Voyager 012 - Der Garten
also
folgendermaßen aus. Wenn wir den Kirse Transportertechnik in
irgendeiner Form überlassen, so müssen wir davon ausgehen,
daß sie daraus früher oder später ein Gerät entwickeln, das mit
unserer Version vergleichbar ist. Anschließend müssen wir
annehmen, daß andere Völker des Delta-Quadranten, darunter
auch die Kazon-Ogla, irgendwann in den Besitz dieser Technik
gelangen. Wir sind nur imstande, diesen Zeitpunkt
hinauszuzögern – eine Möglichkeit, die es zu nutzen gilt.«
Chakotay nickte. »Das ist auch meine Meinung, Captain.«
»Ich schlage vor, wir machen den schlimmsten Fall zur
Grundlage unserer Überlegungen«, sagte Tuvok. »In einem
solchen Szenario gelingt es den Kirse innerhalb kurzer Zeit,
unser System nachzubauen. Schließlich erbeuten es die
Andirrim, und die Kazon-Ogla bekommen es von ihnen – ein
Vorgang, der nach meinen Berechnungen etwa ein bis zwei
Jahre dauern würde. Wir – die Voyager – blieben der
Verbreitung dieser Technik um den gleichen Zeitraum voraus.
Immerhin sollten wir dabei bedenken, daß die Kazon-Ogla nicht
sehr großzügig mit Dingen umgehen, durch die sie Vorteile den
anderen Kazon-Sekten gegenüber bekommen.« Er legte eine
kurze Pause ein. »Das sind natürlich nur grobe Schätzungen. Ich
werde eine Simulation durchführen, um genauere Zahlen zu
ermitteln, aber ich dachte, die Situation erfordert eine rasche
Übersicht.«
Kein Vulkanier ist imstande, »Ich habe nur geraten« zu sagen,
dachte Janeway. »Nun gut. Lieutenant Torres, Sie und Mr.
Tuvok analysieren die Erfordernisse eines Transportersystems,
das für die Wartung der Orbitalstationen genügt. Wenn das
erledigt ist, Lieutenant Torres, sollten Sie sofort mit der
Entwicklung eines Transporters beginnen, dessen Leistung jenen
Parametern entspricht. Unterdessen stellt Tuvok genauere
Berechnungen an, um herauszufinden, wie lange die Kazon-
Ogla brauchen würden, um einen funktionstüchtigen Transporter
von den Kirse zu erhalten.«
Torres nickte und beugte sich bereits über ihren Datenblock.
»Ja, Captain«, erwiderte sie ein wenig zu spät.
Tuvok bestätigte ebenfalls.
»Mr. Kim…« Janeway wandte sich an den jungen Fähnrich.
»Sobald der Doktor Sie untersucht und für diensttauglich
befunden hat, beamen Sie sich mit Mr. Paris auf den Planeten
und untersuchen die angebotenen Nahrungsmittel.«
»In Ordnung, Captain«, sagte Paris sofort, und Kim
wiederholte die Worte nach kurzem Zögern.
Kim saß auf dem Rand der Diagnoseliege und hörte, wie Kes
und Paris in der angrenzenden Kammer miteinander sprachen.
Der holographische Arzt blickte nachdenklich aufs
Wanddisplay.
»Nun«, sagte er schließlich, »ich glaube, Sie leiden nur an
einer leichten Magenverstimmung.«
»Das habe ich gleich gesagt«, erwiderte Kim.
»Dann freut es mich, daß ich Ihre Diagnose bestätigen kann.«
Der Doktor betätigte einige Schaltflächen. »Ich erhebe keine
Einwände gegen Ihren Einsatz auf dem Planeten. Sie können
gehen.«
Kim nickte und rutschte von der Liege herunter. Der Holo-
Arzt sprach erst wieder, als er die Tür erreichte. »Ihr Zustand ist jetzt sogar besser als gestern abend. Die Mahlzeit scheint
geholfen zu haben.«
»Danke«, sagte Kim überrascht, aber der Doktor sah auf den
Computerschirm und achtete gar nicht mehr auf ihn. Der junge
Fähnrich zuckte mit den Schultern und ging zu den anderen.
»Sind Sie bereit für das Abenteuer, Harry?« fragte Paris. Kes
bedachte ihn mit einem kurzen Lächeln, trat dann an ihm vorbei
und ging zum Holo-Arzt.
»Es ist alles in Ordnung mit mir«, erwiderte er und
unterdrückte einen Anflug von Ärger. Ich habe es gleich gesagt, aber niemand wollte auf mich hören.
»Gut. Tuvok hat bereits mit den Kirse gesprochen – mit
Schlüsselhüter. Man erwartet uns also. Der Captain meinte, wir
sollten von hier aus sofort den Transporterraum aufsuchen.«
»Also los.« Kim setzte sich wieder in Bewegung.
Der Transportertechniker an den Kontrollen nickte dem
Fähnrich zu, als sich die Tür öffnete. »Die Koordinaten sind
eingegeben, Mr. Kim.«
Es fiel Kim schwer, keinen fragenden Blick auf Paris zu
richten. Es gab noch immer einige Personen an Bord der
Voyager – Ex-Maquisarden ebenso wie Starfleet-Angehörige –, die Paris ignorierten und sich weigerten, ihn wie einen Offizier
zu behandeln. Der Navigator hielt es für besser, sich damit
abzufinden – bis sich ein solches Verhalten negativ auf den
Dienst
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