Two Night Stand
gut“, nickte er seinen Freunden zu. „Shona und ich gehen woanders hin.“
„Sehr schön, dann hat sie es also schon geschafft, unsere Clique zu sprengen“, zeterte Silvia weiter.
„Nein, das hast du schon ganz alleine geschafft“, antwortete Andreas ihr, dann wandte er sich an Tim und Shona. „Ich komme mit euch, wenn ihr nichts dagegen habt, mir ist die Lust auf die da vergangen“, er deutete mit dem Kopf auf Silvia, die jetzt umringt von ihren Freunden dastand.
„Natürlich haben wir nichts dagegen“, Tim lächelte seinem Freund dankbar zu, von den anderen war er einfach nur enttäuscht.
Shona war es etwas mulmig zumute, sie hatte ein schlechtes Gewissen, fieberhaft dachte sie darüber nach, wie sie die Situation hätte vermeiden können. Es tat ihr so leid für Tim, wie das gelaufen war, sie wollte sich bestimmt nicht zwischen ihn und seine Freunde drängen.
„Sollen wir hier reingehen?“, Tim und Andreas blieben vor einer Cocktailbar stehen, Shona zuckte nur mit den Schultern.
„Ja, klar“, antwortete sie abwesend.
Sie fanden einen kleinen Tisch und setzten sich hin, Tim gab Shona die Karte, sie wollte aber nur ein Bier.
Ihm war schon aufgefallen, dass sie sehr still und in sich gekehrt war, ihm tat das alles sehr leid. Ihre Befürchtungen hatten sich bestätigt, das hätte er nie so vermutet.
„Mach dir nichts draus, Shona“, Andreas sah sie lieb an. „Silvia ist einfach eine aufgeblasene Tussi. Sie bildet sich was darauf ein, dass ihr Vater ein bekannter Chirurg ist. Sie selbst hat gar nichts auf die Reihe bekommen.“
„Aber sie war nicht immer so“, gab Tim zu bedenken.
„Doch, Alter, sie war schon immer so. Aber das scheint dir nie aufgefallen zu sein“, zwinkerte Andreas ihm zu.
Tim stutzte, stimmte das tatsächlich? Wie dem auch sei, er würde zukünftig keinen gesteigerten Wert mehr auf Silvias Gesellschaft legen.
„Nächste Woche gehst du wieder alleine mit ihnen mit, dann werdet ihr das schon wieder einrenken können“, schlug Shona Tim vor.
„Nein, das möchte ich überhaupt nicht“, er schüttelte den Kopf. „Es war immer so, dass wir unsere Partner mitgebracht haben, und nie gab es so eine Ablehnung.“
„Es war auch noch nie jemand wie Shona dabei“, Andreas sah sie freundlich an. „Nichts gegen dich, aber du kommst halt schon aus einer anderen Schicht, so wie ich übrigens auch. Aber bei mir sagt man nichts, weil ich Tims Freund bin.“
„Shona ist auch meine Freundin, was du sagst ist also unlogisch“, Tim runzelte die Stirn.
„Nein, ist es nicht. Ich bin ein Typ, Shona ist eine bildschöne Frau, da wittern unsere Gänschen Konkurrenz, und das auch noch von jemandem, der nicht ‚standesgemäß’ ist. Deswegen wollte Silvia sie direkt in ihre Schranken weisen. Stutenbissigkeit eben.“
„Ich hab’ das echt nie so gesehen“, räumte Tim ein, dann griff er nach Shonas Hand. „Ich kann mich nur für sie entschuldigen.“
„Das musst du nicht“, Shona streichelte ihm zärtlich über die Wange. „Und du sollst auch deine Freunde nicht für mich aufgeben, das würde ich niemals von dir verlangen. Und ich würde das umgekehrt auch niemals für dich tun“, schob sie direkt hinterher. „Es ist doch auch okay, wenn du mit ihnen ausgehst, wir müssen ja nicht zwangsläufig alles gemeinsam machen.“
„Hm“, Tim war nicht überzeugt, er wollte mit Shona alles teilen, und er wollte, dass sie angenommen wurde. Es passte ihm überhaupt nicht, wie das hier gelaufen war, sie gehörte zu ihm und das hatten verdammt nochmal alle zu akzeptieren.
„Aber jetzt lasst uns mal von was anderem reden“, schlug Andreas vor, er wandte sich Shona zu. „Wie ist es als Frau in so einem Beruf?“
Es wurde doch noch ein sehr netter Abend mit Andreas, das Eis zwischen ihm und Shona brach schnell. Auch sein Freund schien ganz fasziniert von ihr zu sein, Tim fand fast schon, dass sie sich zu gut verstanden, aber das konnte er sich natürlich auch nur einbilden. Aber nachhaken würde er da besser trotzdem mal…
„Shona?“
„Ja?“, sie kickte sich die Schuhe von den Füßen, einen ganzen Abend lang auf diesen hohen Hacken, das war sie nicht gewöhnt – und sie wollte sich auch gar nicht daran gewöhnen. Wenn sie dachte, dass sie sich nur für seine Freunde so in Schale geworfen hatte und wie der Abend dann gelaufen war, dann trübte sich ihre Laune wieder.
„Wie findest du Andreas?“, Tim sah sie prüfend an.
„Nett. Das konnte man ja wohl
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