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Adam Dalgliesh 14: Ein makelloser Tod

Adam Dalgliesh 14: Ein makelloser Tod

Titel: Adam Dalgliesh 14: Ein makelloser Tod Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: P. D. James
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Todeszeitpunkt vorweisen
zu müssen, aber sicherlich ist es Ihre Pflicht, mich danach zu fragen.
Glücklicherweise bereitet es mir keine Probleme. Ich habe hier um halb
eins mit einer unserer Stundenkräfte zu Mittag gegessen, Alvin Brent,
Sie haben ihn unten am Eingang gesprochen. Um drei Uhr hatte ich eine
nachmittägliche Sitzung mit zwei neuen Kunden. Ich kann Ihnen Namen und
Adressen geben, und Alvin wird das Mittagessen bestätigen.«
    »Um wie viel Uhr war der Nachmittagsunterricht zu Ende?«,
fragte Kate.
    »Na ja, normalerweise bekommen sie eine Stunde, aber ich hatte
keine unmittelbaren Termine danach, deshalb haben wir ein bisschen
überzogen. Sie sind gegen halb fünf gegangen. Dann habe ich bis sechs
Uhr hier im Büro gearbeitet und bin anschließend ins Pub – ins
Leaping Hare, ein neues Lokal in der Napier Road. Ich habe mich mit
einem Freund getroffen – Name und Adresse kann ich Ihnen
geben. Bis dreiundzwanzig Uhr war ich mit ihm dort. Dann bin ich zu Fuß
nach Hause gegangen. Ich muss die Adressen und Telefonnummern
nachschlagen, aber das tue ich gerne, wenn Sie einen Augenblick Geduld
haben.«
    Sie warteten, während er zum Schreibtisch ging. Nachdem er ein
paar Minuten in seinem Adressbuch geblättert hatte, holte er ein Blatt
Papier aus der Schreibtischschublade, schrieb die benötigten
Informationen auf und reichte es ihnen. »Wenn Sie das überprüfen, wäre
ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie deutlich machen, dass ich nicht
verdächtigt werde. Es ist schon schlimm genug, mit dem Verlust von
Robin klarzukommen – ich habe das noch gar nicht richtig
begriffen, vielleicht weil ich es immer noch nicht glauben kann, aber
das kommt noch, da können Sie sicher sein –, da muss es nicht
auch noch sein, dass ich als sein Mörder angesehen werde.«
    »Wenn Ihre Angaben sich als richtig erweisen, besteht in
dieser Hinsicht keine Gefahr, Sir«, sagte Benton.
    Und so war es. Wenn die Fakten stimmten, dann war Jeremy
lediglich in den anderthalb Stunden zwischen dem Ende des Unterrichts
und seiner Ankunft im Pub allein, und in der Zeit hätte er unmöglich
nach Stoke Cheverell fahren können.
    »Wir würden uns jetzt gern Mr. Boytons Zimmer ansehen«, sagte
Kate. »Ich gehe davon aus, dass es nach seinem Tod nicht abgeschlossen
wurde?«
    »Das wäre gar nicht gegangen«, antwortete Coxon. »Es hat kein
Schloss. Aber ich bin auch nicht auf die Idee gekommen, dass man es
hätte abschließen müssen. In dem Fall hätten Sie mich sicher angerufen.
Wie bereits mehrmals erwähnt, hat man mir bis zu Ihrer Ankunft heute
überhaupt nichts mitgeteilt.«
    »Wahrscheinlich ist es auch nicht wichtig«, sagte Kate. »Aber
ich gehe davon aus, dass seit seinem Tod niemand in diesem Zimmer war?«
    »Niemand. Nicht einmal ich. Das Zimmer hat mich schon
depressiv gemacht, als er noch am Leben war. Jetzt mag ich es gar nicht
mehr betreten.«
    Das Zimmer befand sich am hinteren Ende des Flurs. Es war groß
und angenehm geschnitten, und seine zwei Fenster öffneten sich auf die
Wiese mit dem Blumenbeet in der Mitte und dem Kanal dahinter.
    Ohne das Zimmer zu betreten, sagte Coxon: »Bitte entschuldigen
Sie die Unordnung. Robin ist erst vor zwei Wochen eingezogen. Alles,
was er besitzt, wurde hier abgeladen, bis auf das Zeug, das er der
Wohlfahrt gespendet hat oder im Pub verkaufen wollte, und da dürfte er
kaum auf großes Interesse gestoßen sein.«
    Das Zimmer war in der Tat wenig einladend. Auf einem Sofa
links von der Tür türmte sich schmutzige Wäsche. Die Türen eines
Mahagonischranks standen offen. Er hing voll mit Hemden, Jacken und
Hosen auf Drahtbügeln. Es stand ein halbes Dutzend großer Kartons mit
dem Namen einer Umzugsfirma herum, auf denen drei prall gefüllte
Plastiktüten lagen. In der Ecke rechts von der Tür waren Bücher
gestapelt, daneben war ein Pappkarton mit Zeitschriften abgestellt.
Zwischen den Fenstern standen auf einem Schreibtisch mit Schubladen und
einem Aktenschrank auf jeder Seite ein Laptop und eine verstellbare
Leselampe. Es roch unangenehm nach ungewaschener Kleidung.
    »Der Laptop ist neu, den habe ich gekauft«, sagte Coxon.
»Robin sollte mir bei der Korrespondenz helfen, aber das hat er nicht
auf die Reihe bekommen. Wahrscheinlich ist der Laptop das Einzige im
Raum, das von Wert ist. Robin war schon immer fürchterlich
unordentlich. Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung, kurz bevor er
nach Dorset gefahren ist. Ich habe mich beschwert, dass er seine Sachen
vor dem Umzug nicht

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