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Das Geheimnis der Perle

Das Geheimnis der Perle

Titel: Das Geheimnis der Perle Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Emilie Richards
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Angestellten allein durch einen Blick auf die Perle zum Schuft wurde? Die Perle war für die meisten Männer die Antwort auf ihre unerfüllten Träume. Wer würde sie da nicht stehlen, wenn er die Gelegenheit hätte?
    Schließlich entschied er, die Perle bei sich zu tragen. Sollte jemand versuchen, sie ihm wegzunehmen, wollte er ohnehin lieber sterben. Er knotete das Halstuch auf, das er immer trug, und wickelte die Perle darin ein, ehe er das Tuch wieder umlegte und fest verknotete, sodass die Perle nun an seinem Kehlkopf ruhte.
    Danach schrieb er jeweils eine Notiz für Sebastian und Viola, die von Ashwar überbracht wurde. Sebastian teilte er den tragischen Tod von Tom darin mit und wie verzweifelt er versucht hatte, seinen Freund zu retten. Außerdem wolle er ihm etwas zeigen, bei dem er seinen Rat brauche.
    Viola bekam nur eine Kurzfassung der Tragödie. Und er bat er sie um ein geheimes Treffen.
    Archer musste noch eine Aufgabe erledigen, ehe er Tom Robeson für immer aus seinem Leben streichen konnte. Er hatte ihm versprochen, sich um Willow zu kümmern. Während der Rückfahrt nach Broome hatte er sich überlegt, was er mit ihr machen würde.
    Wenn die Geschichte um Toms Tod in Broome erst einmal die Runde gemacht hätte, würden die Leute misstrauisch werden. Fast erwartete er schon, von der hiesigen Polizeivorgeladen zu werden. Wenn er nichts unternehmen würde, um Willow zu helfen, würde sein Ruf noch mehr Schaden nehmen. Würde er sich jedoch aufopferungsvoll für sie einsetzen, selbst wenn es gar nicht erforderlich wäre, würden vielleicht Zweifel daran aufkommen, dass er für Toms Tod verantwortlich war.
    Also zog er sich um und ging zu Fuß zu Toms Bungalow. Ein mulmiges Gefühl beschlich ihn, wenn er daran dachte, Willow zu begegnen oder das Haus zu sehen, in dem Tom gelebt hatte. Er wusste, dass er dort in allem seinen toten Freund sehen würde. In dem Garten, den Tom für Willow angelegt hatte. Den Korbstühlen auf der Veranda, den Muscheln, die Tom und Willow zu einem Kunstwerk zusammengestellt hatten.
    Seinen Entschluss, Tom sterben zu lassen, hatte er in einer schlaflosen Nacht gefällt, zwischen seinen Zukunftsträumen. In Cuba hatte er Tom das Leben gerettet und ihm so zwei zusätzliche Jahre geschenkt. Deshalb schien es Archer beinahe fair, dass er ihm das Leben nahm, indem er ihm die Luftzufuhr abgeschnitten hatte. Die beiden Zusatzjahre waren ein Darlehen gewesen. Tom und er hatten sich auseinandergelebt. Bald hätten ihre Wege sich ohnehin getrennt. Archer bedauerte es zutiefst, dass er gezwungen gewesen war, seinen Freund zu töten. Doch er hatte schon vor langer Zeit gelernt, dass jeder Mann letztendlich nur sein eigenes Wohl im Auge haben musste. Und Archer hatte allein Archers Wohl im Auge.
    Als er zu Toms Bungalow kam, sah er, dass die Inderin, die Willow zur Anlegestelle begleitet hatte, die Haustür blockierte. Verächtlich sah sie ihn an.
    „Ich bin gekommen, um Willow zu sehen“, sagte er.
    „Warum? Um sie auch zu töten?“
    „Lass mich durch, du dummes Weib! Ich habe niemanden getötet. Ich bin gekommen, um ihr etwas zu geben.“
    Sie zog die dunklen Brauen zusammen. „Juan Fernandez sagt, Sie haben Tom getötet.“
    „Juan braucht nur jemanden, dem er die Schuld geben kann.“
    Ihre Miene zeigte, dass sie ihm nicht glaubte. Als plötzlich Schritte hinter ihr erklangen, drehte sie sich um, und ihre Züge wurden weicher. „Ich habe ihm gesagt, er soll gehen“, erklärte sie der anderen Frau.
    „Bitte.“
    Die Inderin zog die Stirn kraus, trat jedoch zur Seite, um Willow vorbeizulassen.
    „Warum sind Sie gekommen?“, fragte Willow.
    Ihr Gesicht war geschwollen und die Augen verweint. Ihre Haare hingen in wirren Strähnen um ihre Schultern. Doch selbst in diesem aufgelösten Zustand erkannte Archer, was für eine Schönheit sie war. Jetzt konnte er verstehen, warum Tom sich wegen ihr wie ein Narr benommen hatte, auch wenn er es ihm nicht vergeben konnte.
    „Ich habe Tom versprochen, Ihnen das hier zu geben, falls ihm etwas passiert. Keiner von uns hat allerdings geglaubt, dass es wirklich einmal so kommen würde. Aber ich halte mich an mein Versprechen.“ Archer nahm ein Taschentuch aus seiner Jackentasche und schlug es auf. Die erste Perle, die Tom gefunden hatte, lag darin. Die Perle, die Tom Willow hatte schenken wollen, wie er Archer erzählt hatte. „Er wollte, dass sie Ihnen gehört.“
    Sie zögerte eine Weile, ehe sie die Perle nahm. Dann ging ihr Blick

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