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Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition)

Titel: Das Salz im See 1: Ein teuflischer Plan (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Götz Justus
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es.“
    Endlich – die Front stand! Der General prostete den beiden zu. „Gut! Gehen wir an die Arbeit! Igor, ich gehe davon aus, daß Sie so schnell wie möglich nach Rußland wollen. Wenn wir sie über Afghanistan zurück nach Taschkent brächten, hätten Sie eine Möglichkeit, sich dort bei Ihrer Botschaft Ersatzpapiere zu besorgen?“
    Igor schüttelte den Kopf. „Wie soll das funktionieren, nach nahezu drei Monaten? Was soll ich denen erzählen, wo ich die ganze Zeit zugebracht habe? Was wird der Vizeminister über mich in Umlauf gebracht haben, nachdem sie feststellten, daß ich nicht im Urlaub war, sondern diesen sensiblen Bereich konspirativ verlassen habe? Wie tief ist er verstrickt in dieses Komplott? Weiß er eventuell sogar, daß ich als Gefangener im Berg eingeschlossen war? In diesem Falle wäre mein Auftritt in der Botschaft mein Todesurteil!“
    Der General hatte Igors Vortrag nickend begleitet. „Klar, war dumm von mir! Ich hätte selbst darauf kommen müssen. Dabei hatte ich schon einen praktikableren Weg im Auge! Russische Experten sind aktuell bei den Pakistan Steelworks in Karatschi tätig. Jede Woche fliegen ein, zwei Frachtmaschinen nach Rußland, manche direkt nach Westsibirien. Ich werde Ihre Mitnahme organisieren. Außerdem bekommen Sie einen Paß, mit Visum, Ein- und Ausreisestempel, das ganze Programm. Und einen Geldbetrag für zwei Wochen. Ich gehe davon aus, daß wir Sie bis dahin wieder ‘rausgeholt haben.“
    Igors Kopf fuhr hoch. „Sie wollen mich in zwei Wochen wieder abholen?“
    Der General schien überrascht. „Natürlich! Möglichst früher, wir müssen so schnell wie möglich in den Berg! Wie sollen wir uns ohne Ihre Unterstützung dort zurechtfinden?“
    Jetzt war es Igor, der seine abweichende Sichtweise nicht länger zurückhalten mochte. „Hören Sie, General, als erstes muß ich meine Familie finden. Als zweites muß ich sie in Sicherheit wissen. Erst wenn das geregelt ist, können Sie über mich verfügen!“
    Der General lächelte mild. „Haben Sie keine Sorge! Das gilt auch für dich, Horst. Ich habe die Lösung. Für euch beide! Sie wird funktionieren.“ Er stand auf, ging zum Schreibtisch, zog das Telefon zu sich herüber und tippte eine vielstellige Zahlenfolge ein. Er wartete, bis sich am anderen Ende eine Stimme meldete. „Ich bin‘s, Muhammad. ... Ich brauche dich. Unautorisierter Personentransfer, höchste Sicherheitsstufe, so schnell wie möglich! Gefahr in Verzug! ... Morgen? .. Prima! … Hier, wenn‘s dir recht ist. … So machen wir‘s! Nochmals tausend Dank. Bis morgen.“ Er legte auf, lächelte zur Sitzgruppe hinüber und tippte mit dem Zeigefinger auf seine Breitling. „Ab in die Betten! Morgen zeige ich euch den Weg.“
     
     

12. August, 16:20 Uhr Ortszeit; Bassetts Office, US-Generalkonsulat, Karatschi
    Sarah streckte den Kopf durch den Türspalt und blickte fragend in die Richtung, in der sie hinter der nikotingeschwängerten Nebelwand Bassett vermutete. „Mein Gott, Dick! Sie sollten mal lüften!“
    Bassett blickte unwirsch auf. „Um mir das zu sagen, sind Sie doch wohl nicht gekommen!“
    Sarah öffnete die Tür ein Stück weiter. „Abdul ist bereits eingetroffen. Möchten Sie ihn gleich sprechen oder soll er warten, bis der Nebel verflogen ist?“
    Bassett wuchtete sich aus dem Schreibtischsessel. „Mensch, Sarah! Sie wollen doch einen Freund nicht warten lassen! Soll reinkommen! Und rufen Sie Cannon!“
    Sarah öffnete die Tür nun vollständig und gab den nebelverhangenen Blick auf Abdul frei, der mit einer Geste der Entschuldigung auf seine Uhr wies. „Geht vermutlich vor, das gute Stück! Wird Zeit, daß du mir aus den Staaten eine neue mitbringst.“ Er machte sich gar nicht die Mühe, die Zeiger zu verdecken; die Uhr zeigte die Zeit auf die Minute genau.
    Bassett grinste. „Könnte dir so passen! Die da ...“ – er wies auf Abduls Armbanduhr – „... war ‘ne Zugabe zu kolumbianischem Hochlandkaffee, 24 Pakete, soweit ich mich erinnere. Davon gibt‘s höchstens eine pro Jahr! Mehr Kaffee schaff‘ ich nicht! Komm rein!“
    Sarah gab den Weg frei und verschwand in der Dunkelheit des Gangs. Bassett umkurvte mit jugendlicher Behendigkeit den Schreibtisch und schloß die Tür. „Setz dich! Was hast du mir unter vier Augen zu sagen?“ Es mußte einen Grund für Abduls vorzeitiges Auftauchen geben.
    Abdul nahm nicht, wie gewohnt, auf einem der Besuchersessel, sondern auf der Fensterbank Platz. Dort schien ihm im

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