hatte er auch schon gemutmaßt, dass zwischen ihr und ihm mehr lief als Tim sich eingestehen wollte.
„Das musst du ja jetzt sagen, damit ich nicht aus dem Auto hüpfe“, meckerte sie ihn an.
„Gut, dann lass dich einfach überraschen“, er gab es auf sie beruhigen zu wollen.
Die Haustüre wurde von einem Angestellten geöffnet, Shona kam sich klitzeklein und miniwinzig vor, als sie die große Empfangshalle betraten.
„Ihre Eltern warten mit Ihrem Bruder und seiner Lebensgefährtin im Salon“, wusste der Bedienstete zu berichten, Shona fand, dass er etwas näselte und fast schon vornehmer wirkte als ihr Timotheus in seinen schlimmsten Augenblicken.
„Redet der immer so?“, fragte sie Tim flüsternd.
„Ja, er war auf einer Butlerschule.“
„Ich fall’ um… Hätte ich mir ja denken können.“
„Besser nicht, wir sind gleich da. Sähe doof aus, wenn ich dich in den Salon tragen müsste.“
„Meine allerliebste Shona“, Zacharias von Hofmannsthal kam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu. „Ich darf Sie jetzt doch beim Vornamen nennen, oder?“
„Natürlich“, lächelte sie. „Es freut mich, Sie wiederzusehen.“
„Ganz meinerseits, ganz meinerseits. Und dann noch als Freundin von Tim. Ich muss sagen, ich bin sehr erfreut darüber.“
„Wirklich?“, fragte Shona ihn staunend.
„Ja, natürlich. Ich finde Sie sehr bemerkenswert und erfrischend. Und ich freue mich, dass Tim jetzt ein bisschen sesshafter zu werden scheint.“
„Wissen Sie, dass Sie in manchen Punkten meiner Mutter sehr ähneln?“
„Schön, Sie zu sehen“, begrüßte jetzt auch Renate von Hofmannsthal sie. Shona überreichte ihr den mitgebrachten Strauß Blumen, sie hatte aufgehört, sich darüber zu wundern, wie viel Geld Tim bei den Floristen ließ. Auch dieser Strauß war sehr üppig und die Rosen sahen edel aus. Allerdings passte dies auch hier ins vornehme Ambiente.
„Der ist ja wunderschön“, Tims Mutter steckte die Nase in eine der Blüten. „Und wie der duftet. Sie haben einen sehr guten Geschmack, Shona“, lobte sie sie.
„Äh ja, ich finde die Blumen auch… hübsch“, rang Shona sich ab, sie verbiss sich mühsam ein Grinsen.
„Hallo Shona, da bist du ja wieder“, Severin und eine attraktive brünette Frau hatten sich jetzt auch dazugesellt.
„Hallo Severin, wie geht’s?“, sie freute sich, ihn zu sehen. Sie hatte ihn in guter Erinnerung, und das Bild von ihm
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