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Bismarck 04

Bismarck 04

Titel: Bismarck 04 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Bleibtreu
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756 davon schwere und schwerste, begleitete nur ein Viertel die 2. A, um so auffälliger, als L. eigentlich nur zwischen Cambrai und Amiens angreifen, an der Somme anhalten wollte.
    Was nun so die 18. A. treiben sollte nach Zurückwerfen des Feindes über die Somme? Als Reservestaffel hinter 2. A. nachrücken. Ein sehr unbeholfenes Manöver. Der Kronprinz erweiterte aber den Durchbruchsgedanken zu beschleunigt abgekürztem Verfahren mit Überschreiten der Somme. Der Erfolg gehört also ihm sowohl taktisch als strategisch, da 38 D. (inkl. die 3 bei Douai) der 2., 17. A. nicht entfernt vermochten, was die 18. spielend erreichte. Denn die südwestliche Richtung ihres stark vorgenommenen rechten Flügels hatte flankierenden Einfluß sowohl südwestlich nach Montdidier als nordwestlich nach Amiens, er fiel wie ein Donnerkeil zwischen die feindlichen Linien. Gegenüber stand die 5. A. Gough mit 23 Div. bis südlich der Oise. Wie Byng im Burenkrieg als Kavallerist bewährt, hatte Gough fast die ganze englische Kavallerie, 6 Div., um die Zwischenräume des weiten Bogens bis südlich Marcoing zu decken, wo Byngs 15 Divisionen anschlossen. Dort schlug Prahlen in Zetern auf unfähige Generale um, als ob deren Absetzung etwas ändern könnte. Auf der 80  km langen Front lagen 5 Stellungsdivisionen vor 17., 2. A., 5. vor 18. A. und es brachen darüber vor je 15 Angriffsdivisionen von Below und Marrwitz, 19 von Hutier. Die 2. A. hätte man überstark machen sollen, damit sie in einem Zug bis Amiens vorkam. Daß dies zu spät geschah, zersplitterte das ganze Unternehmen. Es müssen hier aber sonstwie Unstimmigkeiten obgewaltet haben, denn Marrwitz' anscheinende Absetzung vom Kommando scheint anzudeuten, daß unsere Kritik sich mit der O. H. L. in Einklang befindet, doch richtet sie sich in Wahrheit mit gegen jene höchste Instanz. Denn sie hatte Marrwitz nicht stärker gemacht, als Below und ihm überhaupt eine frontale Westrichtung gewiesen, während er sein Augenmerk von Anfang an mit größter Linksziehung nach südwestlich Amiens hätte richten sollen. Auch Below hätte sich dauernd links ziehen und mehr zuwartend verhalten sollen, bis die Zeit für Vorgehen der 4., 6. A. gekommen schien. Diese machten sich aber so spät auf, daß sie nur den Feind zu allgemeinem Rückzug an der Lys und bei Ypern bewogen, ohne ihn umfassend zu schädigen. Indem Mangel an Weitblick eine falsche Kraftverteilung befürwortete, trat schon wieder frontales Abringen an ungeeigneter Stelle ein. 17. A. war doch nicht stark genug aufgebaut, um ein Abdrängen Haighs nach Norden zu erzielen. Andererseits war sie zu stark gemacht im Verhältnis zur 6. A., die allein Haigh aufrollen konnte, nämlich aus Norden, nicht nach Norden, wozu Below nie im Stande war, wie Lud. ihm vorschrieb. Ihm hätte nur beobachtende Rolle bei Cambrai zufallen sollen, es war zwecklos, den Feind westwärts zurückzudrücken, dessen Mittelfront durch entschiedenes Vordringen der 6. A. aus Nordost ohnehin ins Wanken kam. So verbrauchte die 17. A. ihren Kraftüberschuß, von dem ein Teil mehr bei 6. A. deren rascheres Einbrechen zwischen Bethune und Ypern gewährleistet hätte. Belows ungestümes Anrennen wurde ein Festfahren, schon am 21. hing er nördlich Gouraincourt und Croisilles ab, während Marrwitz sonst festklebte, seine Linke aber in die zweite britische Stellungslinie eindrang und Hutiers Rechte am Holnonwald den Feind völlig warf. Nur vor Belows Stellungsdivisionen räumte der Feind den Cambraibogen am 22. nach geringem Kampf, Belows Mitte (Hanseaten, Mecklenburger, Hannoveraner, Bayern voraus) nahm den Mühlberg von Croisilles, doch der Kampf war hart und verlustreich, am 23. sollte er auf Bapaume und beiderseits der Scarpe vorgehen, wofür ihm 4 Res. Divisionen übergeben, 6 der 4. A. traten an deren Stelle hinter 6., 17. A. Das hieß also den Angriff in Flandern völlig aufgeben und alles frontal nach der Mitte zusammenballen. Marrwitz' Mitte kam zwar jetzt auch vorwärts, doch in gar keinem Vergleich zu Hutier, vor dem alles nördlich und südlich der Somme wich. Das Vorbrechen erfolgte überall in drei Treffen, bei 17., 2. A. waren 9 D. im Vordertreffen, bei 18. A. 12, diesen vorderen 30 folgten 11 der 17., 2. A. als Rückhalt, während 6 in Tiefengliederung dahinter blieben.

II. Schlacht Scarpe – Bapaume – St. Quentin
    Bewundernswert wie die Improvisierung der britischen Wehrmacht war auch die ihrer neugeschaffenen Geschützmasse, doch

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