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Zurueck ins Glueck

Titel: Zurueck ins Glueck Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Suzanne Higgins
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»Wie ich festgestellt habe, war Zoë schon an meinen Pralinen, und du bist gerade erst eingezogen.«
    Stephanie warf ihrer Tochter einen strafenden Blick zu, den diese schuldbewusst erwiderte.
    »Kinder wollen schreien und toben, das liegt in ihrer Natur. Mein Vorschlag ist die beste Lösung für alle«, schloss Victoria.
    Stephanie wusste, wann sie verloren hatte. Die beiden älteren Frauen hatten ihr durch die Blume zu verstehen gegeben, dass ihr keine andere Wahl blieb, und gegen beide kam sie nicht an. Die Botschaft war klar: Du kannst bleiben, so lange du willst, aber nur, wenn du in eines der Arbeiterhäuser ziehst und uns hier nicht störst. Na wenn schon, dachte sie finster. Immerhin wohnte sie mietfrei, und sie und die Kinder konnten im Herrenhaus essen.
    »Meinen Töchtern zuliebe«, gab sie schließlich widerwillig nach.
    »Jetzt zu dir, Cameron...« Rose straffte sich, um auf ihren Sohn hinabzublicken, was gründlich misslang, da er sie ein gutes Stück überragte. Aber da sie am Kopfende des Tisches präsidierte, leitete sie sozusagen diese Familienversammlung. »Wie geht es dir, mein Junge?«
    Das musste ja kommen, dachte Cameron resigniert, rang sich ein gequältes Lächeln ab und sah seine Mutter an. »Den Umständen entsprechend, sage ich mal.«
    Sie drückte tröstend seine Hand. »Da wir uns alle hier zusammengefunden haben«, wandte sie sich an ihre Familie, »möchten euer Vater und ich die Gelegenheit nutzen, euch zu versichern, dass nichts von dem, was dieses verwirrte Geschöpf gestern in der Kirche behauptet hat,
nur annähernd der Wahrheit entspricht. Ist das richtig, James?« Ihr Ton ließ keinen Zweifel daran, dass sie keinen Widerspruch duldete.
    James hatte mit dieser kleinen Ansprache nicht gerechnet, aber Rose schien zu wissen, was sie tat. Vielleicht versuchte sie, Victoria und die Kinder zu schützen.
    Ihm blieb nichts anderes übrig, als stumm zu nicken.
    Sichtlich zufrieden fuhr Rose fort: »Vor uns liegt eine schwierige Zeit, darauf müssen wir uns einrichten. Die Presse wird unseren guten Namen mit Schmutz bewerfen, und das nicht zu knapp.«
    Zoë kicherte. Ihre Mutter zwickte sie in den Arm, woraufhin das Kind zusammenzuckte und mit gekränkter Miene über die schmerzende Stelle strich.
    »Die nächsten Wochen werden turbulent werden, wie ich schon sagte, aber sie gehen vorbei, und irgendwann verläuft das Leben wieder in seinen gewohnten Bahnen. Cameron, du und nur du ganz alleine musst entscheiden, ob du noch eine gemeinsame Zukunft für dich und Samantha siehst. Aber ich schwöre dir, dass die Beschuldigungen ihrer Mutter frei aus der Luft gegriffen sind.«
    James starrte Rose mit offenem Mund an. Er brachte vor Schreck keinen Ton heraus. Was redete sie denn da? Für Cameron und Samantha gab es keine gemeinsame Zukunft – sie waren Geschwister.
    Cameron war genauso entgeistert, konnte seine Gefühle aber besser verbergen als sein Vater. Er lächelte seiner Mutter zu und nickte, als sei er gewillt, über ihre Worte nachzudenken. In Wahrheit überlegte er fieberhaft, worauf sie hinauswollte. Er warf seinem Vater einen Hilfe suchenden Blick zu, aber James wirkte noch verstörter als sonst, von ihm war keine Unterstützung zu
erwarten. Ein Anflug von Ärger wallte in ihm auf, und er hatte nun Mühe, die Fassung zu wahren.
    Wer in diesem Haus sagt eigentlich überhaupt die Wahrheit?, giftete er stumm.
    »Sohn, hörst du mir zu? Lass etwas Gras über die Sache wachsen und triff dann in aller Ruhe deine Entscheidung.« Wieder drückte sie seine Hand.
    Cameron nickte nur. Er sehnte sich danach, sich irgendwo zu verkriechen und dort auszuharren, bis sich der Sturm gelegt hatte.
    »Sehr gut.« Rose lächelte. »Und deswegen bin ich der Meinung, dass du morgen nach Barbados fliegen solltest.«
    »Wie bitte?«
    »Was spricht dagegen? Der Flug ist gebucht und bezahlt, und du brauchst nach allem, was du durchgemacht hast, ein paar Tage Urlaub.« Sie sah ihren Mann an. »Was sagst du, James? Findest du nicht auch, Cameron sollte sich ein paar Tage in der Sonne erholen?«
    »Wenn du das meinst, Rose. Aber ich halte es für keine gute Idee, dass er alleine fährt. Er braucht jemanden, der ihn von seinen Sorgen ablenkt.« Er wandte sich an seinen Sohn. »Cameron, hast du denn keinen Freund, der sich kurzfristig frei nehmen und dich begleiten könnte? Vinny vielleicht?«
    Rose schnitt ihm schroff das Wort ab. »Das wird nicht nötig sein.«
    »Warum nicht?«, fragte Cameron

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