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Wanderungen durch die Mark Brandenburg

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Titel: Wanderungen durch die Mark Brandenburg Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Theodor Fontane
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besonderem Interesse unter diesen Aufzeich-
    nungen ist die Ansprache Napoleons an eine Deputa-
    tion märkischer Stände, die, wenn ich nicht irre, zu
    Dresden, auf sein spezielles Geheiß vor ihm erschie-
    nen war. Der Kaiser, der sie durch liberale Phrasen kirren und an sich und seine Sache fesseln wollte, sagte mit jener rücksichtslosen Offenheit, die er ebensogut wie List und Verschlagenheit zu handhaben
    wußte: »Vous êtes gouvernés que cela fait pitié.
    Votre roi est... Si l'empereur Alexandre avait tardé
    de trois jours de faire sa paix, j'aurais détrôné
    votre..., et je vous aurais fait une constitution, qui
    vous manque. Nous sommes tous des Romains, les

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    Français, les Italiens et les Allemands, nous sommes
    la même nation. Je vous aime, vous êtes de bons
    enfants. Mais par exemple je ne fais pas cas de vos
    militaires. D'un côté ils ne sont pas des héros, et de
    l'autre ils ont marché sur les têtes des bourgeois . –
    Je suis militaire, et ce n'est pas moi, qui voudra ja-
    mais déroger aux privilèges du militaire, mais je ne
    permettrai jamais que mes soldats traitent les ci-
    toyens français comme les votres vous ont traités.«
    Itzenplitz, der ein Mitglied der Deputation war, hat
    diese Worte aufgezeichnet. Marwitz sammelte der-
    gleichen zu doppeltem Zweck, zu seiner Instruktion
    und zur Nährung seines Hasses.
    Aber Hand in Hand mit diesen losen Kollektaneen,
    bei deren Durchblätterung die ganze Epoche, der sie
    angehören, wieder lebendig vor uns hintritt, gingen
    abgerundete, tief durchdachte Arbeiten, von denen
    uns wenigstens eine über die sogenannte »Separati-
    on«, das heißt »die Teilung der Gemeinheiten«, in
    aller Vollständigkeit aufbewahrt worden ist. Marwitz
    ist gegen die Separation. Er sucht zu beweisen, daß die »Teilung der Gemeinheiten« und das sogenannte
    »Abbauen der Dörfer« ein Fehler sei; ein Fehler des-
    halb, weil es den Egoismus des einzelnen steigere,
    statt ihn zu mindern. Dieser Egoismus erscheint ihm
    als der Wurm, der den Geist der Nationen zerstört.
    Lassen wir ihn selber sprechen.
    »Die Nationalkraft ist der Urgrund alles Produzierens.
    Selbst wenn unsere Zustände, wie sie jetzt sind, sich
    befestigen sollten, selbst wenn wir Zeiten der Ruhe
    entgegengingen, die einen ungestörten Auf- und

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    Ausbau dessen zuließen, was ihr einzuführen ge-
    denkt (Separation und Dörferabbau), so würde damit
    wenig gewonnen sein. Die Welt hat solche Zeiten
    schon einmal gesehen. Es waren die Zeiten der bes-
    seren römischen Kaiser. Friede herrschte von den
    Säulen des Herkules bis zu den Ufern des Euphrat;
    das Recht war genau bestimmt und wurde strenge
    gehandhabt, es wurden manche Roheiten der frühe-
    ren Zeit verbannt durch die milde Gesinnung der
    Herrscher und überhaupt alle Störungen entfernt, die
    dem Wohlsein der einzelnen entgegenstehen moch-
    ten. Und doch waren dies dieselben Zeiten, in denen
    in den höheren Regionen des menschlichen Daseins
    völlige Öde herrschte, Zeiten, in denen weder Wis-
    senschaft noch Religion noch Vaterland die Menschen
    begeisterte. Aber mehr denn das – mehr in den Augen derer, die sich durch die Erscheinung bestechen lassen –, auch der äußere Glanz verfiel. Schon unter Augustus verödeten ehemals berühmte Städte, und
    unter Trajan, dem besten der Kaiser, wurden im
    ganzen Peloponnes weniger Menschen gezählt als
    früher in der einzigen Stadt Athen. So wahr ist es, daß nicht der einzelne produziert, sondern der Geist der Nationen , und daß, wo dieser erstorben und mit ihm Lebenslust und Freude an der Gegenwart entschwunden ist, auch das äußere Dasein allmählich in
    eine kümmerliche und barbarische Entartung zurück-
    sinkt. Auf den Gemeinsinn, auf die Gesamtkraft
    kommt es an; diese zu wecken ist Aufgabe, und alles, was die Kleinheit der Gesinnung und den Egois-
    mus nährt, das schwächt die nationale Kraft und
    mindert dadurch den wahren und zuletzt auch den
    alleräußerlichsten Reichtum des Landes. Wohin der

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    Dörferabbau führt, das läßt sich nirgends besser stu-
    dieren als im Oderbruch. Es gibt kaum ein ruchlose-
    res Geschlecht. Weder vor göttlichen noch vor
    menschlichen Dingen haben sie Ehrfurcht, weder den
    Nachbarn wollen sie helfen noch dem Staate dienen.
    Das letztere mit einigem Recht, denn sie verdanken
    ihm nichts. Im Gegenteil, er hat sie ausgestoßen und
    sie ihrer eigenen heillosen Hoheit preisgegeben.«
    So waren Marwitz' Gedanken über diese

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